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Lieben, hassen, metzeln: die unschlagbare Mischung, hier mit Blake Ritson in "Tore der Welt".
Wien - Wenn sich Sonntag um 20.15 Uhr auf ORF 1 Die Tore der Welt öffnen, dann führen sie in ein Reich, in dem Kritikerlob und -schelte keine Rolle mehr spielen. Das Publikum hat längst entschieden: Die üppig mit Blut, Schweiß und Tränen angereicherte Mittelalterstory des walisischen Schriftstellers Ken Follett gilt dem ambitionierten Bücherwurm als Nonplusultra, mögen Literaturexperten noch so sehr die Nase rümpfen über die effektvolle Verquickung von Historienspektakel und Herz-Schmerz-Drama.
Liebe und Leidenschaft gehören eben dazu, wenn etwa reale Ereignisse wie Hundertjähriger Krieg und Pest, Geschichte im Allgemeinen möglichst griffig verpackt werden sollen. Die Künstlichkeit, in die Follett die historische Vorgabe bettet, stört das Massenpublikum nicht. Schließlich waren das früher auch nur Menschen - die nicht nur mit Schwertern zuschlugen, sondern so wie heute liebten und hassten. Tore der Welt verkaufte sich als Buch rund 200 Millionen Mal.
Kein Wunder, dass sich das Fernsehen anschickt, das Mittelalter zu vergolden, wie Follett davor in Buchform. 58 Millionen Euro soll das Spektakel im Fernsehen gekostet haben und damit zum Teuersten gehören, was je aus europäischen Produktionsstätten gekommen ist.
Rola Bauers Tandem Communications produzierte mit Tele 5 Productions, Galafilm unter Beteiligung von ProSiebenSat.1-TV Deutschland, dem spanischen Cuatro, Sky Italia, ORF - und weil es ganz ohne US-Beitrag doch nicht geht, ist Ridley Scotts Scott Free Productions ebenso an Bord wie international bekannte Filmgrößen, etwa Cynthia Nixon (Sex and the City). Satte Einnahmen über den Rechtehandel sind damit so gut wie sicher: Die Säulen der Erde, Vorgänger von Tore der Welt, verkaufte sich in rund 180 Ländern.
Im Vergleich zu US-Giganten wie etwa Steven Spielbergs The Pacific mit rund 155 Millionen Euro Produktionskosten ist das zwar immer noch ein Klacks, aber auf jeden erfolgreichen Vorstoß folgt im Film- und TV-Business die Bereitschaft für höhere Budgets.
Das Mittelalter ist im Fernsehen ohnedies ungebrochen beliebt: Die Rückkehr der Wanderhure wartet im November auf ein Millionenpublikum, in Rom entsteht die Fortsetzung von Borgia. Andere versuchen es trickreicher: In Revolution lebt die Menschheit aufgrund von Ressourcenknappheit wieder im Mittelalter. Ein Setting wie vor hunderten von Jahren mit gegenwartsbezogenen Machtränken und Intrigen machen Game of Thrones zum derzeit unschlagbaren Serienriesen im Fernsehen.
Follett hat mit dem Mittelalter vorerst abgeschlossen. Sein neuer Roman, Winter der Welt, umfasst rund tausend Seiten und spielt im Zweiten Weltkrieg. Die Orte der Handlung reichen von Berlin, Alexanderplatz, über Spanien bis nach Ostasien und ins ferne New Mexico, um möglichst alle Lesermärkte abzudecken.
Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, braucht es strenge Disziplin: Zwischen neun und 17 Uhr fertigt der 63-Jährige seine Romane, unterstützt von 22 Mitarbeitern. In Excel-Dateien listet der Waliser die Figuren, deren Alter und Charakter auf: "Wenn dann einer im Roman etwas macht, schaue ich einfach in der Tabelle nach - so kann nichts schiefgehen", sagte er focus.de. (Doris Priesching, DER STANDARD, 27./28.10.2012)
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Da stimmte fast nichts:
Im Großen wie in Details: Hexenverfolgungen im Hochmittelalter sind natürlich genauso ein Märchen, wie etwa kirchliche Ehezeremonien für das einfache Volk.
Überhaupt ist es ein Unsinn die Gesellschaft des Mittelalters als eine Ansammlung "böser und grausamer Männer" zu zeichnen.
Das könnte einem natürlich egal sein- man kann - so wie ich - nach einer Stunde abdrehen. Das schlimme daran ist nur, dass viele ihr "Wissen" über diese Zeit aus solchen Werken beziehen.
Auch wenn die Handlung wie schon beim Vorgänger künstlich und aufgesetzt wirkt und die Buchvorlage nur den literarischen Wert eines Groschenromans hat werde ich es mir dennoch ansehen. Einfach deshalb weil ich als Kind von Rittern fasziniert war. Noch besser wärs wenn auch noch Dinosaurer vorkommen würden.
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