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Der Fernsehzuschauer weiß: Liebe ist was Wunderbares, aber es gibt sie nicht geschenkt. Man muss darum kämpfen. Neunzig Minuten voller: Verrat! Eifersucht! Leidenschaft!
Nicht so in der ZDF-Komödie Der Klügere zieht aus, die am Donnerstag zu sehen war. Die Trennung von Peter (Matthias Koeberlin) und Nina (Julia Richter) soll in aller Freundschaft ablaufen. Immerhin sind Kinder da, und man ist schließlich erwachsen. Peter bezieht das Gartenhaus auf dem Anwesen seiner Noch-Ehefrau. Was folgt, ist eine der langweiligsten Trennungen aller Zeiten.
Die Kinder geben naseweis zu Protokoll, dass "Freunde sein" bedeutet, auch "mit anderen vögeln" zu dürfen. Entsprechend hat Nina bereits einen Neuen, den aseptisch-sauberen Zahnarzt Thorben (Simon Böer). Peters Freund Bora (Tim Seyfi) versucht, die Sache mit guten Ratschlägen zu retten: "Das ist wie im Krieg. Man braucht ein Gleichgewicht des Schreckens."
Folgsam bändelt Peter mit einer sehr jungen Blondine an. Schrecklich aber ist hier nur das gähnend langweilige Bemühen um Gleichgewicht, Freundlichkeit und Coolness. Wie Ninas Freundin (Christina Große) empfiehlt: "Lass dich doch nicht von so'n bisschen Teenie-Gebumse provozieren."
Am Ende findet auch Peter eine Neue, die Mathelehrerin Julia (Julia Koschitz). Zwar landet er ein letztes Mal mit Noch-Ehefrau Nina im Bett, aber nach ein paar Liebeserklärungen ist das vergeben und vergessen. Auch wenn diese traute Patchwork-Idylle mit Julia Richter, Matthias Koeberlin und der zauberhaften Julia Koschitz durchaus fähige Schauspieler spielen, so viel blutarmer Kitsch ist nicht mehr zu retten. Da vergeht es einem mit der Liebe. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 27./28.10.2012)
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