Autobauer: Auf dem Pannenstreifen

Kommentar28. Oktober 2012, 18:06
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Die Finanzkrise ist in der Realwirtschaft angekommen

Die Finanzkrise ist in der Realwirtschaft, insbesondere bei der beschäftigungspolitisch für Europa so wichtigen Autoindustrie angekommen. Dieses Mal könnte es so arg werden, dass auch keine Verschrottungsprämie die Branche schnell wieder auf die Überholspur hievt.

Denn als diese Prämie 2009 in vielen Ländern der EU eingeführt wurde, gab es noch die Hoffnung, dass die Krise bald zu Ende sein würde. Dass nach ein paar Sparpaketen und Schuldenrestrukturierungen das europäische Desaster beendet sein würde.

Schon im Jahr darauf wurde die fehlerhafte Grundkonstruktion der Abwrackprämie klar, die der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer als Geldverbrennungsmodell bezeichnet: Die Konsumenten hatten ihren Autokauf vorgezogen und mehre hundert Euro eingestreift. Über ein paar Jahre gerechnet, wurde kein Fahrzeug zusätzlich verkauft.

Die meisten Wirtschaftsfachleute gehen davon aus, dass die Finanzkrise noch ein paar Jahre anhält, schließlich sind die grundlegenden Probleme - mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, horrende Überschuldung - alles andere als überwunden. Es gibt keine einfachen Lösungen.

Wenn viele Menschen keinen Job haben - Beispiel: 25 Prozent Arbeitslose in Spanien -, oder immer mehr Beschäftigte befürchten müssen, ihren Arbeitsplatz demnächst zu verlieren, tun sie eines sicher nicht: ein neues Auto kaufen. Und die Autobauer machen Werke dicht.  (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 29.10.2012)

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