ÖSV-Läufer Björn Sieber bei Autounfall getötet

  • Björn Sieber
    foto: apa/gindl

    Björn Sieber

Wagen des ÖSV-Athleten stürzte einen Abhang hinunter, sein Bruder wurde schwer verletzt

Bregenz - ÖSV-Rennläufer Björn Sieber ist am Freitagmittag bei einem Autounfall in seiner Heimatgemeinde Schwarzenberg (Bregenzerwald) tödlich verunglückt. Sein Bruder, der das Fahrzeug gesteuert hatte, wurde schwer verletzt. Der Kleinbus mit den beiden Männern stürzte laut Polizei rund 74 Meter einen Abhang hinunter.

Die Brüder waren mit ihrem VW-Bus auf einer schmalen Straße talwärts unterwegs, als ihnen ein anderer Kleinbus entgegenkam. Die beiden wichen daraufhin aus, dabei kam das Fahrzeug von der Fahrbahn ab und stürzte über den Hang. 

Vermutlich waren beide Insassen nicht angeschnallt, denn beide wurden bei dem Absturz aus dem Wagen geschleudert, so die Polizei. Für den 23-jährigen Europacup- und Weltcupläufer kam laut Angaben der Exekutive jede Hilfe zu spät, Sieber sei sofort tot gewesen. Sein Bruder wurde mit schweren Verletzungen ins Landeskrankenhaus Feldkirch eingeliefert.

Sieber, Silber- und Bronzemedaillengewinner bei Junioren-Weltmeisterschaften, debütierte im Dezember 2009 beim Riesenslalom in Val-d'Isère im Weltcup, im Jänner 2011 kam er als 15. der Superkombi in Wengen erstmals unter die Besten 20. Bei der WMin Garmisch-Partenkirchen startete Sieber er in der Super-Kombi (13) und im Riesenslalom (22.). Der 23-Jährige galt als eines der großen Allround-Talente im österreichischen Skiteam und wäre beim Herren-Riesentorlauf in Sölden als Vorläufer im Einsatz gewesen.

"Sieber hinterlässt im ÖSV-Team sportlich und menschlich eine große Lücke. Alle Gedanken und unser Mitgefühl gelten in dieser schweren Zeit seiner Familie", hieß es in einer Stellungnahme des Skiverbands. (APA/red - 26.10. 2012) 

Reaktionen:

  • Mathias Berthold (ÖSV-Cheftrainer Männer): "Wir sind alle bestürzt, dadurch rückt alles andere in den Hintergrund. Björn war ein fantastischer Mensch, den wir sehr vermissen werden. Das ist eine schwierige Situation für uns alle, die Jungs sind teilweise miteinander aufgewachsen. Jedem Fahrer ist freigestellt, ob er am Sonntag fahren möchte."
  • Hans Pum (ÖSV-Sportdirektor): "Der ganze Verband ist tief betroffen. Ich möchte Björns Familie unser tiefstes Mitgefühl übermitteln. Ich hoffe für seine Familie, dass Björns Bruder Marc die Kraft findet und überlebt. Skifahrer sind Einzelsportler, aber in den letzten Stunden hat man gesehen, was Teamgeist heißt. Alle in der Mannschaft geben sich gegenseitig Kraft. Ich glaube nicht, dass die Athleten auf einen Start verzichten werden, sie wollen für Björn fahren."
  • Peter Schröcksnadel (ÖSV-Präsident): "Durch diesen traurigen Anlass relativiert sich alles, was wir tun. Das Rennen wird stattfinden, eine Absage wäre ganz sicher nicht in Björns Sinn. Sowohl unsere Damen als auch unsere Herren werden hier in Sölden mit Trauerflor an den Start gehen."
Share if you care