Josef Winkler: "Haider größter politische Bankräuber"

26. Oktober 2012, 15:33

Der Georg Büchner-Preisträger in einer Rede in Salzburg über den Totenkult um "Bankräuber" Haider und die "Steuergeldvernichtung der Buberlpartie"

Salzburg/Klagenfurt - "Jörg Haider war der größte politische Bankräuber der zweiten Republik" - das ist einer der griffigsten Kernsätze in der Rede von Josef Winkler zur Lage in Kärnten. Der 2008 mit dem Georg Büchner-Preis ausgezeichnete Autor hat einen wütend-polemischen "offenen Brief" mit dem Titel "Gerhard Dörfler, der Landeshauptmann von Kärnten als bischöflicher Haubentaucher auf einer Bierkiste" verfasst und auf Einladung des Salzburger Literaturhauses und der Universitätsbibliothek gestern, Donnerstag, Abend im Salzburger Unipark vorgetragen.

Winklers Kopfthema war der Totenkult um Haider: "Herr Dörfler, Sie haben das Wrack des Autos, mit dem Haider schwer betrunken und mit mehr als doppelter Geschwindigkeit in den Tod raste, um 40.000 Euro Steuergeld gekauft und halten dieses Wrack an geheimem Ort versteckt. Sie haben ein Grundstück gekauft und einen Friedhof für eine einzige Person errichtet, ebenso auf Steuerkosten. Allein der Leichenschmaus für Haider hat 150.000 Euro gekostet, und 7.000 Euro ist Ihnen ein geschmackloses Haiderdenkmal mit einander schüttelnden Händen wert, auf dem stehen müsste 'eine Hand beschmutzt die andere'. Herr Dörfler, Sie haben nicht das Recht, so mit Steuergeld umzugehen, das den jungen Kärntnern gehört. Hören Sie auf mit dem makabren Kasperltheater. Lassen Sie Haiders Wrack endlich verschrotten und zahlen Sie das Geld in die Landeskasse zurück."

Harte Angriffe auf Scheuch und Dörfler

Besonders geärgert dürfte sich Winkler auch über die außenpolitischen "Maul-Würfe" von "Kärntens oberstem Bierfassanstecher" Dörfler haben - Stichwort Kärntenbesuch des Dalai Lama. "Da hat Dörfler den Ortstafel-Konflikt in Kärnten mit dem Konflikt China-Tibet verglichen." Dies beweise, dass Dörfler kein Staatsmann, sondern bloß ein frauenfeindlicher und rassistischer Blechtrommler sei, der den Slowenen die fehlenden elf Ortsschilder verweigert habe. "Auch in dieser Frage haben Sie vor den Scheuchs - mit und ohne Halstuch - gekuscht und den Namen des Slowenenvertreters Valentin Inzko als 'Unwort des Jahres' bezeichnet. Da fehlt nicht viel zur Bezeichnung 'Unmensch'".

Heftig ins Gericht ging Winkler auch mit der "Buberlpartie" sowie den Mölzers, Kulterers, Dobernigs und Birnbachers seiner Heimat ("am Arsch brennt's") und rief in Erinnerung, dass sich die Regierungsparteien 2009 im finanziell ausgebluteten Kärnten 60 Millionen Euro Parteienförderung genehmigt und zugleich den Heizkostenzuschuss für die ärmsten Kärntner gestrichen hätten. Als herausragende Geldvernichtungsaktion aber nannte Winkler den Bau des Klagenfurter Fußballstadions. "Da wurde ein Stadion für 30.000 Leute gebaut, das seit den drei Spielen mit viereinhalb Stunden Fußball bei der Europameisterschaft 2008 mehr oder weniger leer steht. 30.000 Plätze für 100.000 Klagenfurter. Das ist, als würde man in Wien ein Stadion für 700.000 Menschen bauen. Der Bau des Stadions hat 70 Millionen Euro Steuergeld gekostet und verursacht jetzt Kosten von fünf Mio. jährlich. Das sind 13.000 Euro täglich - eine ebenso skrupellose wie größenwahnsinnige Geldvernichtung", so Winkler, der mit Friedrich Nietzsche daran zu erinnern versuchte, das "alle verschwiegenen Wahrheiten giftig werden".(APA, 26.10.2012)

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Fakt

Wie Herr Winkler schreibt ist leider Fakt, solche Politiker gehören Abgewählt und finanziell zur Rechenschaft gezogen.

Die Rede ist eine Aneinanderreihung alter Hüte.

Sie ist kärntnerischer 08/15- Kulturpopulismus. Um nicht zu sagen: banal.

Die Leute wollen KONSTRUKTIVE Vorschläge für dieses Land - aber nicht ewig das gleiche pseudointellektuelle Anti-Haider-Profilierungs-Blabla.

Wer den immer noch ausgräbt, hat es nötig.

Winkler Sepp

Leider alles wahr. Seine 14 Bücher, -ich habe sie alle gelesen, sind ja auch etwas "Schwierig". Die Leute aus dem Dorf haben dem Sepp den Tod gewünscht. Nachdem ich mit Sepp im selben Dorf aufgewachsen bin und auch gleich alt bin, kann ich im Nachhinein nur alles bestätigen was er geschrieben hat. Gleich verhält es sich mit seinen Kommentaren zur Politik. Vom Brettljausn Sepp bis zum obersten Bieranstecher von Kärnten, - leider alles wahr.

@silvio lackner

Das sind keine alten Hüte, das ist jahrzehntelange knt. FPÖ-POLITIK, die das Land und die demokr. Menschen in Knt. nicht verdient haben. Der Pseudo-Haiderkult muss endlich ein Ende haben und die Herren Dörfler bis Scheuch haben keinen Sonderstatus, die Gesetze gelten für alle und es gibt auch für Knt. keine Gummiparagrafen!!

Doch, das ist längst billiger Rückenwindpopulismus.

Du wirst in Kärnten von solchen (Leser-)Briefen und Newslettern mittlerweile überschwemmt.

Jede Landpomeranze macht mit Haider-bashing inzwischen auf intellektuell.

Hier gehts frei nach Karl Valentin darum: "Es ist schon alles gesagt - aber noch nicht von jedem."

Misstöne

Herr Winkler hat ein eigenartiges Begriffsverständnis für Pietät - mag Kritik vielleicht an mancher Vorgehensweise im Zusammenhang mit Haiders (damals immerhin amtierender LH) Unfalltod angemessen sein, dann muss man allerdings dazu sagen "der Ton macht die Musik".

Bei dem Totenkult gibts schon lange keine Pietät mehr.

danke, josef winkler!

Danke für die mutigen und wahren Worte.

Ich hätte vor den Faschos nämlich schon ein bisschen Angst.

wenn man unbedarft liest,

was da so gegen einen gesagt wird, der - als künstler - nun halt mal auch seine meinung sagt, dann wird einem schon ein bisl bang um kärnten.
die leute dort können doch nicht derart blind sein.
faktum ist, dass josef winkler leider recht hat:
jörg haider war ein latenter krimineller, der österreich als "mißgeburt" verachtete, der die gesetze auslegte, wie es ihm passte und der politik als selbstbedienungsladen betrachtete. es ist echt haartsräubend, was er ausbrütete und was da alles aus seinem nest kroch ...

Keinen Dienst

Sie haben den Land keinen Dienst erwiesen Herr Winkler

Der Sv. Jirgl vielleicht schon?

Stimmt. Aber der Bevölkerung des Landes.

man kann davon halten was man will

ABER Fakt ist, dass er im gegensatz zu den blaunen sumpf dem land auch nichts gekostet hat...

sie auch nicht

Wir Restösterreicher

sollen uns gemeinsam hinter die Kärntner stellen und diesen helfen aus diesem Sumpf herauszukommen anstelle immer mit dem Finger in Richtung Süden zu zeigen.

Die Kärntner müssen erst mal selbst was tun um aus diesem Sumpf herauszukommen.

1. Schritt: Abwahl der Verbrecherbande - vermutlich März 2013!

Wenn sie diesen Schritt nicht schaffen, dann ist ihnen wohl kaum noch zu helfen.

gerne,...

...nur ich bin dort nicht wahlberechtigt und anders wird's nicht funktionieren.

Gibt es eigentlich vergleichbare Ausgabe

für im Amt verstorbene Landshauptmänner?

wenns nach mir geht

sollte dieser herr einmal monatlich eine "rede zur lage der nation" halten

die kärntner hätte eben mal

eine sekunde lang zuhören sollen was die angeblich so "unpatriotischen, asozialen, linkslinken" jahrelang gepredigt haben

naja

scherbenhaufen beweinen bringt eh niemandem mehr was
wählts es eben jetzt ab

in der rechten scheinwelt, in der "die linken" ein gut organisiertes vernichtungswerk sind, das alle kanonen auf die armen fpö-splittergruppen gerichtet hat und auf den ganz besonders armen jörg und den noch viiiiiiel ärmeren heinz-christian...

Verursacher in Kärnten

und wer ist im Endeffekt schuld an diesen ganzen
Unzulänglichkeiten und Skandalen? Jene Wähler, die insbesonders in Kärnten Haider jahrelang unterwürfigsdt nachgeeilt sind und ihn zu einem "Gott" erhoben haben. Auch das ganze Tamtam nach Haiders Tod wurde ja von der Kärntner Bevölkerung roßteils mitgetragen. Aber, vielleicht kommen sie jetzt nach und nach darauf, wie sie von den rechten Politikern über den Tisch gezogen wurden und werden!

vielleicht..

....hilft dieses Video a bisserl mit denen die Augen zu öffnen und aufzuzeigen, von welchem Perchtenverein dieses Land derzeit regiert wird:

http://www.youtube.com/watch?v=0... r_embedded

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