Jagd auf die Rekordfrau wider Willen

26. Oktober 2012, 13:35
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Am Samstag startet die Weltcupsaison der Frauen mit dem RTL von Sölden. Hoch gehandelt wird selbstverständlich erneut Lindsay Vonn - ÖSV mit vielen Ausfällen

Sölden - Am Samstag (9.30 und 12.45 Uhr) wird in Sölden mit einem Riesentorlauf der alpine Ski-Weltcup der Frauen eröffnet - falls der bevorstehende Wintereinbruch nichts dagegen hat.

Und es ist damit auch genau ein Jahr her, seit Lindsay Vonn ("Ich suche einen Freund") ihren historischen Triumphzug begann, der nach zwölf Saisonsiegen im März mit der Rekordmarke von 1.980 Weltcup-Punkten endete. Vor dem WM-Winter wollte sich Vonn nicht unter Druck setzen, die Allzeit-Bestmarke von Hermann Maier (2.000 Zähler im Jahr 2000) sei zumindest im Moment unwichtig.

"Mein Fokus liegt nicht auf irgendeinem Rekord. Ich will schnell fahren und so viele Rennen wie möglich gewinnen. Ich schaue von einem Tag zum nächsten", meinte die Dominatorin der letzten Saison. Da war die 28-Jährige auch im Riesentorlauf richtig durchgestartet, in Sölden und Aare gelangen die ersten Karriere-Siege in dieser Disziplin.

Aufgrund des neuen Reglements mit den längeren und schmäleren Ski tappt Vonn wie auch die Kolleginnen etwas im Dunklen, was die Enschätzung des derzeitigen Leistungsvermögens betrifft. "Ich war im Training schnell unterwegs. Aber mit den neuen Regeln ist es schwierig zu wissen was wirklich los ist."

Hinsichtlich des Gesamt-Weltcups gilt erneut  Maria Höfl-Riesch als schärftste Konkurrentin Vonns. Doch auch die 27-jährige Deutsche merkte an: "Wenn Lindsey nur annähernd so fährt wie vergangene Saison, dann ist kein Kraut gegen sie gewachsen." Für Sölden stehen die Vorzeichen für Höfl-Riesch allerdings ungünstig, sie hat eben erst "eine böse Erkältung" hinter sich gelassen.

In den letzten fünf Jahren in die absolute Spitze vorgeschoben hat sich Tina Maze, die letzte Saison beendet sie als Weltcup-Zweite. Heuer will die Slowenin den letzten Schritt machen: "Mein Ziel ist ganz klar, ich will die Nummer eins sein." Die sportliche Entwicklung hat Maze vor allem der Tatsache zu verdanken, dass sie seit Jahren mit einem Privatteam trainiert, das von ihrem Coach und Lebensgefährten Andrea Massi geleitet wird.

Hoffen auf Fenninger

Die Österreicherinnen gehen ersatzgeschwächt ins Heimrennen. Michaela Kirchgasser, Andrea Fischbacher und Marlies Schild und Nicole Hosp (wird von der 21-jährigen Steirerin Ramona Siebenhofer ersetzt) haben abgesagt, aussichtsreichste ÖSV-Kandidatin für einen Spitzenplatz ist damit Anna Fenninger. Cheftrainer Herbert Mandl hat sie im Riesentorlauf zum "Maß der Dinge" ernannt, die Läuferin über dieses Kompliment wenig begeistert. "Vor dem ersten Rennen so etwas zu sagen ist nicht fair, ein Rennen ist etwas ganz anderes als Training", meinte die Salzburgerin.

Vor einem Jahr war Elisabeth Görgl als Dritte beste Österreicherin in Sölden. So wie Fenninger hat auch die 31-jährige Steirerin damit ihr Verhältnis zu Sölden entkrampft. "Ich konnte letztes Jahr meine Abneigung gegen dieses groß aufgebauschte Ereignis ablegen. Jetzt mag ich den Hang", so die Doppel-Weltmeisterin 2011. Ganz die Alte ist Görgl nach ihren beiden Knie-Operationen im April aber noch nicht.

Das gilt auch für Kathrin Zettel. Nach Jahren des Leidens wegen Knie- und Hüftproblemen geht es für die Niederösterreicherin körperlich wieder bergauf. In Sölden kam  die Niederösterreicherin stets gut zurecht, zuletzt war sie sechsmal in Serie unter den Top-Sieben. Der Höhepunkt war ihr Sieg 2008, gleichzeitig war es der bisher letzte einer ÖSV-Athletin auf dem Rettenbachferner. (red/APA - 26.10. 2012)

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    Anna Fenninger, Lindsey Vonn und Maria Höfl-Riesch müssen sich am Samstag wärmer anziehen.

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