Gesuchter Pädophiler arbeitete als Kinder-Animateur

26. Oktober 2012, 12:12
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Deutscher in der Steiermark festgenommen

Graz/Wien/Kiel - Ein Deutscher, der nach seiner Verurteilung wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs im April aus seiner Heimat geflüchtet war, ist am Donnerstag in der Steiermark festgenommen worden. Der Mann arbeitete seit acht Wochen in einem Thermenhotel als Animateur für Buben und Mädchen. Das berichtete das Bundeskriminalamt am Freitag. Er wurde direkt am Arbeitsplatz von den Beamten überrascht und ohne Gegenwehr abgeführt. Von der Hotelleitung hieß es, dass es zu keinen bekannten Übergriffen gekommen sei.

Der 48-jährige gebürtige Hamburger war im Frühjahr vom Landesgericht Itzehoe in Schleswig-Holstein wegen schwerem sexuellen Kindesmissbrauchs rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Doch vor seinem Haftantritt flüchtete der Deutsche mit seinem Auto und einem Wohnanhänger nach Spanien, über Österreich nach Italien und schließlich wieder zurück nach Österreich. Auf einem Campingplatz im oststeirischen Bad Waltersdorf ließ er sich vor mehr als zwei Monaten nieder.

"Top-Mann"

Seit Anfang September arbeitete der Mann in einem der Waltersdorfer Thermenhotels als Kinderanimateur und war laut Geschäftsführung ein "Top-Mann". Er sei nicht auffällig gewesen und es lagen auch keine verdächtigen Beobachtungen oder Meldungen von Gästen vor. Umso überraschender sei dann der Zugriff des Bundeskriminalamts, das in Zusammenarbeit mit der Polizei aus Kiel den Aufenthalt des Deutschen ausforschen konnte, am Donnerstagvormittag gewesen.

Die zivilen Beamten stellten den 48-Jährigen am Arbeitsplatz und nahmen ihn mit. Innerhalb einer halben Stunde und ohne großes Aufsehen sei die Aktion in der Therme auch wieder vorbeigewesen, so die Hotelleitung. Seitens des Bundeskriminalamts konnten keine Übergriffe oder Beschwerdefälle ermittelt werden, doch auch ohne Anhaltspunkte für weitere Straftaten würden Erhebungen geführt.

Bei der Bewerbung im Thermenhotel hatte der Hamburger zwar seinen richtigen Namen, jedoch ein falsches Geburtsdatum verwendet: Er gab sich zehn Jahre jünger aus und legte auch diverse Zeugnisse früherer Arbeitgeber vor. Aus diesen sei laut Hotelleitung hervorgegangen, dass er die vergangenen fünf Jahre als Animateur gearbeitet habe. Von seiner Verurteilung in Deutschland habe niemand gewusst. Auf dem Campingplatz lebte der Mann unangemeldet. Nach der Einvernahme wurde der Deutsche in die Justizanstalt Graz-Jakomini in Auslieferungshaft gebracht. (APA, 26.10.2012)

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