Sacharow-Menschenrechtspreis der EU an zwei iranische Aktivisten

26. Oktober 2012, 18:16
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Inhaftierte Oppositionsanwältin und Filmemacher werden ausgezeichnet - "Klare Absage an Regime in Teheran"

Straßburg/Teheran - Das EU-Parlament verleiht den diesjährigen Sacharow-Preis für Menschenrechte an zwei inhaftierte iranische Menschenrechtsaktivisten: die Anwältin Nasrin Sotoudeh und den Filmemacher Jafar Panahi. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte am Freitag, die Würdigung bedeute auch eine "klare Absage an das Regime in Teheran". Sotoudeh und Panahi "stehen für alles, wofür auch wir stehen. Wir sagen ihnen deutlich, ihr seid nicht allein."

Sotoudeh und Panahi hätten sich Angst und Einschüchterungen im Iran nicht beugen wollen, sagte Schulz weiter, sondern "beschlossen, das Schicksal ihres Landes ihrem eigenen persönlichen Schicksal überzuordnen".

Wegen ihrer mutigen Taten sei Sotoudeh ihrer Familie entrissen und wegen angeblicher Propaganda zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Panahi wiederum schaffe durch seine Filme "lebhafte Porträts eines komplexen reichen und schönen Landes und seiner Bewohner".

Panahi gehört zu den wichtigsten unabhängigen Regisseuren aus dem Iran. 2010 wurde er festgenommen und zu sechs Jahren Haft verurteilt, außerdem erhielt er ein Ausreiseverbot und ein 20-jähriges Berufsverbot.

Der Sacharow-Preis ist benannt nach dem sowjetischen Physiker, Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow (1921-1989). Er wird vom Europaparlament seit 1988 für wichtige Beiträge im Kampf für Menschenrechte vergeben. Der Gewinner erhält 50.000 Euro. Der Preis soll am 12. Dezember in Straßburg vergeben werden. (APA, red/DER STANDARD, 27.10.2012)

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