"Medal of Honor: Warfighter": Unehrenhafter Absturz einer Serie

Zsolt Wilhelm, 28. Oktober 2012, 15:00

Das jüngste Kapitel des 13 Jahre alten Kriegsspiels stellt einen neuen Tiefpunkt dar.

Die ersten drei Teile der 1999 ins Leben gerufenen Kriegsspielserie "Medal of Honor" (MoH) werden wohl noch für lange Zeit als die Sternstunden einer 13 Jahre andauernden Talfahrt in Erinnerung bleiben. Die Nachstellung der Landung der Alliierten in der Normandie in "MoH: Allied Assault" gehört mit Sicherheit für viele Spieler nach wie vor zu einer der einprägsamsten und abschreckendsten virtuellen Erlebnisse. "MoH" setzte damals Maßstäbe in Sachen Realismus und Atmosphäre und wurde einstimmig von den Kritikern gefeiert.

Seither hat sich die Serie auf einen qualitativen Sturzflug begeben. Unter Herausgeber Electronic Arts von einem zum anderen Studio durchgereicht, wurde die Ehrenmedaille abgegriffen und der einstige Glanz ging allmählich verloren. 2010 wurde der Neustart forciert, doch über die Durchschnittlichkeit schaffte es auch das neue, vom Weltkrieg in der Gegenwart angekommene "Medal of Honor" nicht mehr hinaus. Mit dem vergangenen Freitag veröffentlichten Nachfolger "Medal of Honor: Warfighter" wurde den Kritikern zufolge ein neuer Tiefpunkt erreicht.

Das Kriegsgebiet als Disneyland

Realismus schrieben sich die Entwickler auf die Brust. Von echten Soldaten instruiert, wurden reale Kriegsschauplätze in eine "Gut jagt Böse"-Geschichte verstrickt. In der Rolle von Elitesoldaten internationaler Spezialeinheiten nimmt man Terroristen ins Visier, die die Welt mit der tödlichen Chemikalie PETN in Angst und Schrecken versetzen. Egal ob man Geisel aus Abu Sayyafs Festung in Basilan auf den Philippinen befreit oder einen Angriff auf Al-Shabaabs "Piratenstadt" an der Küste von Somalia durchführt, die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit wird transparent gezeichnet. Sich in der Sicherheit der heimischen vier Wände wiegend können Spieler "Einsätze und Action nahezu so erleben, wie sie sich zugetragen haben", heißt es in der Spielbeschreibung.

"Warfighter versucht von Anfang an Emotionen zu erzeugen, in dem es die Geschichte eines Mannes erzählt, der zerrissen ist zwischen dem Pflichtgefühl für sein Land zu kämpfen und seiner Verantwortung für seine Familie da zu sein.", schreibt Polygon. "Man weiß das, weil das Spiel alle 20 Minuten von einer Zwischensequenz unterbrochen wird." Damit schaffe es das Spiel sogar sich von anderen Genrevertretern zu unterscheiden, was vielleicht auch aufgehen würde, wenn es nicht eine der "monotonsten und am schlechtesten erzählten, zweitklassigen Kampagnen" überhaupt wäre. "Warfighters Kampagne ist voll mit Waffen, die sich wie Steinschleudern anfühlen und mörderischen Feinden, die sich wie idiotische Roboter verhalten.", so Polygon. "Es ist wie Maulwurf-Erschlagen in Disneyland, nur dass man durch Gebiete geführt werden, die Jahrzehnte lang für Schlagzeilen über islamischen Fundamentalismus gesorgt habe."

Kleine Multiplayer-Innovation

Im Multiplayer-Modus schlüpft man in eine von sechs Soldatenklassen und kann sich für eine von 12 internationalen Spezialeinheiten entscheiden. Gekämpft wird auf acht realen Schauplätzen, bis zu 35 Bewerbstypen lassen sich kombinieren. Unterscheiden will sich der Titel durch ein System namens "Fireteam", das traditionellen Mehrspielergefechten eine kooperative Note verleiht. Vor jedem Match werden zwei Spieler zu einem Team zusammengeschlossen. Im Spiel wird man dann für den gemeinsamen Einsatz belohnt, was den Zusammenhalt fördert.

"Der psychologische Effekt des Fireteam-Systems ist spürbar. Es führt dazu, dass man sich mehr um seinen Kollegen sorgt und man mehr darauf achtet, dass er nicht stirbt. Das ist eine großartige Idee, die belohnend wirkt.", sagt Destructoid. "Abseits dieses Features hat man es jedoch mit einem ziemlich durchschnittlichen Multiplayer zu tun, egal wie sehr das Spiel versucht dies durch eine Flut voll Informationen zu verdecken."

Nicht gut genug

"Der Mehrspielermodus stolpert über die gleichen Ecken und Kanten wie die Kampagne.", fügt Eurogamer hinzu. "Die Schadenlevels sind unausgewogen, genauso wie die Belohnungen." Zwar seien solche Probleme nicht ungewöhnlich zum Start, doch selbst nach einer Reihe von Updates wäre "Warfighter" nur passabel anstelle einer echten Alternative zu Genreplatzhirschen. "Das ist ein Genre, das ein enorm hohes Maß an Feinschliff voraussetzt, nur um mithalten zu können. Warfighter borgt sich Ideen von Call of Duty und Battlefield aus, bietet selbst ein paar neue an, aber schafft es in vielen Bereichen nicht, den Standard zu erfüllen. Das ist ein Feld, in dem 'ziemlich gut' nicht mehr gut genug ist.", resümiert Eurogamer. "Es ist kein schlechtes Spiel. Es ist nur geistlos und seicht. Ein Titel, der nur dazu existiert, um aus uninspirierten Konsumenten auch den letzten Profit herauszuquetschen.", schließt Destructoid. Es scheint, als hätte die 13 Jahre alte Serie ihren Tiefpunkt erreicht. (zw, derStandard.at, 28.10.2012)

("Medal of Honor: Warfighter" ist für PC, PS3 und Xbox 360 erschienen.)

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Part 1

Ich habs gestern angespielt, sicher 6-7 Missionen auf höchstem Schwierigkeitsgrad (schwer) und es ist wirklich einfach. Dabei gibt es sicher sehr viel bessere Spieler als mich. Wozu DangerClose die Frostbite-Engine verwendet hat, ist mir teilweise ein Rätsel, besonders im Waffendesign. Wirkt alles nüchtern und aalglatt. Das Deckungssystem (sofern man das so nennen kann) ist für A&F, was einerseits die komfortable Steuerung und andererseits die Sinnhaftigkeit überhaupt angeht. Wer halbwegs fix zielt, stirbt auch ohne Deckung nie. Sofas und Holpaletten stellen massive Hindernisse dar, können nicht durchschlagen werden. Iron Sight an den Waffen ist lächerlich, welche Waffe hat ein Korn, das auf 50m Entfernung den Gegner komplett verdeckt? ...

Part 2

Für den Zoom muss das Mausrad gedrückt, nicht gerollt werden. MMn auch eher ein Unikum. Spielt man mit Einzelfeuer, töten Headshots klarerweise sofort, dafür wird es umso deutlicher, dass man zum Teil 10 Körpertreffer und mehr landen muss, um einen stinknormalen Gegner niederzustrecken. Ansich eine große Schwäche der meisten Shooter. Sitzt man am Geschütz eines Helis, wird die Beweglichkeit immer wieder eingeschränkt, wodurch man manchmal Gegner erst sehr spät ins Visier nehmen kann. Die Ballistik in Sniper-Sequenzen ist lächerlich (einen Strich höher auf 200m Entfernung?). Besonderheiten an der KI hab ich keine erlebt, sie lässt sich nur leicht flankieren, was ich aber nicht für so unrealistisch halte. In Summe CoD-Niveau oder darunter.

MOH da kommen die kindheitserinnerungen wieder hoch:

ich weiß nicht mehr genau in welchen teilen es voram, aber ich erinnere mich noch an ein level in dem hunde mit panzern gefahren sind, wo die dialoge in einem "klaus, bist du es?" endeten und wo man mit einer deutschen uniform + pass eine uboot werft infiltrierte. das waren echt sehr geile spiele, also MOH 1-3.

MOH da kommen die kindheitserinnerungen wieder hoch:

ich weiß nicht mehr genau in welchen teilen es voram, aber ich erinnere mich noch an ein level in dem hunde mit panzern gefahren sind, wo die dialoge in einem "klaus, bist du es?" endeten und wo man mit einer deutschen uniform + pass eine uboot werft infiltrierte. das waren echt sehr geile spiele, also MOH 1-3.

Also sooo schlecht find ich das Game jetzt auch nicht wie es überall kritisiert wird.....mir taugts! Klar ein CoD übertrumpft es nicht, aber was solls..egal.

Na hoffentlich taugt dann das neue Hitman was...

Bezüglich der Logos in den Screenshots

"Even the publisher realizes how homogeneous these titles have become, that a screenshot alone is not enough to tell which one we're actually talking about."

Aus dem Destructoid Test. Wie wahr.

Gutes Beispiel. Wenn man schon die Screenshots nicht mehr auseinander halten kann, worin liegt dann die Innovation (ausser im Setting)? Shooter sind einheitsbrei abgesehen von der Wahl zwischen Heckler&Koch oder Alien-Plasmapistole, weil Mechanik und Logik dahinter vorgegeben sind. Das einzige Potenzial liegt in der KI, die mit zunehmend offener Spielwelt nicht mehr handlebar ist. Oder noch nicht. Hier alle Faktoren und Möglichkeiten zu berücksichtigen ist einfach nicht möglich, damit sich ein Pixelhaufen in jeder möglichen Situation wie ein Mensch verhalten würde. Deswegen muss man die Situationen einschränken.

Mir stellt sich allerdings die Frage, worin denn tatsächlich nach BF3/CoD/MoH und auf der anderen Seite ArmA/OpF noch die Innovation bei Shootern bestehen soll?

Der ideale Shooter bietet eine offene Spielwelt und absoluten Realismus? Da dreht einem nach 10 Minuten der Großteil der potenziellen Zielgruppe durch und dann kommt sowas wie CoD dabei raus. Keinen Weg suchen, nicht nachdenken und mit 600 Schuss Munition durchs Level ballern. Selbst die höchsten Schwierigkeitsgrade sind nur deswegen (wenn überhaupt) schwer, weil man gegen eine gefühlte Million Gegner antritt.

Wer MP sucht, dem kann ich persönlich nur BF3 auf Hardcore-Servern empfehlen. MMn der beste Shooter am Markt, kein Ziel aus der Hüfte, 60% HP, keine Minimap/Anzeige...

Na ja ... viel schlimmer als Call of Duty & Co kannst ja auch nicht sein.

moh allied assault + cod 1/2..

..alles andere sind nurmehr versuche gewesen, auf welche art man das tote pferd noch reiten kann..

es fühlt sich einfach nicht wie ein guter shooter

an...sicher ist call of duty nur casual...
aber immerhin auf hohem niveau umgesetzt...
herausforderung ist es natürlich keine...aber es spielt sich stimmig...

moh warfighter kann in keiner sekunde eine ernsthafte konkurrenz aufbauen...im gegenteil...
nach 6 absolvierten missionen spiele ich es zwar fertig...aber wirklich gelungen ist was anderes...

habe letzten samstag eine mission assassins creed 3 gespielt...so sollten spiele sein...

medal of honor ist leider tot...es wäre besser andere konzepte zu verfolgen...als shooter stinkt moh einfach gegen alle anderen ab...schade um eine ehemals gute marke...
r.i.p.

Assassins Creed ein gutes Beispiel???

Puhhh ... also ich zocke seit ich "Load" auf meinem VC-20 eintippen konnte und 1 Stunde später Space Invaders am Bildschirm erschien.

Aber was die Leute an Assassins Creed so genial finden werde ich niemals verstehen. Für mich ein seichtes Schleich- und Hüpfspiel ohne jeglicher Komplexität oder Herausforderung an die Hirnzellen, dafür mit viel grafischem Blendwerk und Schnick-Schnack á la "Schau ... ich kann vom Turm auf den Heuwagen hüpfen" .... WAAAHHNNNSINNNN :-))

ich habs ja selbst nie gespielt. aber angesichts der leute, die das in meinem bekanntenkreis so spielen, eben jene die außer dem jährlichen fifa und 2 wochen fußball manager eigentlich nie spielen und schon bei mass effect überfordert wären, muss ich annehmen, dass es sich dabei nicht gerade um ein anspruchsvolles spiel handelt. das selbe in grün gilt für uncharted. wobei ich das zumindest mal versucht hab, aber nach 2 stunden musste ich aufhörn weil mich die konsequenzenlosigkeit vertrieben hat.

wie wahr ... ein seichtes spielerlebnis das sich wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt...

Du bist eher ein Rollenspieler, soweit ich mich jetzt erinnern kann oder? Ich fand AC am Anfang faszinierend ... die Kämpfe, das Klettern ... cool. Aber nach einer Zeit wird es fad. Interessant ist immer das raufklettern auf ganz hohe Gebäude und dann ab ins Heu ;-) aber ja ... auch nicht so meins.

Rollenspiel, Strategie und Simulation :)

Aber ich wollte niemanden beleidigen, der AC spielt. (Siehe Posting "sicher nicht").

Ich versuche nur bis heute die Faszination dieses Spiels zu begreifen und es gelingt mir einfach nicht :)

Ich hab damals Tenchu auf der Playstation gespielt, und ich hab mir von AC ettwas ähnliches erwartet... aber ich fand es einfach nicht gut.

Das Gefühl von Tenchu hat sich bei AC einfach nciht ingestellt, die meiste zeit hatte ich das Gefühl "Das solls gewesen sein?"

Ja so heftige Reaktionen sind verständlich, wenn eine Marke oder eine Spiele-Serie kurz vorm abkratzen ist ... aber AC verkauft sich eh sehr gut und hat viele Fans ... unverständlich, wie man da gleich so hochgehen kann - vermutlich liegts nur am RedBull ;-)
Aber hier im Forum darf man sich nicht wundern ;-)

mir ist ein graphisches blendwerk

lieber, als ein schlechter shooter ala moh warfighter...

und wirklich was neues ist nicht mehr machbar...
oder gibt es ein genre dass noch unbesetzt ist...???
wenn ja, ist es mir nicht bekannt...

und die beiden ersten teile fand ich selbst schnell langweilig...das neue assassin creed spielt eben in amerika im 18.jh...das setting gefällt mir mehr als das mittelalter...
spiele auch gerade forza horizon...
ebenfalls grafisch super...spielerisch eben gleich wie alles andere...nur fahrst jetzt eben von einem rennen zum nächsten...na was für eine neuerung...

und selbst hitman kann ja nichts neues mehr zeigen...
trotzdem warte ich seit einem jahr...
eigentlich aber schon seit jahren...
;-)

Komplett neu eh' nicht.

Aber es würde nicht schaden, wenn man wieder auf mehr Umfang und spielerischen Anspruch/Komplexität setzen würde.

Ausserdem gibt es ja auch ausgestorbene/aussterbende Genres. Rundenstrategie? Simulationen? etc.

Mich stören Shooter oder Schleichspiele nicht grundsätzlich. Aber etwas mehr Vielfalt würde nicht schaden. Oder zumindest Spiele, die einfach mehr bieten. Siehe zB. das letzte XCom. Für heutige Verhältnisse grundsätzlich ein tolles Spiel, aber verglichen mit dem Vorgänger wie ein Magersüchtiger nach einer Power-Diät :)

So ein Schwachsinn!

Gerade AC sticht da doch positiv heraus! Natürlich kann man in gewissen Situationen auch blindlings den Rambo spielen, aber so macht AC auch keinen Spaß. Die ganzen Hintergrundrätsel mal ausgenommen. Die Story und Aufbau der Serie ist einfach gut, da gibts in den letzten 5 Jahren kaum etwas dass in die Nähe kommt.

Dieses ganze "ich hab vor 30 Jahren ein 8-Bit Spiel gespielt und das war vieeeeeeel cooler und besser" geraunze ist sowas von lächerlich. TOLL, du bist alt. GRATULATION zu dieser Leistung! Ist halt traurig wenns die einzige Leistung ist, die man vorweisen kann.
Immer nur raunzen, raunzen, raunzen, raunzen wie schlecht nicht alles ist. Ich kanns nicht mehr hören.

einfach weghören, oder weglesen...

auch ohne ihre wortmeldung dreht sich die welt in aller ruhe weiter...
jetzt haben sie es dem alten sack aber gegeben...
lieber alt,als jung, überheblich und dumm ???

ist unhöflichkeit heutzutage schon eine leistung...
in farce-book-zeiten sicherlich...

sie können hier ja auch rote stricherl verteilen...ist das gleiche wie gefällt mir nicht...also praktisch der umgefallene sack reis oder radl zum drücken...
je nach vorlieben...
also sollte man zu einem schlechten produkt nichts mehr sagen dürfen...weil raunzer *pfui*...

wenn man schon mehrere hundert spiele gespielt hat,fällt einem müll halt schneller auf...
ein titel der ewig verschlechtert wird,ist auch eine inferiore leistung...viel geld in nichts investiert...schade um die zeit...

Wie man es richtig macht, zeigst du. Offenbar gefällt dir AC sehr gut - aber du kannst auch die Meinung vom Klingonen akzeptieren und muss ihn jetzt nicht gleich beschimpfen.

Mein Geraunze bedeutet nicht "Ich bin alt und früher war alles besser" sondern viel mehr "ich weiß das es auch anders geht und etwas mehr Vielfalt würde nicht schaden" ...

... aber ich gebe mich gerne geschlagen. Mit so einem jungen und dynamischen Geist, dessen geistige Kapazitäten mit ein paar Stunderl Herumschleichen schon vollauf ausgenutzt werden, da kann und will ich einfach nicht mithalten ;)

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