Kroatische Bauern fürchten sich vor EU

  • In Österreich schaut waren es 2011 34 Eurocent pro Kilogramm.
    grafik: apa

    In Österreich schaut waren es 2011 34 Eurocent pro Kilogramm.

Landwirte und Molkereien können sich im Land auf keinen Preis einigen, mit dem EU-Beitritt rechnet man mit dem Schlimmsten

Zagreb - Die kroatischen Milchbauern haben sich mit den Molkereien bei einer gestrigen Marathonverhandlung im Landwirtschaftsministerium nicht auf einen höheren Abnahmepreis für Milch geeinigt. Seit vergangenen Montag protstieren die Milchbauern und liefern den Molkereien keine Milch mehr. Auch heute, Donnerstag, setzen sie ihre Proteste fort und drohen mit Grenzblockaden, um den Milchimport zu behindern, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina.

47 gegen 32 Cent pro Liter

Die Bauern hatten ursprünglich 4,05 Kuna (0,54 Euro) pro Liter Milch (entspricht 1,02 Kilogramm Milch) gefordert. Die Molkereien bezahlen derzeit rund die Hälfte des Preises. Bei den gestrigen Verhandlungen gingen die Bauern auf 3,5 Kuna (0,47 Euro) hinunter, die Molkereien boten 2,43 Kuna (0,32 Cent). Landwirtschaftsminister Tihomir Jakovina bezeichnete das als ein "korrektes Angebot". Er stellte außerdem Maßnahmen der kroatischen Entwicklungsbank (HBOR) vor, die Umschuldungsprogramme der Kredite der Milchbauern vornehmen könnte.

In Österreich waren es im Vorjahr übrigens 34 Cent, den die Bauern pro Kilogramm Milch bekommen haben.

Bangen vor EU-Beitritt

Abgesehen von den aktuellen Protesten sehen die Milchbauern auch dem EU-Beitritt des Landes am 1. Juli 2013 mit Bangen entgegen, da auch die Milchproduktion in der EU nicht kostendeckend ist. Im kroatischen Thermenort Tuheljske Toplice ging heute eine Konferenz des European Milk Board (EMB), dem Dachverband der Milchviehhalterorganisationen in Europa, zum Thema "Milchproduktion in Kroatien: Chancen und Risiken durch den EU-Beitritt" zu Ende. Der EMB sieht Kroatien mit einer "dramatischen Situation auf dem europäischen Milchmarkt" konfrontiert.

"Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich den kroatischen Freunden dann überhaupt zum Beitritt gratulieren kann", sagte EMB-Präsident Romuald Schaber in einer Aussendung. "Abhilfe kann hier nur eine effektive Mengensteuerung über eine europäische Monitoringstelle für die Milchmärkte bringen", schlägt Schaber vor. (APA/red, derStandard.at, 25.10.2012)

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7 Postings
Ich glaub in dieser EU hat noch kein Bauer um sein Einkommen fürchten müssen.

keine angst ihr kroatischen bauern....

vor lauter förderungen werdet ihr gar nicht wissen, wo und wann ihr das ganze geld ausgeben sollt..... einkommen, einnahmen (heurigen), förderungen alles steuerfrei. ein durchschnittlicher ö-bauer zahlt ca. € 250,- an einkommenssteuer pro jahr!!

die fürchten sich zurecht

Kein Problem liebe Kroatische Großbauern, Ihr müsst nur das ganze industriell aufziehen und das Letzte aus den Tieren rausmästen.
Ach, ihr seid Kleinbauern? Dann interessiert sich die EU wirklich nicht für euch.

Die EU hat das Bauernsterben in Österreich

"verlangsamt" nicht beschleunigt.

Der Strukturwandel hat mit unserem Wirtschaftssystem zu tun, nicht mit der EU. Diese gibt Unsummen aus und federt damit viele Probleme für die Bauern ab.

das glaube ich

Das glaube ich, kroatischer Wein ist von sehr geringer geschmacklicher Qualität und wird zu höchsten Preisen verkauft

Falsch. Man muss nur wissen welchen Wein man kauft :)

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