Computerbauer Kontron will sich in die Gewinnzone sparen

25. Oktober 2012, 14:01

Sparprogramm soll zehn Millionen Euro bringen - Standorte in USA und Schweiz werden geschlossen

Der Verluste schreibende deutsche Kleincomputerbauer Kontron stemmt sich mit einem Sanierungsprogramm und Stellenstreichungen gegen den Abwärtstrend. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen aus dem bayerischen Eching bei einem leichten Umsatzrückgang auf 131 Mio. Euro in die roten Zahlen, wie die Firma am Donnerstag mitteilte.

Kostenbremse

Der Betriebsverlust (Ebit) lag bei 13,3 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte Kontron operativ noch 11 Mio. Euro verdient. Für das Gesamtjahr erwartet Kontron einen Umsatz von 540 bis 550 Mio. Euro nach fast 590 Mio. Euro im Vorjahr.

Der Spezialist für integrierte Computer tritt angesichts massiven Preisdrucks auf die Kostenbremse. In den USA und der Schweiz sollen je ein Standort geschlossen werden und so Arbeitsplätze wegfallen, sagte Vorstandschef Ulrich Gehrmann im Reuters-Gespräch. Zudem werde sich Kontron von einer Beteiligung in Tschechien trennen. Das Geschäft soll zudem zentraler entlang von Kundenbranchen gesteuert und die Aktivitäten in Schwellenländern ausgeweitet werden.

"Da mache ich mir gar keine Gedanken."

Für die Sanierung hat Kontron im abgelaufenen Quartal schon gut zwölf Mio. Euro an Einmalkosten verbucht. Im kommenden Jahr sollen die Einschnitte andererseits zehn Mio. Euro an Kosten einsparen, der Sanierungskurs werde sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen. Im kommenden Jahr werde sich Kontron wieder in die schwarzen Zahlen arbeiten. "Davon können Sie ausgehen", sagte Gehrman. "Da mache ich mir gar keine Gedanken."

Kontron leidet unter dem Sparkurs der Staaten. "Öffentliche Auftraggeber fallen schlichtweg aus. Insgesamt sind fast alle Märkte schwach. Europa ist insgesamt schwach, Amerika hält sich", sagte Vorstandschef Gehrmann.

Durch die schwindende Auftragslage verschärfe sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern, was die Renditen drücke. So würden etwa Bestellungen für teure Militärsysteme oder Züge storniert. Andererseits laufe es in der Energietechnik noch ganz gut. "Unser Basisgeschäft ist eigentlich intakt", sagte Gehrmann und verwies auf den zuletzt um gut ein Zehntel gestiegenen Auftragseingang von 141 Mio. Euro. "Aber unsere Margenzusammensetzung ist nicht gut. Wir müssen margenstarkes durch margenschwaches Geschäft ersetzen." Die staatliche Nachfrageschwäche und der Preisdruck würden auf absehbare Zeit anhalten.(Reuters, 25.10. 2012)

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