Ex-Bankräuber in Wien bekam Beuteanteil

25. Oktober 2012, 13:57

63.000 Euro vom Gericht - Rechtlich völlig in Ordnung

Wien - "Das Wiener Landesgericht hat die Sache von Mai bis Oktober dieses Jahres geprüft. Und weil kein Geschädigter mehr da ist, habe ich das Geld an meinen ehemaligen Mandanten weitergeleitet. Was er damit jetzt tut, das weiß ich nicht." - So kommentierte am Donnerstag der Wiener Rechtsanwalt Herbert Eichenseder eine skurrile Geschichte, die ihm widerfahren ist. Das Landesgericht hatte ihm quasi eine übrig gebliebene Beute - 63.000 Euro - eines ehemaligen Wiener Bankräubers überwiesen.

Mehrere Wiener Zeitungen berichteten am Donnerstag von dem Fall. Der Mann, ehemals ein Bankkassier, hatte vor fast 20 Jahren (1993) zwei Komplizen dazu angestiftet, "seine" Bankfiliale in Wien-Döbling zu überfallen. Erbeutet wurden damals 2,3 Millionen Schilling (heute 167.000 Euro) in Geld, Edelmetallbarren und Goldmünzen. Der Mann wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, kam nach dreieinhalb Jahren frei. Bei dem Prozess hatte er über seinen Anwalt einen Teil der Beute als Wiedergutmachung bei Gericht deponiert.

"Kein Geschädigter mehr vorhanden"

Im Frühjahr 2012 erhielt der Rechtsanwalt plötzlich eine Nachricht des Wiener Landesgerichts auf Bekanntgabe der Kontonummer, auf die man quasi einen übrig gebliebenen Beute-Anteil in der Höhe von 63.000 Euro überweisen wolle. Auch bei der ehemals betroffenen Bank und bei deren Versicherung erklärte man sinngemäß: "Kein Geschädigter mehr vorhanden." Der Wert der ehemals deponierten Edelmetalle hatte sich im Laufe der Jahre so gesteigert, dass eben bei der Verwertung mehr herausgekommen war, als ursprünglicher Schaden entstanden war.

Worauf der Anwalt das Geld bekam - und vor kurzem an seinen Ex-Mandanten weiterleitete. Jedenfalls war er damit ein "ehrlicher Weiterleiter". "Ich hätte es ja auch einstecken können", sagte der Jurist am Donnerstag am Telefon. (APA, 25.10.2012)

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Jeder der hier jetzt den Neid hervorkehrt, gegenüber dem Bankräuber, soll mal bedenken, dass er seine Strafe abgesetzt hat und vorher bei allen die betroffen oder zuständig sind nachgefragt wurde.
Von da wurde das Geld aber abgelehnt, aus unterschiedlichen Gründen.
Deshalb finde ich es ok, wenn der Ex-Bakräuber das Geld bekommt und vielleicht so ein neues Leben starten kann, dass ihn nicht mehr dazu nötigt, eine Bank auszurauben.

Depperte Überschrift.

Kein "Beuteanteil" mit Mascherl, sondern eine vom Täter gezahlte Wiedergutmachungssumme, die das Opfer gar nicht haben nicht wollte. Was soll man sonst damit machen, als sie an den Einzahler zurückgeben ?

"rechtlich in Ordnung"?

Dann ist eben das Recht nicht in Ordnung und gehört schleunigst geändert. Ist da wer - im Nationalrat? Oder hat man da "andere Sorgen"?

das hackt, irgendwie.

was ist mit dem grundsatz, dass man an gestohlenem gut niemals eigentum erwerben kann?

das geld hätte man eher einer wohltätigen organisation geben sollen, gerne auch widmungsverwandt, zum beispiel dem weissen ring.

Freilich wärs nett, das Geld zu spenden, aber dem Staat gehörte es nun mal definitiv nicht. Wenns eine rechtliche Möglichkeit gegeben hätte, es einzuziehen, hätte man die sicher gefunden.

Geld hat kein Mascherl. Schon gar nicht, wenn es überwiesen wird. Ein gestohlener Gegenstand ist individualisierbar als gestohlener Gegenstand. Virtuelle Geldsummen sind austauschbar.

Tja.. wenn man Gold als Spekulations und Währungsmittel einsetzt.. dann verdient man nix anderes.

er hat das geld damals als wiedergutmachung angeboten - ob es teil der beute war, ist rein spekulativ -, keiner wollte es, weil offensichtlich kein schaden entstanden ist, also geht es wieder an ihn zurück... was ist da so kompliziert ?

vielleicht lernen auch die übereifrigen helden hinter dem banktresen daraus, dass bei einem überfall ihre arbeitgeber nicht wirklich geschädigt werden und niemand dafür sein leben zu riskieren braucht: es ist nur geld, sonst nichts!

"die übereifrigen helden hinter dem banktresen"

ja hats denn letztens irgendeinen fall gegeben, wo ein bankkassier held gespielt hätte? wär mir ned im gedächtnis geblieben

Die Kosten des Strafvollzuges

hätten wir ihm nicht abziehen können.

3 x 365 x 100€ = 109.500.-€

Die hat er ohnehin abgearbeiten, und das wäre doppelte bestrafung.

glaube ich nicht, dass der im häfn so viel erwirtschaftet hat, wie er gekostet hat.

Jetzt einmal ganz abgesehen von den Politikern - kommt jetzt eine Welle von "spekulativen Raubüberfällen" auf uns zu in dem die Räuber auf eine Wertsteigerung der ergaunerten Materialien spekulieren? ^^

Wäre das Geld zur Gutmachung,

würden es die Angestellten bekommen, die sicher heute noch den Schrecken von damals spüren!

Der Angestellte war er selber, und Schreck hatte er sicher keinen, weil ja nur seine Komplizen aufgetaucht sind.

Ich denk da eher an

den Weißen Ring.

(Wobei auch die Angestellten als Weißer-Ring-Fall betrachtet werden könnten).

Irgendwas

mache ich falsch.

26.10.2012, 17:26
Der Mann ist ein Anfänger!

63.000 Euro für 3,5 Jahre. Was für ein Stümper!
Der Mensdorff hat für rund eine Woche ca. 400.000 Euro kassiert. Das ist ein Profi.
Gut, bei ersterem wurde die Schuld erwiesen. Bei Mensdorff gilt als unschuldig, da sich sein Auftraggeber von einer Anklage freigekauft hat.

und verbrechen lohnt sich doch...

aber das machen einem die diversen firman ja schon seit jahrzehnten vor, ist also keine überraschung..

Welche firmen machen das vor?
Kriminalisieren sie hier nicht x-beliebig!

Naja Mobilfunkanbieter?

Bauernfängerei zumindest kann's heissen, oder?
Zeitschriftenverlage? (Abo endet automatisch..)
Versandhäuser? (Zinsenfrei....)
Baufirmen? (Ziemlich schnelle Konkurse...)
BANKEN!!! (Verzögerte Überweisungen, regelmässige Habenzinssenkungen....)
Ölfirmen? ("steigender Rohölpreis"- sofort, sinkender Rohölpreis niemals weitergegeben...)
Schaun's einmal nach im wirklichen Leben. Wahrscheinlich reicht hier der Platz nicht aus.

Jetzt kassiert der "kleine Mann" endlich auch einmal wie "die Großen" ab, juhu!

absurd verbrechen zu belohnen. Warum behält das nicht der Staat? Ist eh bankrott!

der Staat ist eh seit längerem, bei Fällen wie diesen, der Begünstigte!

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