Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Schlingel unter sich.

Schokoflocken oder Vollkornbrot zum Frühstück? Ein Smartphone oder ein stinknormales Handy? Kleine Interessenkonflikte gehören zum Familienalltag und fordern manchmal gute Nerven von allen Familienmitgliedern.
Ein Reizthema ist in vielen Familien das Fernsehen. Die Geister scheiden sich an der Frage, was das geeignete TV-Programm für Kinder ist - und was eigentlich einen guten Kinderfilm ausmacht. Disney oder Bullerbü? Das fliegende Klassenzimmer? Klassische Märchenverfilmungen? Mit Schauspielern oder als Zeichentrickfilm animiert? Entweder-oder oder einfach alles zu seiner Zeit?
Über Inhalte und Qualität von Kinderfilmen wird seit 17 Jahren jeden Oktober beim Kinderfilmfestival Schlingel in Chemnitz diskutiert. Das Besondere neben der internationalen Ausrichtung: Hier haben Kinder aus ganz Europa ein entscheidendes Stimmrecht.
Dieses Jahr reisten 18 Kinder aus neun europäischen Ländern an, tauschten eine Woche lang Klassenzimmer mit Kinosaal und wählten als Kinderjury ihre Lieblingsfilme und -darsteller. Wenig verwunderlich weichen die Wertungen der Kinder jedes Mal ein wenig von den Ergebnissen der Erwachsenenjury ab.
So hob das junge Testpublikum heuer den neuseeländischen Film "Kiwi-Flitzer" als Highlight hervor, die Expertenjury dagegen hatte andere Filme favorisiert. Der Film von Regisseur Tony Simpson handelt von einem Seifenkistenrennen im beschaulichen neuseeländischen Städtchen Nelson. Und bringt viel mit, was sich Kinder von einem Film erwarten: jede Menge Humor, Spannung und Tempo.
Die erwachsenen Filmexperten und Medienpädagogen waren mit den Filmdialogen in "Kiwi-Flitzer" nicht so glücklich; sie merkten an, dass die Kinder darin den Tonfall von Erwachsenen hätten. Außerdem sei ein in der Handlung eingeführter Konflikt, nämlich der Tod des Vaters, am Ende nicht aufgelöst worden und habe die jungen Zuseher so mit offenem Ende zurückgelassen.
Konflikte und schwierige Themen - wie viel davon verträgt ein guter Kinderfilm? "Nur nicht zu viele Probleme in einem Film", meint Flora, zwölf Jahre alt, aus Österreich. "Mir kommt es so vor, als ob es in jedem Film um Scheidung, den Tod des Großvaters, Mobbing und andere Konflikte geht", sagt sie. Paul, der gemeinsam mit Flora in der Kinderjury saß, stimmt zu: "Ein Problem pro Film ist für mich wirklich genug."
Überfordern die Erwachsenen mit zu vielen Botschaften, Problemen und Anregungen zur Konfliktbewältigung die Kinder? Johanne aus Dänemark sagt dazu: "Erwachsene wollen, dass Kinder in Filmen nicht Angst bekommen, sondern glücklich werden. Wir Kinder sollen durch Filme lernen können, wie wir uns aus blöden Situationen befreien können, zum Beispiel wenn man in der Schule gehänselt wird."
Damit trifft die Zehnjährige ziemlich genau den Zugang der "Erwachsenen-Jurorin" Britta Wilkening-Barnsteiner: Sie sagt, dass man Probleme in einem Kinderfilm möglichst aus der Kinderperspektive erzählen sollte, damit die Kinder sich im Film wiederfinden. Kindern gehe schnell die Handlung verloren, wenn im Film zu wenig passiert. Das habe mit ihrer geringeren Aufmerksamkeitsspanne zu tun. "Wenn dauernd alle Kinder aufs Klo rennen, stimmt etwas nicht", drückt es die zwölfjährige Flora aus.
Kinder erklären, was aus ihrer Sicht ein guter Kinderfilm ist.
Bei der Präsentation von "Alfi, der kleine Werwolf" musste kein Kind aufs Klo, im Saal war es mucksmäuschenstill. Der niederländische Film wurde unter 103 Beiträgen zum besten Kinderfilm 2012 gewählt. Es ist ein lustiger und spannender Film, der vom Anderssein handelt und durch eine leicht surreale Erzählung von der Verwandlung zum Werwolf in der Vollmondnacht für Kinder leicht nachzuempfinden ist. Auf "Alfi, der kleine Werwolf" konnten sich die kleinen und die großen Zuschauer einigen. Ein Film, bei dem alles stimmt.
Nur ein kleiner Teil der in Chemnitz prämierten Filme erscheint im Kino oder im Kinderfernsehen. Das ist das Dilemma des um Qualität bemühten Films: Man versucht, gute Kinderfilme zu produzieren, diese schaffen es aber oft nur bis zur Präsentation auf Filmfestivals.
Dabei könnten Festivalfilme und die Einschätzungen der Jury den Eltern eine Orientierung geben, welche Filme für Kinder sehenswert sind. Andere Hilfen sind rar und manchmal schwer nachvollziehbar: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) legt zwar die Altersfreigaben für Filme fest, tut das aber eher im Sinn des Jugendschutzes und kümmert sich wenig um qualitative Einstufung und inhaltliche Empfehlung.
Wie also im Erziehungsalltag damit umgehen? Ein Weg wäre es, Filme gemeinsam mit den Kindern anzusehen. Ein Ansatz, den auch "Schlingel"-Juror Paul favorisiert. Der Zwölfjährige mag den Nervenkitzel und das etwas unheimliche Gefühl, das spannende Filme bei ihm erzeugen. Manchmal sind das auch Filme, die der Altersbegrenzung nach eher für Jugendliche geeignet wären. Aber Paul liebt es einfach, "gemeinsam mit der Familie einen Film anzuschauen". Und dabei zu wissen, "dass es ja nur ein Film ist". (mayu, derStandard.at, 26.10.2012)
Info
Zum Kinderfilmfestival Schlingel wurden heuer mehr als 700 Produktionen aus 71 Ländern eingereicht, 103 davon liefen im Wettbewerb. Neben der Fachjury Spielfilm und der Fachjury Kurz- und Animationsfilm werden die Preisträger seit zehn Jahren auch von der europäischen Kinderjury ermittelt. Dieses Jahr verbrachten 18 Kinder aus neun europäischen Ländern eine Woche in Chemnitz. Ausgewählt wurden sie von Partnerschulen oder medienpädagogischen Stellen der jeweiligen Länder.
David LaFerriere versieht seit fünf Jahren die Verpackungen der Pausenbrote seiner Kinder mit Zeichnungen - Entstanden ist ein Dokument rührender väterlicher Zuneigung
In diesem empfehlenswerten Wanderführer werden 55 Outdoor-Tipps für den Wiener Raum besprochen - darunter Fahrradtouren, Zwei-Tages-Unternehmungen und Winterziele
Dara-Lynn Weiss setzte ihre siebenjährige Tochter auf Diät und schrieb ein Buch darüber - Nun erscheint es auf Deutsch
Es ist der Albtraum aller Eltern: Das eigene Kind irgendwo zu "vergessen" und nicht gleich zu bemerken, dass es fehlt
Warum ein Mangel an Zuneigung, aber auch übermäßige Fürsorge dazu beitragen können, dass Kinder von Gleichaltrigen drangsaliert werden
Eine Initiative von österreichischem Buchklub und Bildungsministerium will Kinder (und ihre Eltern) wieder zum Lesen bringen
Ein Bär, ein Drache, ein Kater und ganz viele Schmetterlinge – jede Menge Lesestoff für neugierige Nasen und eine spezielle Einladung für angehende Köche
Die Settings der Spiele basieren zunehmend auf Konflikten und Kriegen - damit ändert sich der "Gesichtsausdruck" der Figuren
Wie flexible Kinderbetreuung funktionieren kann, die Eltern, Kinder und Unternehmen zufrieden macht, zeigen die Flying Nannys
Der ÖAMTC hat die meistverkauften Modelle getestet - mit großteils gutem Ergebnis - Nur ein Modell fällt mit einem "Genügend" ab
Ernährung in Betreuungseinrichtungen ist ein umkämpftes Terrain - Eine Einrichtung kocht jetzt nach Rezepten von Kochkapazunder Helmut Österreicher
Kein Kind gibt gerne zu, ein Opfer zu sein. Umso wichtiger ist es, dass Eltern die Anzeichen für Mobbing rechtzeitig erkennen. Ein neuer Leitfaden hilft dabei
Das Angebot an Ferienlagern ist riesig. Es gibt welche für Kinder, die Schicksalsschläge bewältigen müssen - und geförderte Camps für sozial Schwache
Lange wurde dem Essen im Kindergarten wenig Beachtung geschenkt. Jetzt sind die Ansprüche der Eltern gestiegen - Mütter und Väter wollen mitreden
Die deutsche Autorin und Illustratorin Nadia Budde legt ein zauberhaftes Kleinkinderbuch über Toleranz und Individualität vor
Ab dieser Woche erhalten 10.000 Kinder kostenlos Trinkflaschen - Stadt Wien: Aktion verbindet Gesundheit mit Nachhaltigkeit
Wie finden Kinder lustvollen Zugang zu Bewegung und gesunder Ernährung? Welche Rolle spielen Vorbilder und die Schule? Ein Gespräch mit drei Experten
Wer die motorischen Fähigkeiten der Kinder schult, trägt zur Unfallvermeidung bei
Kinder sollten bei der Urlaubsplanung mitreden. Experten raten Eltern, vor der Reise möglichst viel Information einzuholen – und einen "Plan B" zu haben
Der "Negerpapa" wurde bereits in die Südsee geschickt. Darf man "böse" Wörter aus Kinderbüchern streichen - oder muss man sogar?
In nur noch einem Drittel aller österreichischen Haushalte leben Kinder - weil Paare älter werden, aber auch, weil sie weniger Kinder bekommen
Einzelunterricht im Lerninstitut kostet mittlerweile bis zu 35 Euro pro Stunde – Die "Luxusfächer" sind Mathematik und Rechnungswesen
Frühling, Piraten, Inseln und Prinzessinnen: Viel guter Stoff für kleine Leseratten, die die Welt verstehen wollen und sich auf den Osterhasen freuen
Einwendungen werden laut neuem oberösterreichischem Baurecht nicht mehr möglich sein - ÖVP: Erstes Bundesland, das Klagen unterbindet
Wenn es schmeckt, dann ist es im Zweifel Pizza. Speziell, wenn sie wie in der Pizzeria Riva von original neapolitanischer Art ist
Die Produktion von Dingen speziell "für Knder" ist in meiner Wahrnehmungswelt immer mit "Brav sein, Goschen halten, unauffällig bleiben" konnotiert. Oder bestenfalls mit "Jetzt zeigen wir Dir einmal, welche Proleme auf Dich zukommen werden und verpassen Dir ein Rezept, wie Du da dann herauskommst, weil das geht immer so, wie wir das tun, vertrau uns und mach, was wir sagen, dann wird alles gut!" Abgeschlossene Geschichten vermitteln den Eindruck, dass im Leben immer alles schön abzuschließen geht nur das ist einfach nicht wahr. Viele Sachverhalte bleiben offen oder mehrschichtig. Es gibt viele tolle Dinge "für Erwachsene", die auch toll für Kinder sind z.B Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts". Vorgelesen, kommentiert, Volltreffer!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.