44-Jähriger erklärte sich in Deutschland zweimal für tot

25. Oktober 2012, 12:16
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Prozess in Aachen: Mann wollte mit selbst ausgestelltem Totenschein Haftstrafe entgehen - Bezog für nicht existente Ehefrau Hinterbliebenenpension

Aachen - Zweimal hat er sich für tot erklärt, nun steht ein mutmaßlich notorischer Betrüger vor dem Aachener Landgericht: Der 44-jährige Mann habe mit einem für sich selbst ausgestellten Totenschein einer zuvor verhängten Haftstrafe entgehen wollen, stellte Staatsanwalt Michael Jung am Donnerstag beim Prozessauftakt fest. In dem aktuellen Verfahren ist er wegen gewerbsmäßigen Betrugs und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung in 21 Fällen angeklagt. Der Schaden betrage über 100.000 Euro.

Während eines laufenden Revisionsverfahrens habe sich der Mann im November 2006 einen Totenschein unter dem Namen eines nicht existenten Arztes ausgestellt und die Sterbeurkunde dem Bundesgerichtshof (BGH) zukommen lassen. Nach der Todesnachricht habe der BGH das Verfahren gegen den aus Roetgen in der Eifel stammenden Mann eingestellt. Damit sei auch die verhängte dreijährige Haftstrafe wirkungslos gewesen. Der Betrug flog auf, als die Polizei entdeckte, dass es einen Arzt dieses Namens nicht gibt.

2009 soll sich der Mann, der zuletzt in einem belgischen Grenzort lebte, wieder für tot erklärt und für seine nicht existierende Ehefrau bei der Berufsgenossenschaft Hinterbliebenenpension bezogen haben - insgesamt rund 80.000 Euro. Dadurch habe er sich ein regelmäßiges Einkommen sichern wollen. (APA, 25.10.2012)

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