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Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi will die Prediger des Landes für seine Zwecke einspannen. Mursi, der von den Muslimbrüdern für das Präsidentenamt nominiert worden war, sagte in einer Fernsehansprache am Mittwochabend, die Prediger sollten "unter den Menschen das rechte Wort verbreiten, um die Nation im Sinne der wahren Religion zu erziehen, damit sie wissen, was der Islam wirklich bedeutet". Die Ägypter sollten lernen, zu arbeiten und sich auf sich selbst zu verlassen.
Um die Prediger auf Kurs zu bringen, will Mursi in der kommenden Woche ein Komitee unter Leitung von Ministerpräsident Hisham Kandil einrichten. Dieses Komitee soll sich mit dem Inhalt der Predigten befassen. Die Muslimbruderschaft hatte nach ihrem Erfolg bei der Parlamentswahl Anfang des Jahres erklärt, die "Umerziehung" der Bürger sei Teil ihres Projektes der "islamischen Renaissance". (APA, 25.10.2012)
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:) die prediger sollen also die ägypter zur arbeit "motivieren" (als hätten die vorher nicht eh schon gearbeitet), ein ministerpräsi (und ein Komitee) das den inhalt der predigten ausarbeiten soll..., eine prise nationalismus und gut ist.
der plan ist alt, aber gut
naja, gewählt ist gewählt
Die Muslimbrüder sind sehr welt- orientiert. Nicht Spiritualität steht im Mittelpunkt, sondern soziales und politisches Engagement. Dazu kommt eine panarabische und ägyptisch- nationalitische Note hinzu.
Sie predigen eine Art islamischen Kapitalismus. Das war nicht immer so, ein Said Qutb hatte eher islamisch- sozialistische Vorstellungen vom Staat.
Es gibt viele Ähnlichkeiten mit der amtierenden türkischen islamischen Partei, der AKP.
Während z. B. die Derrwischorden Spiritualität, die Wahhabiten/Salafisten die Ausrottung alles Unislamnischen, die Modernisten eine Neuorientierung in Theologie und Staats- sowie Gesellschaftsrecht betonen ...
mMn brauchen wir in dieser materiellen Zeit aber mehr Spiritualität als Islamkapitalismus.
Der Mann ist gefährlich, wer Leute um erziehen will, verachtet die Freiheit der Bürger. Muslimbrüder sind auch nichts anderes als Islamisten mit nur einem freundlichen Gesicht. Aber die Taten sprechen eine eindeutige Sprache. Der Präsident will nun auch die totale Kontrolle über die Gruppierungen und Splitterungen des Islams und ALLE MÜSSEN nur mehr nach seinem Verständnis des Islams denken. Das ist nur Verachtung von Andersdenkende und Diktatur.
Immer wieder lustig wie Theokraten zu überzeugen versuchen, dass ein mehr an Religion zu Wohlstand und Freiheit führt.
Wenns nicht klappt sind jene schuldig, die entweder gar nicht glauben, das falsche glauben oder nicht stark genug glauben.
Dass man durch anti-aufklärerischer Bildung (ein Buch auswendig lernen etc), Ständestaat (Moslems-Dhimmi-Kuffar), Einschränkung der Freiheitsrechten (Frauen, Andersgläubige usw usf) und Prüfung von allem auf die Gesetze des einen oder anderen Gottes hin (die Anzahl an Patenten und neuen Büchern sprechen für sich) Ägypten zu altem Glanz zurückbringt, glauben wohl nur die Muslimbrüder.
Btw, interessant, dass einer der ersten Muslimbrüder ein gerngesehener Gast in den 30er und 40er Jahren in Berlin war.
Muslimbrüder und andere Fundamentalisten waren zu tausenden in diverse Freiwilligenverbänden organisiert und der Wehrmacht unterstellt. Bei der SS gabs auch mehr als genug.
Die ideoligischen Gemeinsamkeiten sind auch interessant. Judenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Stände-Ordnung, Untermenschen, gegen Kunst und Pressefreiheit usw usf...
wenn man sich damit befassen wuerde, was die Prediger zu denen Mursi am Freitag so geht, zu sagen haben. Und das ist schon eher extrem - besonders wenn es um Israel geht.
Aber dann hat sich ja auch fast niemand darum gekuemmert was Obamas "Pfarrer" so von der Kanzel gepredigt hat.
Ich, alles andere als ein Fan Mxhammeds, denke dass sich hier einige Poster (trotzdem) irren. "Umerziehen" ist hier offensichtlich dahingehend gemeint, dass das Volk auf dem gewohnten Weg (nämlich auf dem der Religion - alles andere würde wahrscheinlich kurz- bis mittelfristig nix bringen) klarzumachen, dass sie nicht mehr der islxmischen Prädestinationslehre folgen sollten, sondern dass Glück in die eigenen Hände nehmen müssen. Sich quasi nicht mehr auf das Wohlwollen Allxhs verlassen können, sondern nur auf sich selbst! Nur so kann man seine (Mursis) Erklärung im Zusammenhang mit dem Wort "Renaissance" verstehen. Die Botschaft ist modern - das Vehikel leider noch alt. Es bleibt zu hoffen, dass aus dem Eselskarren mal ein Sportwagen wird
Ich durfte vor 2 Wochen einen vollen Leserkommentar im Onlinestandard mit dieser Bitte an die Islamvertreter schreiben "Wie formuliert man den Islam in Österreich". Es kamen hunderte Postings und sehr viele stellten diese Frage als dumm hin, weil "DEN Islam gibt es ja nicht". Dies ist auch die offizielle Lieblingsformel all unserer PolitikerInnen und Medien zum Islam "DEN Islam gibt es nicht, denn er existiert in so vielen Traditionen und Auslegungen." Wenn nun der ägyptische Präsident verlangt, seine Leuten sollten aber die wahre Lehre kennen, ist an meinem Anliegen doch was dran: was sagt der Islam, welchen Islam lehren unsere IslamvertreterInnen in Österreich.
aber nach allem was ich von der Religionsauffassung der Muslimbrüder weiß, könnte das auch ein Schritt weg vom Islamismus in den Moscheen hin zu einem gemäßigten, modernisierbaren Islam sein.
Die Trennung von Staat und Kirche ist ein sehr hohes Gut. Schade, dass die Gesellschaft Ägyptens noch nicht so weit ist. Auch wenn es sich jetzt seltsam anhört, aber vielleicht ist dieser Schritt sogar ein Schritt in diese Richtung. Irgendwann in der Zukunft.
lol
Klar versuchen sie sich abseits der Salafisten zu positionieren, aber beide posaunen ins gleiche Horn. Wo da der qualitative Unterschied sein soll weiss ich nicht.
Auch die AKP in turkiye ist "gemässigt konservativ", fordert aber einen Schleier für Frauen, und unterstützt die Salafisten gegen Syrien.
Wo ist da der echte Unterschied bitte? Das ist alles ein fanatischer, radikaler Haufen.
Für den Islam ist es ein Problem, denn es GIBT keine "gemässigten" Kräfte mehr. Das sind alles Fanatiker.
...hat ein poster prophezeit, dass nordafrika in 10 jahren für europäer eine "no go area" sein wird.
ich habe das für maßlos übertrieben gehalten...wahrscheinlich habe ich mich geirrt....
... mittelalter für die betroffenen und die layzistischen bevölkerungsanteile ist, auch dumme mehrheitsentscheidungen muss man als demokrat akzeptieren.
realpolitisch ist das nicht so schlecht, wenn ein potentieller konkurrent sich selbst in beide knie schießt - n-afrika hätte ein riesiges potential und zusammen mit zentralafrika ein starkes hinterland und einen riesigen markt.
daraus dürfte bei einer totalen islamisierung nichts werden. für europa wäre damit die zielrichtung der nachbarschftspolitik nach osten vorgegeben.
kann in einen demokratischen Verfassungsstaat möglicherweise verhindert werden, in dem unveränderliche Verfassungsartikel Menschen- und Bürgerrechte schützen und ein Widerstandsrecht in der Verfassungs verankert ist.
Das basiert einerseits auf der Unveräußerlichkeit der Menschenwürde und andererseits auf der Erfahrung der Selbstentmachtung von Parlamenten, z.B. durch das von einem frei gewählten Parlament beschlossene Ermächtigungsgesetz durch das die Diktatur der NSDAP in Deutschland verankert wurde.
Solange es eine engagierte Minderheit geben würde, die um die Bedeutung o.g. Verfassungsartikel wüßte, und auch über die für den Widerstand notwendigen Waffen verfügte, wäre der Weg ins Mittelalter theoretisch verbaut.
... die zehn gebote sondern menschenwerk. sie müssen veränderbar sein, um veränderten gesellschaftlichen realitäten zu entsprechen. wäre heute noch dei verfassung von 1848 in kraft, würden wir sehr unglücklich sein.
insbesonders in einem demokratischen rechtsstaat gibt es klare regeln zur änderung der verfassung.
unveränderliche verfassungen sind da ein widerspruch an sich.
Die engagierte minderheit hat nach dem selbstverständnis einer demokratie nur die möglichkeit, verfassungsänderungen, die von der mehrheit getragen werden politisch zu bekämpfen. andernfalls sind sie nicht besser als die farc oder die raf.
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