Schlichtes Besteckmesser teilt Tabletten oft besser

25. Oktober 2012, 12:18
  •  Eine Kerbe auf der Tablette sagt noch nichts über ihre Teilbarkeit aus, denn 
dabei kann es sich auch um eine so genannte "Schmuckkerbe" handeln, betont VKI-Gesundheitsexpertin Bärbel Klepp.
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    Eine Kerbe auf der Tablette sagt noch nichts über ihre Teilbarkeit aus, denn dabei kann es sich auch um eine so genannte "Schmuckkerbe" handeln, betont VKI-Gesundheitsexpertin Bärbel Klepp.

Der VKI testete acht Tablettenteiler. Das Ergebnis ist ernüchternd - schließlich landete ein herkömmliches Messer auf dem dritten Platz

Wien - Um die nötige Dosierung zu erreichen, werden viele Tabletten vor der Einnahme geteilt. In einigen Fällen ist es sogar unerlässlich, da sich beispielsweise die benötigte Dosis mit der Zeit ändert. So sind etwa viele Herz-Kreislauf-Patienten, die einen Blutverdünner einnehmen, damit vertraut, die Dosis immer wieder anzupassen. Manche Patienten tun es aber auch schlicht deshalb, weil sie so Geld sparen wollen - etwa wenn man für die einmal entrichtete Rezeptgebühr mit dem höher dosierten Präparat doppelt so lange auskommt wie mit dem niedriger dosierten Arzneimittel. Tabletten korrekt zu teilen ist jedoch wichtig, da es bei einer ungenauen Teilung unter Umständen sogar zu einer gefährlichen Über- oder Unterdosierungen kommen kann.

Manche Tabletten lassen sich trotz Bruchkerbe jedoch nicht so einfach entzweibrechen, besonders von älteren Patienten, die oft motorisch eingeschränkt sind. Für den Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) wurden zwei Präparate ausgewählt, mit denen Patienten erfahrungsgemäß ihre Probleme beim Teilen haben. Insgesamt haben sechs Probanden zwischen 62 und 76 Jahren acht handelsübliche Tablettenteiler getestet. Darüber hinaus wurden die Tabletten auch per Hand und mit einem Besteckmesser geteilt.

Eindeutiger Testsieger war der Tablettenteiler von Pill Splitter ACU-LIFE. Erstaunlich gute Ergebnisse gab es im Vergleich dazu mit einem schlichten Besteckmesser: Dieses reiht sich punktemäßig an dritter Stelle mit einem „gut" ein. Der Rest der Produkte kam - ebenso wie das Teilen per Hand - nicht über eine durchschnittliche Bewertung hinaus.

Nicht teilbare Tabletten

Problematisch ist es, wenn Tabletten geteilt werden, die gar nicht dafür vorgesehen sind. Definitiv ungeeignet zur Teilung sind die meisten Antibiotika, Pilz-, Tuberkulose- und Krebsmittel, Virustatika, Immunsuppressiva sowie Hormonpräparate. Auch die Arzneimittelformulierung - also die Art der "Verpackung" kann einen Hinweis geben - so sind Kapseln oder überzogene Tabletten für die Teilung tabu. Denn die Überzüge erfüllen bestimmte Aufgaben, wie die Aufbewahrung flüssiger Wirkstoffe, das Überdecken eines unangenehmen Geschmackes oder die gesteuerte Abgabe des Wirkstoffes (beispielsweise erst im Darm).

"Da die Gebrauchsinformation bedauerlicherweise nicht immer ausreichend Aufschluss über die Teilbarkeit einer Tablette gibt, raten wir dazu, sicherheitshalber immer in der Apotheke nachzufragen, bevor man eine Tablette teilt. Lassen Sie sich nicht von einer Kerbe auf der Tablette verleiten, denn dabei kann es sich auch um eine so genannte Schmuckkerbe handeln", so die VKI-Gesundheitsexpertin Bärbel Klepp.

"Aufpassen sollte man auch, wenn von einem teilbaren Medikament auf ein wirkstoffgleiches Nachahmprodukt (zum Beispiel Generikum) gewechselt wird . Denn Wirkstoffgleichheit heißt nicht automatisch, dass das Medikament für eine Teilung geeignet ist. Sicherheitshalber sollte man das im Vorfeld abklären", ergänzt Klepp.

"Besonders erstaunlich waren die schlechten Teilungsergebnisse der Handteilung. Da eine gute Hand-Teilbarkeit Voraussetzung für die Zulassung zur Teilung ist, fragt man sich, ob diese nicht auch im Rahmen des Zulassungsverfahrens durch Laien überprüft werden sollte", resümiert die Gesundheitsexpertin. (red, derStandard.at, 25.10.2012)

Weitere Details zum Test gibt es auf www.konsument

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ein pillenteiler... sachen gibts!

ich finde das thema echt langweilig

:)

Befindet sich ein smiley auf der Tablette dann darf diese auf keinen Fall geteilt werden sondern muss von jedem für sich allein genascht werden.

Wenn der VKI testet...

Ich kann mich an einen Test in "Konsument" erinnern, wo sie PS1 und N64 testeten.

Die Argumentation war: "Dieselben Spiele erscheinen da wie dort, man kann also nur Stromverbrauch und Lautstärke testen - der Rest ist ident" - und das taten sie dann auch... Kein Witz.

Tests des VKI beurteile ich daher gleich Aussagekräftig, wie wenn eine Kuh übers Radfahren berichtet...

ich bin noch jung...

und trotzdem gibt es medikament die ich unfaehig bin mit der hand zu teilen und mit dem messer ist es muehsam - z.b. schmerztablette ibuprofen 400mg - ist eine runde tablette mit kerbe, bei der man sogar mit messer einiges an kraft anwenden muss.

es gibt auch andere vor allem runde tabletten, die man einfach nicht haendisch teilen kann und doch teilen muss, wegen der dosis.

taeglich da mit dem messer herumzuhantieren ist wirklich nicht sehr praktisch und auch manchmal gefaehrlich, wenn sich man gerade im schwachen zustand befindet.

ich habe deswegen tatsaechlich von meinem arzt eine teilungsdose bekommen, war total ueberrascht dass es sowas gibt und will es nicht mehr missen. eine bloede unannehmlichkeit weniger

Der Nachteil beim Messer ist, daß die Tablette zwar geteilt wird, sich die beiden Hälften aber dann oft irgendwo im Zimmer befinden.

Schutzbrille tragen!

Musst nicht sein - eine stinknormale Sonnenbrille aus dem Shop bei der Tankstelle hat im Test den dritten Platz erreicht.

Das schreit doch geradezu nach einem IG-"Nobelpreis"...

Ich nehme immer einen Fuchsschwanz

nach etwa 10 Versuchen habe ich dann eine halbe Tablette. Die zerbröselten anderen 9 entsorge ich dann als Sondermüll. So spare ich bei Medikamenten.

Ich breche meine Tablette, wenn ich sie - selten genug - brauche, händisch am Falz auseinander. Ich wusste gar nicht, dass es zum Teilen Instrumente gibt. Und schließe mich den Vorpostern an - geht´s noch???

Super! Kommen Sie bitte künftig zwei mal täglich bei meiner Oma vorbei, um deren Tabletten zu teilen? Sie ist schon 89 und tut sich da ein bisschen schwer. Ich erkläre ihr inzwischen, dass sie den Tablettenteiler jetzt nicht mehr braucht.

dem 80 jährigen arthitispatienten trauen sie die feinmotorik auch zu?

""besonders von älteren Patienten, die oft motorisch eingeschränkt sind""

wie waers mit artikel lesen?

Ich hab's nicht glauben können, bevor ich's selber gelesen hab - geht's euch noch gut?! Für so an Schas verscheißts ihr Zeit?! Und kriegts dann Geld dafür auch noch?!

bezahlte bayer anzeige - nur nicht ärgern

bayer stellt seit neuestem Buttermesser her?

Die Industrie sollte auf "Schmuckkerben" verzichten

Es sollten nur Tabletten, welche zum Teilen geeignet sind, mit Bruchrillen - bzw ähnlichen optischen Merkmalen - ausgestattet werden.

ehrlich, die idioten sind doch die, die sich so ein gerät wirklich kaufen oder?!?

Werd mal ..

.. 80. Dann erzähl das noch mal.

auch mit 80 kann man ein butterbesser verwenden. und wenn das nicht geht dann geht auch der pill splitter nicht mehr...

o jegerl, sie haben keine vorstellung von geriatrischen patienten......

wissens wieviele tabletten das manchmal sind? gerade mit dem testsieger, welcher im artikl erwaehnt wird, geht das wirklich sehr schnell, auch wenn man/frau eben motorisch nicht mehr ganz fit ist und ohne verletzungsgefahr......

wenn sie die kraft für den pill splitter haben dann wohl auch für das buttermesser und wenn nicht dann eben für beides nicht. die verletzungsgefahr beim butterbesser ist ebenfalls gleich 0.

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