Nach "Farmville": Zynga sucht sein Heil in Glücksspielen

Verlust weitet sich aus - Österreichisch-britische bwin.party als Partner

 Der "Farmville"-Erfinder Zynga setzt nach abermals roten Zahlen auf das Glücksspiel. Der Spezialist für Online-Games kündigte am Mittwoch Poker- und Casino-Spiele wie Roulette oder Blackjack mit echtem Geld für den britischen Markt an. Sie sollen im ersten Halbjahr mit dem börsenotierten österreichisch-britischen Internetglücksspielkonzern bwin.party als Partner gestartet werden.

Minus

Im dritten Quartal spielte Zynga einen Verlust von 52,7 Millionen Dollar (40,34 Mio. Euro) ein. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich nur noch um magere drei Prozent auf 316,6 Millionen Dollar, wie Zynga am Mittwoch nach US-Börsenschluss bekannt gab.

Die Aktionäre, die in den vergangenen Monaten mit ansehen mussten, wie sich ihre Investitionen in den vermeintlichen Börsenstar in Luft auflösten, sollen zusätzlich mit einem Aktienrückkauf im Wert von 200 Millionen Dollar besänftigt werden. Die Aktie legte nachbörslich um rund 14 Prozent zu. Auch damit lag sie allerdings erst bei gut 2,40 Dollar, während die Anleger beim Börsengang Ende vergangenen Jahres noch einen Ausgabepreis von 10 Dollar bezahlen mussten.

Stellenabbau

Zynga war mit Simulationen auf der Facebook-Plattfrom wie etwa "Farmville" oder "Cityville" groß geworden, das Interesse der Spieler ließ zuletzt jedoch merklich nach. Zynga-Gründer Mark Pincus ließ schon mehrfach durchblicken, dass er eine Zukunft im Glücksspiel-Geschäft sieht. Erst am Dienstag kündigte Zynga den Abbau von rund 150 Stellen an - rund fünf Prozent der Belegschaft. Mehrere Spiele werden aufgegeben. (APA, 25.10.2012)

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