Im Winterhafen der Vogelkundler

26. Oktober 2012, 16:57
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Eine Streckenwanderung zwischen Fischamend und Maria Ellend führt in die Wildnis - die S-Bahn bleibt aber in Reichweite

Der unterste Teil der Fischa - vom 2010 errichteten Hochwasser-Sperrwerk nahe der Autobahnbrücke bis zur Mündung in die Donau - erweist sich als beeindruckende Wildnis mit versumpften Bereichen, beachtlichen Schilfbeständen und ausgedehnten Wasserflächen, die zahlreichen Vogelarten wie Grau- und Silberreihern, Schwänen und Enten ideale Lebensbedingungen bietet. Selbst der Seeadler taucht hin und wieder auf. Die Flussmündung friert nur in besonders kalten Perioden zu, weshalb sie zwischen 1868 und 1902 von der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft als Winterhafen genutzt wurde. Das durch die Strömung eisfreie Wasser zieht die Gefiederten wie ein Magnet an.

Allein der Weg bis zur Fischamündung ist schon überaus lohnend. Bezieht man den Haslauer Arm - an dessen Ufern die Biber unverkennbare Spuren hinterlassen haben - in die Tour ein, ergibt das eine erlebnisreiche Wanderung in einer landschaftlich idyllischen und abwechslungsreichen Region. Ein Fernglas und eventuell ein Vogelbestimmungsbuch sollte man mithaben.

Amtskarte mitnehmen!

Die Route ist allerdings nicht markiert und nur teilweise in der zum Nationalpark gehörenden Zone beschildert, die Bundesamtskarte leistet als Orientierungshilfe gute Dienste.

Die Wanderung kann auch nicht bei hohem Wasserstand der Donau und der Fischa absolviert werden, weil dann die Traversen unpassierbar sind. Zwischen dem Ausgangs- und dem Endpunkt bestehen gute Verbindungen mit der Schnellbahn. Zu den angegebenen Gehzeiten sind natürlich die Aufenthalte für die Vogelbeobachtung und dergleichen einzurechnen.

Die Route: Von der Kirche in Fischamend wandert man am rechten Ufer des Flusses zum Hochwasser-Sperrwerk, unterquert die Autobahn und folgt weiter dem Fahrweg. Nach dem Parkplatz des Fischereivereins Maria Ellend steigt der Weg an, kurz darauf zweigt man nach links auf einen breiten Weg ab, der bald zu einem schmalen Pfad wird, auf dem man eine Traverse und einen Graben überquert. Danach wandert man weiter zur Mündung der Fischa. Gehzeit ab der Kirche eindreiviertel Stunden. 

Abkürzung möglich

Auf dem Treppelweg wandert man in etwa einer Dreiviertelstunde stromabwärts bis zur Haslauer Traverse und wechselt an das südliche Ufer des Haslauer Arms.

Auf einem Fahrweg, der bald zu einem schmalen Steig am Rande der steilen Uferböschung wird, geht es nach Westen, schließlich erreicht man am Ende des Altarms die Abzweigung, der man nach links bis Maria Ellend folgt. Gehzeit ab Haslauer Traverse eine Stunde.

Die Wanderung kann um etwa eine Stunde verkürzt werden, wenn man die beschilderte, etwa einen Kilometer unterhalb der Fischamündung liegende Traverse für den direkten Zugang zum Endpunkt Maria Ellend benützt. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 27.10.2012)

  • Unter anderem fühlen sich Silberreiher hier besonders wohl.
    foto: apa

    Unter anderem fühlen sich Silberreiher hier besonders wohl.

  • Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz rund 30 m. Kein Stützpunkt an der Strecke, Gaststätten in Maria Ellend. ÖK25
 V Blatt 5326-Ost (Fischamend) und 5327-West (Bruck an der Leitha), 
Maßstab 1:25.000. Den Wasserstand der Donau findet man im ORF-Teletext 
auf Seite 618.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz rund 30 m. Kein Stützpunkt an der Strecke, Gaststätten in Maria Ellend. ÖK25 V Blatt 5326-Ost (Fischamend) und 5327-West (Bruck an der Leitha), Maßstab 1:25.000. Den Wasserstand der Donau findet man im ORF-Teletext auf Seite 618.

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