Russischer UNO-Botschafter über Journalisten bei der UNO erbost

25. Oktober 2012, 07:53
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Diplomaten: Tschurkin forderte Entzug von Akkreditierungen wegen Berichterstattung über nicht-öffentliche Syrien-Sitzung

New York/Damaskus - Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin hat die Vereinten Nationen zu Sanktionen gegen Medienvertreter aufgefordert, die Informationen aus einer Sicherheitsratssitzung hinter verschlossenen Türen über Syrien verbreitet haben. Tschurkin widersprach am Mittwoch in New York zwar Angaben von Diplomaten, wonach er den Ausschluss der Medienvertreter gefordert hatte. Er habe aber von der Verwaltung ein hartes Durchgreifen gegen solche Berichterstattung verlangt.

Nach Angaben von UNO-Diplomaten forderte Tschurkin, dass den Journalisten die Akkreditierungen entzogen werden sollten. Außerdem müsse die UNO-Verwaltung gegen die Diplomaten vorgehen, die die Informationen aus der Syrien-Sitzung weitergegeben hätten. "Er war ziemlich verärgert", sagte ein Teilnehmer des Treffens mit Tschurkin. "Es war alles etwas chaotisch", beschrieb ein anderer die Szene. Beide Diplomaten wollten nicht namentlich genannt werden.

Tschurkin war erzürnt darüber, dass Diplomaten Einzelheiten aus der Sicherheitsratssitzung mit dem internationalen Syrien-Gesandten Lakhdar Brahimi an Medienvertreter weitergegeben hatten.

Tschurkin sagte auf Nachfragen, ob er den Rauswurf von Journalisten gefordert habe: "Ich habe diese spezielle Forderung nicht gestellt, aber wir hatten eine ziemlich emotionale Diskussion heute." Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass wie am Mittwoch geschehen, Informationen aus geschlossenen Sitzungen an die Öffentlichkeit getragen worden seien. "Wir glauben, dass das falsch ist und wir haben das Generalsekretariat gebeten, sich der Sache anzunehmen", sagte der Botschafter. Journalisten sollten die "Vertraulichkeit" solcher Sitzungen respektieren, andernfalls müssten sie mit "Konsequenzen" rechnen. (APA, 25.10.2012)

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