Israel und Hamas halten Waffenruhe ein

25. Oktober 2012, 16:59
199 Postings

EU-Außenbeauftragte Ashton in Jerusalem und Ramallah

Jerusalem/Gaza/Brüssel - Eine zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelte Waffenruhe ist am Donnerstag eingehalten worden. Seit Mittwochabend seien keine Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel angefeuert worden und es habe auch keine israelischen Luftangriffe gegeben, erklärte Israels Militär. Die Palästinenser bereiteten sich auf das Opferfest (Eid al-Adha), eines der wichtigsten muslimischen Feste, vor.

Angesichts der ruhigen Nacht öffneten am Donnerstag die Schulen im Süden Israels nahe der Grenze zum Gazastreifen wieder, nachdem sie am Mittwoch geschlossen geblieben waren. Außerdem wurde der von Hamas geleitete Kontrollposten Beit Hanoun im Norden des Palästinensergebiets, der am Mittwoch ebenfalls wegen der Gewalt geschlossen war, wieder geöffnet. Dieser führt zum Grenzübergang zu Israel. Auf israelischer Seite öffnete entsprechend auch der Grenzübergang Erez wieder.

Lage beruhigt

Die zwischen beiden Seiten nach übereinstimmenden Angaben ausgehandelte Waffenruhe war in der Nacht zu Donnerstag um Mitternacht in Kraft getreten. In den 24 Stunden zuvor waren rund 80 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Israel reagierte mit mehreren Luftangriffen. Bei der Gewalt waren vier Palästinenser getötet und in Israel zwei thailändische Arbeiter schwer verletzt worden.

Ein ranghoher Vertreter im israelischen Verteidigungsministerium, Amos Gilad, bestätigte, dass sich die Lage beruhigt habe. Er lobte zudem die "wichtige Rolle der Ägypter". Israels stellvertretender Regierungschef Silvan Shalom erklärte zudem, die amtierende ägyptische Führung unter Präsident Mohammed Mursi gehe schärfer gegen die den Gazastreifen regierende Hamas vor als dessen Vorgänger Hosni Mubarak. Die Hamas habe geglaubt, mit Mursi nun mehr Freiheiten zu haben, erklärte Shalom. Doch das Gegenteil sei der Fall.

Vor dem Hintergrund der Eskalation war die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Mittwoch mit israelischen Regierungsvertretern, darunter mit Regierungschef Benjamin Netanyahu und Präsident Shimon Peres, in Jerusalem zusammengetroffen. Peres bezeichnete die Raketenangriffe auf Israel nach dem Treffen mit Ashton in einer Erklärung als "inakzeptabel". Ashton habe angesichts der Eskalation "Zusammenarbeit und Verhandlungen" gefordert, hieß es weiter.

Am Mittwochabend kam Ashton mit dem palästinensischen Regierungschef Salam Fayyad in Ramallah im Westjordanland zusammen. Am Donnerstag wollte sie Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas treffen. (APA/red, derStandard.at, 25.10.2012)

Share if you care.