Männer in Armeeuniformen töteten angeblich Zivilisten

Tuareg: Nomaden Anfang der Woche verschleppt

Bamako - In Mali sind nach Angaben von Tuareg-Vertretern mehrere Zivilisten von Männern in Uniformen der malischen Armee getötet worden. Die Uniformierten hätten am Montag eine Gruppe Tuareg gestoppt, die auf dem Weg nach Mauretanien gewesen sei, und neun Zivilisten festgenommen, hieß es aus der Tuareg-Gemeinschaft in der zentralmalischen Stadt Diabali am Mittwoch.

Die Männer seien getötet worden beziehungsweise seitdem verschwunden. Die malische Regierung wollte sich auch auf mehrfache Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern.

Die Internet-Nachrichtenagentur Sahara Media berichtete unter Berufung auf einen Zeugen, eine Armeepatrouille aus der Kaserne Diabali habe die Gruppe in der Nähe zur mauretanischen Grenze angehalten und neun ihrer Mitglieder entführt.

Fünf Entführte verschwunden

Ein malischer Militärangehöriger sagte laut Sahara Media, die Patrouille sei dann mit vier Leichen in die Kaserne zurückgekehrt, die fünf anderen Entführten seien verschwunden. Diese Angaben wurden der Nachrichtenagentur AFP durch Mitglieder der Tuareg-Gemeinschaft in Diabali bestätigt.

Ein Vertreter der Tuareg-Rebellen der Nationalen Bewegung der Befreiung von Azawad (MNLA) in Burkina Faso sagte, die Soldaten hätten die vermeintliche MNLA-Mitgliedschaft der Opfer als Vorwand für die Tötung der Zivilisten genutzt. Laut Sahara Media kamen die beteiligten Soldaten aus derselben Einheit, deren Mitglieder für den Tod von 16 muslimischen Männern am 8. September verantwortlich gemacht werden, die auf dem Weg zu einer religiösen Konferenz in Malis Hauptstadt Bamako waren.

Die Bundesregierung plant im Rahmen eines internationalen Militäreinsatzes in Mali, afrikanische Truppen auszubilden. Eine Eingreiftruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) soll - mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats und westlicher Hilfe - islamistische Rebellen aus dem Norden Malis vertreiben.

Diese hatten im Frühjahr zusammen mit Tuareg-Aufständischen weite Teile des Nordens von Mali unter ihre Kontrolle gebracht. Die Islamisten vertrieben dann aber die Tuareg-Rebellen aus den größten Städten und setzen mit Gewalt ihr Verständnis des islamische Rechts der Scharia durch. (APA, 24.10.2012)

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