Umfrage: Österreich steht besser da als übriges Europa

Conrad Seidl
25. Oktober 2012, 15:47

Die Österreicher sind stolz auf ihr Land - aber was heißt das genau? DER STANDARD hat nachfragen lassen und herausgefunden: Es sind die touristischen Klischees, die Identität vermitteln

Griesgrämigkeit? Wurstigkeit? Fremdschämen? Nichts davon. Österreich ist ein gutes Land - sagen seine Bürger. Und sie sind stolz auf Österreich. Das zeigt eine Market-Umfrage im Auftrag des STANDARD. Die Grafik links zeigt es überdeutlich: 37 Prozent der Wahlberechtigten geben die höchste Note auf einer zehnstufigen Skala, wenn sie gefragt werden, wie stolz sie sind, Österreicher zu sein.

Das entspricht einem langjährigen Schnitt, sagt Market-Chef Werner Beutelmeyer: "Die Bestnote wird üblicherweise von 35 bis 40 Prozent vergeben, im Vorjahr gab es einen Ausreißer mit 34 Prozent, 2010 einen mit 42 Prozent. Wenn man die Note zwei dazurechnet, reicht es immer dafür aus, dass deutlich mehr als die Hälfte der Befragten einen ziemlich hohen Stolz auf Österreich angeben."

Wobei der Nationalstolz durchaus eine politische Komponente hat: Gut die Hälfte der Wähler der Regierungsparteien geben die Bestnote, Anhänger von FPÖ und Stronach sind deutlich zurückhaltender, und Grün-Wähler wissen mit dem Konzept Nationalstolz überhaupt recht wenig anzufangen, auch Angehörige der höchsten Bildungsschicht sind bei der Benotung eher zurückhaltend.

Internationaler Vergleich

Anders ist es, wenn man zu einem internationalen Vergleich herausfordert. DER STANDARD ließ fragen: "Alles in allem gesehen: Wie steht es insgesamt um Österreich? Steht Österreich aus Ihrer Sicht heute eher besser da, etwa gleich gut oder eher schlechter da als andere Länder der Europäischen Union?" Daraufhin sagten 52 Prozent der Befragten, Österreich stehe heute besser da als andere EU-Mitglieder, nur sechs Prozent meinen, dass es Österreich schlechter gehe. 38 Prozent meinen, es gehe etwa gleich gut.

Dies ist ein signifikanter Unterschied zu einer ähnlichen Befragung mit gleicher Fragestellung vor zweieinhalb Jahren. Damals sagten nur 30 Prozent, dass es in Österreich besser laufe als in den übrigen EU-Mitgliedstaaten. Beutelmeyer: "Auffallend ist, dass die jüngeren und die höher gebildeten Befragten hier sehr viel selbstbewusster antworten - und dass es hier ein starkes West-Ost-Gefälle gibt. FPÖ- und Stronach-Wähler sind allerdings skeptisch."

Wobei sich die Frage stellt, worauf man eigentlich stolz ist, wenn man stolz auf Österreich ist.

Market stellte sie in zweifacher Weise: nach österreichischen Klischees und nach den Berufsgruppen, die Österreich irgendwie in der Welt repräsentieren. Die konkrete Fragestellung lautete: "Es gibt ja bei jedem Land Berufgruppen, die man besonders stark als imagebildend für das Land betrachtet, so ist Frankreich international für seine Köche bekannt oder die USA für die Schauspieler. Welche Berufsgruppen sind für Österreich wichtig, welche prägen Österreichs guten Ruf?"

Winzer führen die Liste an: Vergessen ist der Weinskandal - auf die Leistungen der heimischen Weinwirtschaft sind die Österreicher extrem stolz. 56 Prozent nennen die Weinbauern als eine das positive Image des Landes prägende Gruppe - Frauen stärker als Männer, Sozialdemokraten, FP-Wähler und Grüne stärker als Wähler anderer Parteien. Und auch jene, die in der Vorfrage gesagt hatten, dass sie weniger stolz auf Österreich wären, zollen den Winzern ihren Respekt.

Ärzte belegen mit 55 Prozent knapp den zweiten Platz. Für Beutelmeyer ein Beweis, dass der Ruf der Wiener Medizinischen Schule immer noch identitätsstiftend für Österreich ist - wobei die Details der Daten zeigen, dass Menschen mit niedrigem Bildungsniveau besonders auf den Ruf der Ärzte vertrauen.

Sportler liegen mit 53 Prozent ebenfalls in derselben Größenordnung - wobei Frauen die Sportler höher schätzen und ältere Befragte mehr Bewunderung aufbringen als jüngere. Beutelmeyer: "Wir haben uns das in einer anderen Umfrage angesehen. Felix Baumgartner hat mit seinem Stratos-Projekt die Welt beeindruckt. Auch seine Landsleute saßen gebannt vor dem Fernseher, allerdings trägt dieses Ereignis bei weitem weniger dazu bei, auf Österreich stolz zu sein als beispielsweise die Beteiligung österreichischer Sportler an den Paralympics."

Musiker leisten in den Augen von 49 Prozent Bedeutendes, um Österreichs Ruf in der Welt zu prägen - hier ist allerdings deutlich zu spüren, dass die Befragen über 30 ein positiveres Bild von der heimischen Musik haben als die jüngeren Österreicher.

Bauern sehen 45 Prozent als (positiv) imageprägende Berufsgruppe für Österreich - Frauen und ÖVP-Anhänger vergeben da besondere Sympathien. In diesem Zusammenhang macht es Sinn, die Grafik links näher zu betrachten: An oberster Position rangiert - seit vielen Jahren weitgehend unverändert - die landschaftliche Schönheit als bedeutendstes stolzstiftendes Merkmal Österreichs. Das erklärt auch die hohe Wertschätzung für die Bauern, die diese Landschaft pflegen.

Facharbeiter und Handwerker rangieren mit deutlichem Abstand im Mittelfeld - mit 35 beziehungsweise 36 Prozent Wertschätzung.

Köche finden bei 39 Prozent Anerkennung, Konditoren prägen für 33 Prozent das Bild des Landes - wobei SPÖ-Wähler, Frauen und Landbewohner sich auffallend oft als Schleckermäulchen bekennen. Gastwirte (23 Prozent), Hoteliers (19 Prozent) und Kellner (sieben Prozent) werden von den Österreichern deutlich weniger oft genannt - "obwohl wahrscheinlich die Begegnungen mit freundlichen oder allenfalls unfreundlichen Kellnern das Österreich-Bild von Touristen und damit im Ausland besonders nachhaltig prägen können", wie Beutelmeyer zu bedenken gibt.

Erfinder und andere technisch-industrielle Berufe finden in Österreich bestenfalls mittelmäßige Anerkennung: 28 Prozent loben die Erfinder, 22 Prozent nennen Wissenschafter, 18 Prozent Ingenieure, 17 Prozent Architekten und fünf Prozent Informatiker.

Industrielle haben mit 13 Prozent ein schlechteres Image als mittelständische Unternehmer, die es auf 21 Prozent bringen. Auffallend: ÖVP-Wähler finden besonders die mittelständischen Unternehmer bedeutsam, die SPÖ-Wähler halten sich im gleichen Maß an die Industriellen. Und Bankiers sind überall unten durch: Nur vier Prozent der Bevölkerung meinen, dass sie das Image Österreichs aufpolieren.

Da sind Journalisten und Soldaten (je elf Prozent), Psychiater (zehn Prozent), Lehrer und Pädagogen (neun Prozent), Fernsehmoderatoren (ebenfalls neun Prozent) und Designer (sieben Prozent) noch höher angesehen - allerdings bringen es Diplomaten auch nur auf fünf Prozent. Ganz am Schluss der Liste: neben den Bankiers die Verkäufer (vier Prozent), die Beamten (drei Prozent) und die Politiker (zwei Prozent).

Das stimmt mit der Liste links überein: Dort zeigt sich, dass das internationale Ansehen österreichischer Politiker von sieben Prozent im Jahr 2009 auf ein Prozent geschrumpft ist - und damit den letzten Platz belegt.

Eine Konstante in dieser Liste ist der Stolz auf die kulturellen Leistungen unseres Landes - 52 Prozent der Befragten nennen diesen Punkt, ein seit vielen Jahren konstanter Wert.

DER STANDARD ließ nachfragen, welche Künstler es denn sind, die von der Bevölkerung hochgeschätzt werden. Dabei rangieren die Musiker wie erwähnt sehr hoch (49 Prozent), die Schauspieler (23 Prozent - das ist dasselbe Niveau wie Bierbrauer und Gastwirte), die Literaten (20 Prozent) und die Maler (16 Prozent) deutlich dahinter.

Was ebenfalls auffällt: Die Befragten sagen mehrheitlich, dass sie sich gerecht behandelt fühlen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 25./26.10.2012)

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Soll das für unseren Zwergstaat jetzt als besondere Leistung verkauft werden?

... wir hatten auch grosse Koalitionen welche unsere Staatsverschuldung in Hochkonjunkturen auf nun über 74% des BIP´s getrieben haben und noch immer glauben ein Recht zu haben weiter zu regieren...

alleine der luxus der mindestsicherung!

man kann froh sein, soviel geld und man braucht nicht zu arbeiten. welches land kann sich das leisten? niemand. ausser felix austria!
a.e.i.o.u.

frankreich, dänemark, gb zb?

müssen mindestsicherungsbezieher nicht ams-kurse machen?

gedacht ist es ja als überbrückungshilfe, auch wenns nicht immer klappt.

Auf 8 Bundesländer bin ich stolz

die bauern besitzen das ganze land, kriegen unsummen an foerderungen...
ich kann mein ganzes leben lang rackern und werde mir niemals auch nur einen schrebergarten leisten koennen, geschweige denn einen lebensstandard im alter.
die privilegierung von bevoelkerungsgruppen wie die bauern und beamte machen oesterreich zu einem extrem ungerechten land auf das niemand stolz sein kann.

die bauern besitzen das ganze land...

woher hams den unfug.

der heutige bauer muss zupachten - zt massiv, sonst geht gar nix.

am land haben viele angestellte ein wenig land, dass sie dann eben an bauern verpachten.

der großgrundbesitzer esterhazy verpachtet auch.

ich würd da schon eine unterscheidung zw. besitzer und bewirtschafter berücksichtigen, egal in welchem bereich.

sie dürfen aber unbesorgt sein, die sog. privilegien werden zug um zug ausgetrocknet werden.
bei bauern, beamten usw.

sogar bei politikern wurde schon nachgebessert, ein jetziger staatssekretär kriegt bei weitem nicht mehr die pension, von den altvorderen politikern.

Die bauern die Arbeiter das Bundesherr die beamten die rentner die sozialhilfe empfänger ich kann das noch weiter ausführen wir alle sitzen im gleichen BOOT und es wird medienwirksam versucht die unteren schichten gegeneinander auszuspielen die gewinner ist die Finanzindustrie die von jahr zu jahgr immer reicher wird alles klar !! es gibt arbeiter und es gibt Kapitalempfänger profitieren tun nur die Kapitalempfänger die namen tragen wie wlaschek mateschitz Pierch Flick Schlaff und wie die alle heissen,das sind die wahren profioteure die auch unsere Politiker alle im Sack haben

es fehlt der genaue blick

viele bauern besitzen nur einen bruchteil des landes, den sie bewirtschaften, der rest wird zugepachtet.

viele vor allem junge öbb'ler haben die privilegien nicht mehr, die die älteren haben/hatten.
junge orf-mitarbeiter ham die priv. auch nicht mehr

und und und

es werden gern alle in einen topf geworfen und dann zuschreibungen getätigt, die einer detailierten betrachtung nicht statthalten würden.

und ja es entsteht der eindruck, dass dieses gegeneinander ausspielen gelenkt wird.

finanzindustrie...

konkret kann man personalvertreter, politiker usw. erleben, die hier bewußt oder unbewußt genannte entwicklung fördern.

jeder von uns ist stolz nur dieses Österreich wird es Bald nicht mehr geben mein Freund schon mal überlegt was gerade im gange ist ?? Die kontrolle über unser geld hat Brüssel schon mit dem ESM erlangt als nächters geht es um die politische kontrolle indem Brüssel die vereinigten Staaten der EU gründen werden wo allein Brüssel über uns allen entscheidet und die USA wartet ja nur darauf,und dann fängt die Unterdrückung und versklavung erst richtig an ! also Lieber Raus aus der EU und zwar JETZT

warum sollte ich stolz sein auf etwas

das mich ausbeutet, mir keine chancen laesst und mich ungerecht behandelt?

Auswandern?

Demnächst soll es eine Marsmission geben. Vielleicht brauchen die noch ein paar Missionsmitglieder?

sie können ihre komplexe

gratis behandeln lassen.

das zahlen wir für sie.
denn offensichtlich sind sie so benachteiligt und immer so auf die schlechte seite gefallen, dass ihre sozialversicherungsbeiträge wohl nur für ein paar aspro reichen ...

also einen schrebergarten konnte sich jeder eisenbahner in den 60ern leisten. vielleicht sollten sie mal ihre ausgaben überprüfen ...

Österreich steht besser da,

vermehrt werden in Oberösterreich, speziell im Innviertel Leute beim Einbruch in ihre Häuser schwerst verletzt, zuletzt sogar erschlagen. Unmengen von Kupferkabeln gestohlen, Banken und Tankstellen überfallen, mehr als je. Wo steht Österreich besser da, wenn es nicht einmal den Bürger schützen kann. Aber es ist kein Wunder, denn Behörden schauen oft weg, Feuerwerke werden schon fast schon regelmäßig ohen Genehmigung abgefeuert, der gewerbsmäßige Pfusch wird geduldet, die Alkoholunfälle werden immer mehr. Wie wahr Österreich steht besser da, wie welcher Staat? Die verantwortlichen Politiker können gar ncht so dumm und blind sein, dass sie dies nicht sehn - also sehen immer mehr auch keine Anlass sie zu wählen - die Anarchie zieht ein in Ö.

Österreich kann alles seier Neutralität verdanken.

Und der Gnaden der Grossmächte

Das Österreich so gut dasteht liegt

vorwiegend an den mehr als 8 Mio. Österreicher selbst und nicht an den Politikern, die uns derzeit verwalten.
Dies muss auch einmal dazu dezidiert festgehalten werden, denn die Politiker glauben bzw. transportieren es so, dass sie dafür verantwortlich sind.
Liebe sogenannte "Spitzenpolitiker" -> ein Tip für euch: Erst einmal die Leistung bringen die die Mehrheit der Österreicher bringt ohne viel herumzureden.

Diese ganzen rot-weiß-roten Lobdudelein ..

Klingt als stünde bald ein ESM-Bankeinzug vom Rot-weiß-roten bundeskonto an...

Österreich ist ein gutes Land. Noch immer. Unsere Gründerväter der 2. Republik haben uns ein freies Land geschenkt, in dem es sich wunderbar leben lässt - trotz aller Farblosigkeit und Schwächen heutiger Politiker. Was ich an Österreichern besonders mag, ist die charmante, diplomatische und warmherzige Mentalität, die den Dingen die Schärfe und Härte nimmt und ( auch benachteiligte) Menschen noch in Würde leben lässt. Ein glückliches Land, in dem man Kunst und Kultur einen sehr hohen Stellenwert beimisst, ein Land, das mit Mozart assoziiert wird ( und nicht mit Hitler). Ein Land, das noch immer von sozialer Gerechtigkeit früherer Politik lebt. Das alles wird so nicht zu halten sein, aber möglicherweise länger als anderswo.

Mozart war leider kein Österreicher

mozart war salzburger^^

hättens doch wenigstens ein bisschen in geschichte aufgepasst....

hitler mag villeicht urspruenglich oesterreicher gewesen sein

aber die DEUTSCHEN haben ihn gewaehlt, ihn an die macht gebracht.

keiner redet mehr über hitler.. meine australischen freunde sprechen mich aber auf fritzl und natascha kampusch an..(ständig)

die tatsache dass sie mozart und hitler in einem atemzug nennen zeigt,dass da immernoch eine wunde offen ist.

die charmante,diplomatische,sog.warmherzige mentalität,ist teil unserer verschlagenheit.

wir können zumindest genausogut jemandem freundlich ins gesicht lächeln um ihm später einen stessa zu geben,wie alle anderen.

Dass uns die Tatsache, dass Hitler Österreicher war, nicht ständig von der Weltöffentlichkeit mahnend in Erinnerung gebracht wird, sehe ich als Beweis dafür, dass die Politik vieles richtig gemacht hat. Ö., vor allem Wien, wird zurecht als Kulturmetropole wahrgenommen- und wurde darüberhinaus zum 3. Mal zur " lebenswertesten Stadt der Welt " erklärt. Was die Menschen betrifft, sollten Sie nicht so negativ eingestellt sein. Nirgends gibt es so charmante Menschen wie hierzulande. Vielleicht ist es nicht immer echt, aber es ist Ausdruck wohltuender Kultiviertheit.

etwas was nicht echt ist,ist nicht wohltuend,sondern getue.

die"lebenswerteste stadt" fällt in diese kategorie.so wahnsinnig toll ist wien nicht.die bewertungskriterien hinterfragbar und subjektiv.

die weltöffentlichkeit hat hitler überwunden.
wir noch nicht.

prinzipiell bin ich nicht negativ eingestellt,sondern kritisch.

charmant zu sein aber nicht echt,ist nicht kultiviert,sondern hinterfotzig und mies.

kultiviert und charmant,authentisch,das ist erstrebenswert.

wir hängen an unseren äusserlichkeiten,
wie süchtige.

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