Waffenfabrik in Khartum explodiert: Sudan beschuldigt Israel

24. Oktober 2012, 19:03
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Angeblich vier Kampfflugzeuge beteiligt - Ähnliche Vorfälle gab es schon früher

Khartum - Nach der verheerenden Explosion in einer Waffenfabrik hat die sudanesische Regierung schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Informationsminister Ahmed Bilal Osman beschuldigte Israel, das Gebäude in der Nacht zum Mittwoch aus der Luft angegriffen zu haben. Vier Kampfflugzeuge seien beteiligt gewesen, sagte Osman.

Ein Augenzeuge sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass mehrere Flugzeuge in der Nähe der Fabrik gekreist seien, bevor diese in Flammen aufging. "Die Explosion war sehr laut, wir haben ein riesiges Feuer gesehen." Auch in der näheren Umgebung seien Fenster zerbrochen und einige Zimmer eingestürzt, hieß es.

Kein Kommentar von Israel

Israel wollte zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen. Allerdings behält sich Israel Militärschläge im Interesse seiner Sicherheit vor. So zerstörte die israelische Luftwaffe am 6. September 2007 ein Ziel in Syrien, angeblich die Baustelle eines Atomreaktors. Auch im Atomstreit mit dem Iran erklärt sich Israel grundsätzlich zu Militärschlägen bereit.

Es wäre zudem nicht der erste Angriff im Sudan: Im Jahre 2009 war ein offenbar mit Waffen beladener Lkw-Konvoi im Nordosten des Sudan aus der Luft bombardiert worden. Dutzende Menschen kamen ums Leben. Damals wurde spekuliert, dass die Waffen für die palästinensische Hamas bestimmt waren und Israel für den Angriff verantwortlich war. Im vergangenen Mai kam ein Waffenhändler in Port Sudan durch eine Autobombe ums Leben; auch damals beschuldigte der Sudan Israel.

Großbrand nach Explosionen

Nach mehreren Explosionen war in der Waffenfabrik am Mittwoch ein Großbrand ausgebrochen. Die Anlage befindet sich im Stadtteil Al-Shigara im Süden Khartums. Zahlreiche Menschen erlitten Rauchvergiftungen und wurden in umliegenden Krankenhäusern behandelt. Das berichtete die Zeitung "Sudan Tribune".

Zunächst hieß es, die Ursache für das Unglück sei unklar. Zeugen hatten aber bereits am Morgen erklärt, vor der Explosion hätten sie ein Geräusch wie bei einem Raketeneinschlag gehört. Andere mutmaßten, dass ein Militärflugzeug in das Werk gestürzt sei.

Die Feuerwehr versuchte stundenlang, das Flammenmeer zu löschen. Sicherheitskräfte sperrten alle Zufahrtsstraßen zu der Fabrik. (APA, 24.10.2012)

  • Die brennende Waffenfabrik im Sudan nach einer Explosion.
    foto: epa

    Die brennende Waffenfabrik im Sudan nach einer Explosion.

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