Park-and-ride-Anlagen in Niederösterreich wachsen, Wiener Pickerlzonen auch

Bettina Fernsebner-Kokert, Gudrun Springer
24. Oktober 2012, 18:34
  • Intensives Parkplatzsuchen in Ottakring könnte sich ab Jänner 2013 woanders abspielen. Der Bezirk will mit 1. Jänner die Zone weiter in Richtung Stadtrand ausdehnen.
    foto: standard/newald

    Intensives Parkplatzsuchen in Ottakring könnte sich ab Jänner 2013 woanders abspielen. Der Bezirk will mit 1. Jänner die Zone weiter in Richtung Stadtrand ausdehnen.

In Reaktion auf die Ausweitung des Parkpickerls in Wien baut Niederösterreich seine Park-and-ride-Plätze aus. Unterdessen denken Wiener Bezirke bereits über eine weitere Vergrößerung der blauen Zone nach - in Ottakring schon sehr konkret

St. Pölten / Wien - Einen "unfreundlichen Akt" sähe der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) darin, wenn Wien die eben erst erweiterte Parkpickerlzone noch vergrößert. Solch ein Akt bahnt sich an. Dabei hat das Land Niederösterreich schon mit der am 1. Oktober erfolgten Ausweitung der Kurzparkzone über den Wiener Gürtel genug zu tun: Wie in der Bundeshauptstadt sind zahlreiche Park-and-ride-Anlagen seither überfüllt.

Pröll und sein Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) präsentierten am Mittwoch, was sie dagegen tun: Noch heuer (und damit deutlich vor der Landtagswahl 2013) sollen insgesamt 1730 neue, kostenlose P&R-Stellplätze rund um Wien entstehen: 830 davon außerplanmäßig (zum Beispiel in Mödling). Mit Inbetriebnahme der neuen Westbahnstrecke im Rahmen des regulären Bauprogramms am 9. Dezember werden 600 neue Plätze beim Bahnhof Tullnerfeld und 300 in Straßhof eröffnet.

25 Millionen Euro werden investiert

Bis 2015 sollen weitere rund 2000 Stellplätze errichtet werden. 25 Millionen Euro werden insgesamt investiert. Die Zahl der P&R-Plätze in Niederösterreich steigt damit auf rund 36.700 (zum Vergleich: Wien hat derzeit rund 8500 Plätze, 7000 neue wurden angekündigt).

Verkehrslandesrat Wilfing verwies darauf, dass ab 2015 mit Eröffnung des Hauptbahnhofs in Wien auch Taktverdichtungen auf der Nordbahn möglich werden. Personenverkehr auf einzelnen Gütertransportstrecken (etwa der früheren Kaltenleutgebner Bahn) prüfe man auch.

FP, SP und Grüne in Niederösterreich greifen die Maßnahmen angesichts 250.000 Pendlern (inklusive Schülern) zu kurz. Außerdem kämen sie zu spät.

Parkpickerl als Chance für Niederösterreich

Etwas Positives kann Pröll dem Parkpickerl übrigens auch abgewinnen: Es sei eine Chance für Niederösterreichs Wirtschaft, weil Firmen nun überlegten, aus Wien abzuwandern. Wenn das stimmt, könnte deren Zahl bald wachsen: Denn die Parkraumbewirtschaftung könnte bald weiter ausgeweitet werden.

Nächste Woche gibt es in Wien ein Treffen zwischen den Bezirken und den zuständigen Magistratsabteilungen, um die neuen Grenzen für die Parkpickerlzonen festzulegen. Fix hat es bereits Ottakring gemacht - derzeit muss bis zur Grenze Montleartstraße/Sandleitengasse fürs Parken gezahlt werden. Mit 1. Jänner soll die Zone bis zur Savoyenstraße ausgedehnt werden, wie in den ursprünglichen Plänen vorgesehen war. "Damit wird der Verdrängungsdruck innerhalb des Bezirkes entschärft", sagt SPÖ-Bezirksvorsteher Franz Prokop. Er habe mittlerweile "hunderte Reaktionen" bekommen - von Bewohnern an der Zonengrenze, die keinen Parkplatz mehr finden.

Aber auch von Ottakringern, die "zum ersten Mal seit den 70er-Jahren wieder das Auto vor ihrem Wohnhaus abstellen können". In Penzing ist man noch vorsichtiger, man wolle den Gesprächen am Mittwoch nicht vorgreifen, sagt der stellvertretende Bezirksvorsteher Robert Pschirer (SPÖ). Aber: "Eine Ausweitung zeichnet sich ab." Ebenfalls ausgeweitet wird in Hernals. In der Güpferlingstraße und in der Alszeile sei der Rückstau enorm, sagt die Hernalser Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer (SPÖ), wie die neuen Grenzen innerhalb des Bezirks verlaufen sollen, wollte sie noch nicht sagen. Auf längere Sicht "wäre es sicher eine Parkraumbewirtschaftung bis an die Stadtgrenze sinnvoll." (Bettina Fernsebner-Kokert, Gudrun Springer, DER STANDARD, 25./26.10.2012)

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14. Bezirk

Entweder kommt eine Ausweitung bis zur Baumgartner Höhe, so wie auf einer "Kurier"-Grafik angedeutet, oder eben 3 Monate später, wenn es dort dann so ausschaut wie jetzt in den Grenzbereichen. In dieser Gegend gibt es sowieso zahlreiche Parkplätze auf Privatgrund - die werden dann eben auch benutzt. Dafür endlich Ruhe vor Tennisplatz-, Hanuschkrankenhaus- und Friedhofsbesuchern.

Tipp: Freundliche Mails an die Bezirksvorstehung schicken.

Bollwerk gegen Pendler

Liebe Wiener Stadtpolitiker, die Züge sind voll, die Ubahnen sind voll, die P&R Anlagen am Stadtrand sind voll, wohin wollt Ihr die Pendler eigentlich vertreiben? Ihr mit Euren Parksherriffs, Lackzerkratzern und Reifenaufstechern? Glaubt Ihr echt dass Ihr Eure in Wien ansässigen Firmen mit Wienerinnen und Wienern betreiben könnt? Na viel Vergnügen.

"weil Firmen nun überlegten, aus Wien abzuwandern"

Ich fühle (als Wienerin) mit den Pendlern. Zumindest mit jenen, die in ihren Dörfern gebürtig und auf Arbeit in Wien angewiesen sind.

Schon lange halte ich es für gefährlich, alle Wirtschaft in Wien zu konzentrieren und die ländlichen Gemeinden zu entvölkern. Unser Österreich ist ein schönes Land, weil es (noch) lebendige Gemeinden gibt. Wenn sich alles in Wien abspielt, wird Wien zum schrecklichen Moloch und das Land stirbt.

Österreich sollte für ALLE Menschen lebenswert bleiben, nicht nur für Großstädter. Dazu gehört auch, einen Arbeitsplatz und Infrastruktur in lebenswerter näherer Umgebung zu haben.

Ist ja auch äußerst bedenklich ...

dass jetzt den Lynchjustizlern, die die Pendler terrorisiert haben, Recht gibt und die Zone ausweitet.

So hat das schon einmal angefangen ...

Ein großer Glücksfall für Wien:
Viele Pendler melden jetzt ihren Erstwohnsitz in Wien an, um auch ein Parkpickerl zu erhalten. Jede dieser Ummeldungen bringt der Gemeinde Wien 700€ im Jahr zusätzliche Steuereinnahmen.

das ist kein glücksfall, das ist durchaus beabsichtigt. das war schon bei der einführung der ersten flächendeckenden kurzparkzonen (ich glaube das war im 20. bezirk) das hauptargument.

ich glaub dem Pröll kein einziges Wort, solange die P&R-Anlagen noch nicht stehen! Es ist Wahlkampf in NÖ, und da kann man alles mögliche behaupten!

den pröll und der vasi ist das eh alles egal!

sie haben ein dienstauto mit fahrer!

der fährt halt im kreis umd die kosten zu reduzieren!

man kann es auch als erfolgsgeschichte sehen - http://www.oekonews.at/index.php... id=1074529
auch ich sehe es so!

haenderingend

fliehen die unternehmer dorthin wo es in niederoesterreichs infrastrukturzentren noch verbleibende parkplaetze gibt (da viele jetzt von den noe-pendlern die lokal auf oeffis nach wien umsteigen, besetzt sind)

Will ja nicht paranoid sein, aber hat jemand nachgesehen, wieviele der Stadtpolitiker bzw deren Vertraute im P&R oder Garagen-Geschäft die Finger haben?

Wär interessant ;)

das wäre einen Untersuchungsausschuss wert. Aber bitte erst in einem Jahr - damit die Roten und die Grünen noch mehr Spuren hinterlassen können!!!!

Verschwörungstheorie? Dunkle Mächte mit enormer Wirtschaftsmacht bereichern sich an der ahnungslosen Menge der unschuldigen PKW- Besitzer!

Die meisten Parkgaragen (WIPARK) gehören den Wiener Stadtwerken und somit in roter Hand, glauben sie warum hat die SPÖ sonst dem zugestimmt. Die Arbeiter die sich somit das Auto noch weniger leisten können (und immerhin ist es das Statussymbol des Proletariats) wird es nicht freuen aber es spühlt Geld in die Kassen der Partei...

aber es spühlt Geld in die Kassen der Partei...

Abgesehen davon, daß es "spült" heißt: Woher sollte das Geld für die Parteikasse kommen? Bitte um Erläuterung! Danke!

da wäre ich vorsichtig

die wiener stadtwerke sind im eigentum der gemeinde wien, nicht der spö.

ihre satzstellung lässt den schluss zu, dass die stadtwerke der sp gehören.

also "status symbol des proletariats"....

finde ich schon eine ziemlich ueberhebliche bezeichnung und ich schaetze dass sie zu diesem proletariat nicht angehoeren.

mir kommt es eher vor, dass ich eher die gutsituierten ueber das parkpickerl aufregen, denn diese sind ja an steuerzuckerl und steuersenkungen von ihrer partei gewohnt und sehen selten eine notwendigkeit fuer oeffentlich benutzte infrastruktur auch zahlen zu muessen.

die parkpickerlregelung kommt vor allem dem proletariat zu gute, dass ueblicherweise in gegenden wohnt(e) die generell zugeparkt wurden, waehrend man die besserverdienenden innenstadtbezirke durch parkpickerl schon lange von der ueberparkung durch parkpickerl befreite u. die pickerlverweigerer dann an der bezirksgrenze den anreinern die plaetze wegnahmen.

die Entscheidung pro Pickerlausweitung deckt sich nicht mit der Annahme, man bekäme dadurch AnrainerInnengaragen voll, im Gegenteil, die geplagten AnrainerInnen werden ihre teuren Stellplätze wieder kündigen, wenn die Preise so hoch bleiben, denn sie brauchen jetzt keine teuren Garagenplatz mehr, das Pickerl garantiert ihnen einen Stellplatz vor der Haustür und kostet 7 bis 8 mal weniger (84 Euro Garage oder 12 Euro Pickerl!)

die WIPARK wird daher an den Stellplätzen weniger verdienen, denn je. AnrainerInnengaragen stehen nur AnrainerInnen offen!

PendlerInnen dürfen sich da nicht einmieten!
Sie haben also recht man hat erstmals für Bezirksteile was getan, die den Ärmern vorbehalten sind, jetzt gibts das Verkehrschaos in den Nobelbezirken!

.."spühlt"?..Haben Sie auf einem Parkplatz Deutsch gelernt?

Statussymbol des Proletariats?

In welcher Zeit leben Sie? Wenn überhaupt ist das Auto eher ein Statussymbol der Oberschicht (BMW Bj 90er mal ausgenommen).

Glaube ich nicht

Die "Oberschicht" besitzt ein tolles Auto, für das "Proletariat" ist es aber ein Statussymbol. Zudem kann sich die Oberschicht auch leichter eine Wohnung im Zentrum leisten.
Michael

nun...

durch das einfuehren des parkpickerls in den guertelbezirken muss sich "das proletariat" nicht mehr aergern, dass es sich keine wohnung mit freien parkplaetzen in der wohngegend in den innenstadtbezirken (die durch parkpickerl von der ueberparkung vor jahrzehnten befreit wurden) leisten kann, denn es ("das proletariat") kann ruhig dort wohnen bleiben wo es wohnt, da es ("das proletariat") nur auch vor der haustuer parken kann (und die wohlhabenden pickerlverweiger der oberschicht, die sich zwar eine wohnung in den innenstadtbezirken leisten koennen aber keine parkpickerl muessen nun entweder in den 18. bezirk fahren um zu parken und dann mit oeffis ham, oder das auto verkaufen *g*)

kann jeden verstehen der für die ausweitung der zone ist.... seit dem bei mir das pickerl eingeführt wurde, ist die zeit die ich zum parkplatzsuchen benötige massiv gesunken. Vor der Einführung musste ich 90% 1Std im Kreis fahren um nur ansatzweise

..in der Nähe zu parken. Seit dem Pickerl kann ich mir tagsüber den parkplatz aussuchen, nachts musste ich bisher max. 150meter gehen.

Das bedeutet:
1 Std täglich weniger auf nervenaufreibender Parklatzsuche, macht bei 5 Arbeitstagen auch 5 Std.

Sind im Monat 20 Stunden, wären im Jahr 240 Std. (bzw. 10 Tage)
Rechnet man aufgrund der schwankungsbreite, Urlaub, weniger Suchen in den Sommerferien, (aber auch wieder ein wenig dazu weil wochenende fahre ich auch mal und suchte am sa weniger,am so mehr) großzügig 2 monate weniger, komm ich auf 200 Std !!
Das sind 8,3 Tage im Jahr die ich sonst durchgehend im Kreis gefahren wäre. Rechnet man 8 Std ruhezeit ein fahre ich nun 12,5 TAGE weniger,mit weniger Sprit!
Sogesehen ist kein Pickerl abzocke

Genau!

leider ist in manchem Bezirk(innerhalb Gürtel) das Parken trotzdem nicht möglich, da einfach zuwenig Parkplätze vorhanden sind.

Was weiter bedeutet, dass trotzdem kein Parkplatz vor der Tür noch im eigenen Bezirk garantiert ist. Das nennt man Leistung ohne Gegenleistung, dementsprechend wäre dies als Parksteuer zu werten - Abzocke. Sollte eben kein PArkplatz zu finden sein, bleibt nur das Parken in der Parkgarage oder das kostenpflichtige Kurzparken im Nachbarbezirk - Abzocke 2.

Dann gibt es wieder Gegenden wo untertags genügend Parkplätze vorhanden waren und wenn die Anrainer nachhause von der Arbeit kamen, trotz Parkpickerl erneutes Kreisen - Abzocke 3

Wechseln, Arbeit-Einkauf-Wohnen innerhalb der PPZonen - Abzocke 4

Ich wiederhole mich: 6. bezirk (Theobaldgasse) ...

Vorher 30-60 Minuten pro PP Suche, meistens endend mit Parken in zweiter Spur, an Kreuzungsecken etc. und Strafen 2-5 x pro Monat.

Nachher: ausser an Einkaufssamstagen vor Weihnachten - max. 10 Minuten (einen 8er um zwei Häusertblöcke) und der PP ward gefunden. Und das von Anbeginn an bis 2011.

Aber in manchen Gegenden wirds trotzdem knapp, stimmt. Aber wenn man eben keinen Parkplatz findet (und zwar nie), dann eben keine Parkgenehmigung lösen und dafür den garantierten Platz in der Tiefgarage "kaufen.

Man MUSS ja keine Dauerparkgenehmigung beantragen, wenn man ohnedies keinen Parkplatz bekommt: NULL Abzocke.

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