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Wien - Einen pflegebedürftigen Menschen zu versorgen kann belastend sein, vor allem für Angehörige. Von den aktuell 435.000 Pflegegeldbeziehern in Österreich werden rund 80 Prozent zu Hause gepflegt. Wird aus der Belastung eine Überlastung, kann es zu Übergriffen kommen, auch innerhalb von Institutionen.
Die Formen dafür sind vielfältig und oftmals subtil: vom Einbehalten eines Teils des Pflegegeldes bis hin zu ungeduldigem Füttern oder Vernachlässigung. "Gewalt an Pflegebedürftigen ist immer ein Hilfeschrei", sagt Wolfgang Iro vom Fonds Soziales Wien (FSW). Und ein großes Tabuthema: Laut Weltgesundheitsbehörde erleben 10 Prozent der zu Pflegenden Gewalt, Iro schätzt die Zahl um ein Vielfaches höher.
"Es ist schwierig, das herauszufinden, wir können nicht auf Verdacht in eine Wohnung gehen." Erst wenn sich die Familie oder Nachbarn an eine Institution wenden, kann mit viel Fingerspitzengefühl die Situation festgestellt werden. Zu sensibilisieren steht im Zentrum, den Angehörigen ist selbst oft nicht bewusst, dass ihr Verhalten als Gewalt empfunden wird.
Problematisch wird es, wenn alte Rechnungen beglichen werden. Etwa von den Kindern oder Ehepartnern, die früher selbst Gewalt erfahren haben und sich nun in umgekehrten Rollen wieder finden. "In solchen Fällen ist ein Aggressionsmuster da", weiß Iro.
Bei einer Demenzerkrankung, wenn sich die Persönlichkeit eines Vertrauten schlagartig ändert und er nicht mehr erreichbar ist, kann der Faden irgendwann reißen. Auch Angehörige sind Opfer der Situation, meint Iro.
Bemerkt der Besuchsdienst Anzeichen für Übergriffe, kommt es nur sehr selten zu einer Anzeige. "Zum einen wollen wir nicht skandalisieren - es geht hier um Schuld- und Schamgefühle. Zum anderen werden die meisten Anzeigen wieder zurückgezogen", sagt Iro. Angebote wie Urlaubs- oder Kurzzeitpflege sollen die Angehörigen entlasten.
Umgekehrt üben Ältere oft emotionalen Druck aus, fordern zum Beispiel mehr Aufmerksamkeit, ohne Rücksicht auf die berufliche oder finanzielle Situation der Pflegenden. Eine Spirale von Stress und Überlastung.
Das Sozialministerium hat das Thema vorsichtig aufgegriffen, seit 2011 gibt es in allen Bundesländern Workshops rund um Gewalt an älteren Menschen.
"Das ist noch mit viel Angst verbunden, die wenigsten Menschen wollen sich vorstellen, was hinter verschlossenen Türen passiert", sagt Margit Scholta von der Initiative Pro Senectute.
Der Verein leitet die Workshops für das Ministerium und bietet Beratung für alle jene an, die mit Pflege konfrontiert sind. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 25./26.10.2012)
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2. Die Neid wegen der Pensionen: Haben die Poster nicht bedacht, dass ein Grossteil der Pensionisten eine Hungerpension kriegen und dass es im Vergleich zur Gesamtheit nur relativ wenige neiderregende hohe Pension gibt. Es herrscht blinder Hass und Neid.
3. Solche Kommentare argumentieren gegen den Schreiber selbst: Die Pflegebedürftigkeit kommt oft früher als man denkt. Man müsste JETZT die Strukturen ändern, damit die jetzige Jugend nicht einmal im Alter wie Müll entsorgt wird. Und das passiert nicht.
Mir jedenfalls haben die Hassposter eine sehr beunruhigende Sicht auf unsere Gesellschaft beigebracht.
Den Standard kann ich nur bitten, dieses Tabu-Thema immer wieder aufzugreifen.
Dritten Reiches gar nicht entfernt, wie manche Kommentare hier zeigen. Stellt Euch einmal vor: Ein Artikel prangert Gewalt an Kinder an und die Reaktionen wären: San sölba schuld de Gfrasta! Genau auf diesem Niveau sind die Kommentare hier. Und das ist wirklich erschreckend.
Neben dem düsteren Sittenbild einer Gesellschaft zeigen viele Argumentationsweisen nicht nur offenbarend den Charakter mancher Leute, sondern auch eine dreifache Dummheit:
1. Die Gewalt an Alten als Folge von Gewalt an Kindern: Nichts, aber auch gar nichts gibt eine Garantie, dass jemand, der nie ein Kind misshandelt hat, nicht im Alter ein Opfer von Gewalt wird.
Fortsetzung folgt.
wird im Zuge der Kürzungsbudgets und damit der immer geringeren Qualifikation der Pflegekräfte noch ordentlich zunehmen.
Die beteiligten Politiker, Wirtschaftstreibenden und Journalisten sind offenber der kollektiven Überzeugung, nicht alt zu werden.
Im übertragenen Sinne mag man sich das sogar wünschen...
Brauchen wir uns darum keine Sorgen machen, denn vor allem wichtig ist, dass Patienten und zu Pflegende obergscheit zurecht gewiesen werden, in welchen Worten und Ausdrücken sie ihre eigene Bedürfrigkeit hinkünftig auszudrücken haben. Denn das ist offensichtlich das Wichtigste, besonders wichtig scheints für die Pfleger sein, damit der Abstand gewahrt bleibt.
Meine Mutter, die dement und multimorbid war, wurde mehrere Jahre lang bestens im Heim "Wie daham" in Wien 22, Ziegelhofgasse gepflegt. Da es keine Besuchszeiten gab, bin ich zu unterschiedlichen Zeiten (immer unangemeldet) aufgetaucht und habe nie - weder bei ihr noch bei den anderen Bewohnern- etwas Negatives bemerkt. Das Personal- teilweise mit Migrationshintergrund- ging sehr liebevoll und geduldig mit den alten Menschen um, schmückte die Räume entsprechend den Jahreszeiten, organisierte kleine Konzerte und Feiern und die alten Leute fühlten sich offensichtlich wohl. Die Kosten entsprachen den städtischen Instituten, bei Bedarf bekam man einen finanziellen Zuschuss.
Gesellschaft zeichnen hier manche Kommentare. Wirklich erschreckend. Gewalt gegenüber Kindern: ein berechtigter entsetzter Aufschrei. Geschlagene hilflose Alte: ein hämisches Grinsen! Sind eh selber schuld, was leben sie noch!
Und die Gewalt an Alten mit der Gewalt an Kindern zu rechtfertigen ist zynisch und dumm. Wer im Pflegeheim (in der Stadt die Mehrzahl der Pflegebedürftigen) Gewalt erleidet, erleidet sie sicher nicht aufgrund solcher "Racheakte".
Die Situation wird sich aufgrund dieser Bewusstseinlage nur noch verschlechtern. In vielen Pflegeheimen ist sie jetzt schon mehr als katastrophal.
Den jetzt 30-Jährigen sage ich: Weitere 30 Jahre sind schnell vorbei. Dann werdet ihr anders denken. Dann hilft es euch aber nicht mehr.
http://de.wikipedia.org/wiki/Indignation
arbeiten Sie doch damit
Sie testen die Pflegeheime?
Dann wissen Sie dass...
-Einige Pflegeheime so aufgestellt sind dass PraktikantInnen alleine Nachtdienste machen.
-Zu Pflegende teilweise körperlich und/oder psychisch übergriffig werden
-durch Demenz verstärktes Deutschnationales Herrschertum bei vielen stark ausgeprägt ist.
-die jetzt 30 jährigen nicht einmal dieses Pflegeangebot erhalten werden, weil eine andere Generation es schon in vorhinein verbraten hat
- heuchlerische Pensionisten hier posten die eine gesicherte Pension haben oder kurz davor stehen
-immer mehr Menschen gepflegt werden müssen und das Geld dazu fehlt
- es legitim ist zu sagen warum bekommt er wenn ich dies nicht mehr bekommen werde - so scheiße es ist
Die hat das genau analysiert und beschrieben. Und Ursachen aufgedeckt. Im vorigen Jahrhundert. Und es ist nur schlechter geworden.
Die ihr jetzt jung seid, ich kann Euch nur eines raten: Stanzt euch, bevor ihr Pflegefälle werdet. Oder tut was gegen die Zustände.
Das war doch die Madame, die Frauen als Kolloidreserven und Bruthennen und Kinder als fremde Tatbestände bezeichnet hat - junge Leute, besonders Frauen vor dem Klimakterium waren für sie Untermenschen, ausgenommen vielleicht ihre Schülerinnen, die sie zuerst angebaggert und dann ihrem Lover Jean Paul Sartre und seiner Prostata-Problematik "zugeführt" hat. Für inkontinente Alte hatte sie also echt was übrig.
hilflos ausgeliefert.
es gehören einfach kontrollmechanismen eingebaut die
verhindern, dass unterdrückung, sadismus und ausnützen der hilflosigkeit nicht zum system werden.
wo es schwache gibt gibt es leider auch immer charakterlose schweine.
Welche Gespaltenheit bei diesem Thema.
Auf der einen Seite kaum wer will Sie wircklich die Alten, empfinden Sie als Ballast, auf der anderen Seite muß Ihr Leben erhalten werden solange wie nur möglich, auch wenn die Betroffenen das gar nicht mehr wollen. Schon eigenartig das ganze !?
Egal welche Organisation: es ist ein Graus.
ich habe das mal für ein paar Wochen ausprobiert - mobile Krankenpflege.
Um einen Hungerlohn durfte ich bei Minusgraden mit Bim und Bus kreuz und quer durch die Bezirke fahren. Dass man normalerweise nicht innert einer Viertel Stunde zwischen zwei Klienten hin kommt ist wohl klar...
Eine besonders abgelegene Klientin durfte ich mit dem eigenen Auto aufsuchen. Ohne Kilometergeld natürlich. Da hab ich den Job geschmissen und diese Tätigkeit nie wieder angerührt.
als hilflos zu werden und ausgeliefert zu sein, an Angehörige, Pfleger, Krankenhauspersonal etc.
Das waren alles Menschen, die wie ich und du jetzt, aktiv am Leben teilgenommen haben und so einiges gemanagt haben.
Nicht nur, dass man im Alter häßlich wird, nein oft wird man auch noch komplett unfähig, für sich selbst zu sorgen, ich hoffe, ich werde nie, niemals so enden müssen!!!! Einem alten kranken Hund geht´s besser: der wird eingeschläfert bevor er zusehr leidet.
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