Studiengebühren und späteres Gehalt: Return on Investment

Gudrun Ostermann
24. Oktober 2012, 17:34
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Was man in Top-Programme international renommierter Universitäten investiert, bekommt man in der Regel zigfach zurück

Für ein Studium in Harvard hat schon mancher seine Wohnung verkauft. Selbst mit einem oder gleich mehreren Stipendien à la Fulbright & Co, Zuwendungen von großzügigen Verwandten und dem Verkauf des liebgewonnenen Autos, ist es meist nicht getan. Ein Studium an einer der international renommiertesten Universitäten der Welt kostet die sprichwörtliche Lawine - Lebenshaltungskosten exklusive. Ein MBA (Master of Business Administration) Studium an der Harvard Business School in den USA kostet 112.000 US-Dollar (84.800 Euro) - noch teurer ist ein MBA an der Columbia Business School in New York, dort legt man dafür 115.000 US-Dollar auf den Tisch.

Dennoch gilt bei diesen Ausbildungswegen noch immer: Das, was man zu investieren bereit ist bzw. investiert, amortisiert sich innerhalb der ersten Jahre im Job danach. Wenn man sich nicht ganz falsch anstellt - in der Regel - immer. Nicht nur die Analyse der Deutsche Bank "Mapping the World's Prices" (siehe Grafik rechts), die Studiengebühren, Gehälter und Lebenshaltungskosten gegenüberstellt, bestätigt das. Ein Harvard-Absolvent verdiente im Durchschnitt 113.000 US-Dollar im Jahr 2011. Etwas mehr, als er oder sie für das gesamte Eliten-Programm investiert hat. Innerhalb von (meist) zwei Jahren, die so ein exklusives Programm dauert, wird einem nicht allein eine exzellente Ausbildung zuteil, man wird - und das wird von den allermeisten als Hauptargument "dafür" genannt - Teil eines äußerst effizienten und hoch professionell geführten Netzwerkes.

Vergleichsweise günstig nehmen sich zum Teil die Studiengebühren europäischer Top-MBA-Programme aus: An der Mannheim Business School in Deutschland - die einzige deutsche Hochschule mit einer Triple-Crown-Akkreditierung - gibt es den MBA schon um gut 44.000 US-Dollar, die Gehälter, die deren Absolventen im Schnitt nach der Ausbildung pro Jahr geboten werden, stehen denen von Harvard- oder London-Business-School-Absolventen mit 112.000 US-Dollar um nichts nach.

Für eine internationale Top-Management-Karriere zählt ein MBA mittlerweile schon zum fixen Bestandteil. Und nicht allein der Abschluss zählt, sondern noch mehr, wo man diesen gemacht hat. Für potenzielle Arbeitgeber sind deshalb die Auflistungen der Kaderschmieden, wie etwa das jährliche "Global MBA Ranking" der Financial Times (FT) durchaus Bemessungsgrundlagen im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens. Das aktuelle FT-Ranking (2012) wird wie die Jahre davor von US-Business Schools dominiert: Von den 100 gelisteten MBA-Programmen sind 53 der besten aus den USA, gefolgt von Großbritannien mit 14 MBA-Programmen. Die Top drei bilden Stanford (1), Harvard (2) und Wharton (3), gefolgt von der London Business School und der Columbia (5). Die französische Kaderschmiede Insead mit Ableger in Singapur ist vom vierten Rang (2011) auf den sechsten Rang (2012) zurückgefallen. Platz sieben belegt MIT Sloan, Platz acht und neun gehen an die spanischen Business Schools IE und Iese. Auf Platz zehn der FT-Rangliste liegt die Hong Kong University Of Science And Technology Business School. China holt in Sachen MBA-Programme jedenfalls rasch auf: 2011 kamen zwei Programme ins FT-Ranking, 2012 sind es schon fünf Programme aus dem Reich der Mitte.

Landesspezifische Aspekte

Doch Programmkosten und Durchschnittsgehälter sind nicht wirklich aussagekräftig, werden dabei keine Lebenshaltungskosten berücksichtigt. In der Analyse der Deutsche Bank erschließt sich einiges, was an Zusatzkosten in den jeweiligen Ländern - wenn man denn dort leben und arbeiten möchte - dazu- bzw. wegkommt. Den Studiengebühren für MBAs und den durchschnittlichen Gehaltsangeboten für Absolventen werden Kosten wie Taxigebühren, Büromiete, der Preis für ein Bier oder Kinokarten gegenübergestellt. In einigen Vergleichsdaten wurden interessante landesspezifische Aspekte sichtbar: So ist beispielsweise Singapur für Freunde des Automobils ein vergleichsweise teures Pflaster. Gemessen an den USA zahlt man in Singapur für einen Mercedes SLK 350, den man sich nach einem Studium dieser Art wahrscheinlich relativ rasch und leicht wird verdienen können, mehr als dreimal so viel. Und das Bier ist dort auch doppelt so teuer wie in den Vereinigten Staaten. Dafür sind MBA-Programme und Kinokarten günstiger. Ein Date jedenfalls scheint laut Deutsche-Bank-Analyse in Neu-Delhi am günstigsten zu sein - in Sydney am teuersten. (Gudrun Ostermann, KarrierenStandards, 24.10.2012)

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MBA etc. ist stark aus der Herkunft USA getrieben, die globalen Qualitätsunterschiede wurden auch angesprochen. Vermittelt aber nicht weniger als betriebswirtschaftliche Grundlagen, Business Scenarien und v.a Durchhaltevermögen gepaart mit Netzwerk.
Zum USA Studentenumfeld ist zu sgaen , daß mittlerweile die meisten "uni" absolventen auf hochverschuldet auf der Strasse stehen.

Es ist das Ergebnis wahrscheinlich eher andersrum zu betrachten. Da Studieren z.B. in den USA so teuer ist, müssen die Einstiegsgehälter höher sein (sind sie auch). D.h. der Arbeitgeber muss letztendlich für die Studienkosten aufkommen, sonst würde keiner (außer sehr Reiche) studieren. In Österreich können es sich Studierte "leisten" wesentlich günstiger zu arbeiten, da sie nicht mit -100.000 am Konto ins Berufsleben einsteigen und die Löhne sind entsprechend niedriger. Man kann daher das Gratisstudium auch als eine Art indirekte Wirtschaftsförderung verstehen. Für den Standort Österreich ein gutes System, hat aber auch Nachteile. Z.B. wollen Firmen oft einen kaum teureren Akademiker für Arbeiten, die eigentlich ein HTLer machen könnte.

Unser Problem
Der HTLer o.ä ist kein Akademiker bringt aber einen ziemlich ählnichen Output in best. Bereichen.
Das war im Nachkriegsmodell wesentlich , schnelle Ausbildung.
Heute sind wir deswegen Schlusslicht bei der Akademikerquote.
Auch unser Staat is ein Dumper, da er ja, im internationelen Vergleich, viele Nichtakademiker beschäftigt (B-Beamte) die internat. Akademikerposten wären.

und man sieht ja, was da herauskommt

Frage: wieviel Havard Absolventen und dandere teurer solcher Schulen sind an diesem Finanzdebakel beteiligt.
Ich schätze sicherlich mehr als 70%.

Da soll man noch ein Wertschätzung anbringen.

"wieviel Havard Absolventen und dandere teurer solcher Schulen sind an diesem Finanzdebakel beteiligt"

Keine weiteren Fragen, Sir.

Die meisten haben keinen MBA. Also kann man JEDENFALLS die Aussage treffen, dass hauptsächlich Leute ohne MBA (also jedenfalls mehr ohne MBA als mit) an diesem Finanzdebakel beteiligt waren.

Die möglichen inhaltlichen Schlüsse daraus können kaum sinnloser werden als Ihrer.

mich würde mal ein Listing der österreichischen

Unternehmen interessieren wie sie die Österreichischen FHs und die MBA-Baumschulen einstufen, die an jeder Strassenecke aus dem Boden wachsen.

So wie bei anderen akademischen Einrichtungen: differenziert.

So wie es hoch geschätzte und weniger geschätzte (reguläre) Abschlüsse von Unis und FH's gibt, gibt's eben auch grosse Unterschiede bei MBAs - vor allem relevant ist die internationale Akkreditierung, und die Anforderungen. Der wesentliche Unterschied: Die, bei denen's einen akademischen Abschluss als Einstiegskriterium haben müssen sind auf einem anderen Niveau als jene, wo 's nicht mal (oder gerade mal) Matura brauchen.

.. oder welche unternehmen IN österreich eben jene leute auch entsprechend entlohnen können/wollen. dass man international gefragt ist, stell ich nicht in frage - gerade auch wegen dem netzwerk, dass man sich dort wohl unschwer aufbauen kann. wenn man aber "dahoam" bleiben will, zahlt sich ein mba (verglichen mit den aufwand an ressourcen) dann überhaupt aus?

Es gibt auch in österreich gut bezahlte Jobs.

So wie überall: Eben selten.

brutto oder netto?

Sollte in derartigen Artikeln immer brutto sein. Wobei ich keine Ahnung vom US Steuersystem habe und damit nicht abschätzen kann, wie viel das in netto ca. sein könnte.

Einem Single würden in den USA von $ 113.000 brutto ca. $ 84.400 netto bleiben, was bei einem EUR/USD-Kurs von 1,3 ca. € 87.000 brutto bzw. € 65.000 netto wären. Als alleinstehender Angestellter, der € 87.000 brutto verdient, blieben Ihnen in Österreich immerhin noch ca. € 53.300 netto. Real ist die Kaufkraft in A aber deutlich niedriger, da fast alle relevanten Preise bereits netto deutlich höher sind und auch noch die hohe Umsatzsteuer dazu kommt. Außerdem sind auch die Einkommen für vergleichbare Positionen in Österreich üblicherweise deutlich niedriger (was z.T. auch auf die kleineren Unternehmensdimensionen zurückzuführen ist), netto hat man daher meist weit weniger als die Hälfte und daher auch eher wenig Motivation zu bleiben.

"Außerdem sind auch die Einkommen für vergleichbare Positionen in Österreich üblicherweise deutlich niedriger"

Mag sein - aber es gibt auch in AT gut bezahlte Jobs, und 90 TEUR Jahresbrutto ist da noch lange nicht am oberen Ende.

Dass die gut bezahlten Jobs nicht so häufig sind, ist eine andere Sache, das ist heir wie da der Fall.

Klar, das bestreitet auch niemand. Es geht bei diesem Artikel ja nur um einen Vergleich der durchschnittlichen Absolventeneinkommen. Vergleicht man die zu erwartenden durchschnittlichen Gesamtlebenseinkommen, ist ein Harvard-Studium aber dennoch ein ziemlich sichere und extrem ertragreiche Investition. Ein WU-Studium (ganz egal ob Diplom, Master oder MBA) hingegen liefert höchstens ein Mindestkriterium - den akademischen Abschluß an einer Wirtschaftshochschule - aber kaum einen nennenswerten Selektions- oder Einkommensvorteil gegenüber den Absolventen anderer Wirtschaftsunis. So gesehen sind die Studiengebühren - bezogen auf den Lebensverdienst - in Harvard deutlich günstiger als in Wien. ;-)

Naja, da haben's schon recht - Aber das wäre ja ein schifer Vergleich.

Vergleichen Sie's nicht mit einem normalen WU-Studium, sondern mit einem hochwertigen österreichischen MBA (Kriterien: gute internationale Akkreditierung, Eintrittskriterium = Mindestens ein akademischer Abschluss), dann sind's auch bei den besser bezahlten Absolventen.

Die WU-MBAs kenn ich nicht so im Detail - die hochwertigeren DUK-MBAs haben's schon (allerdings müssen's da filtern, nicht die MAsse wo jeder Hauptschüler genommen wird, sondern die einzelnen Wenigen mit Zugangskriterium = mindestens ein Abschluss).

Wenn's nach Harvard gehen - das spielt's nicht nebenbei aus Österreich - müssen's dann auch die Lebenskosten und den Verdienstentgang rechnen.

Ach ja, der Verdienstausfall während der Studiendauer ist natürlich automatisch im Gesamtlebenseinkommen berücksichtigt, da sind also keine speziellen Anpassungen nötig. Da steht eher die Liquidität im Vordergrund. Es hilft einem ziemlich wenig, wenn man nach dem Studium gut verdienen würde und daraus problemlos einen allfälligen Studienkredit zurückzahlen könnte, wenn man nicht genug hat, um sich das Studium überhaupt erst mal finanzieren zu können. Glücklicherweise gibt's dafür "drüben" aber auch jede Menge Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Wer arm aber talentiert und motiviert ist, hat's in vielen Fällen vermutlich leichter, in Harvard planmäßig zum Abschluß zu kommen, als in Wien erfolgreich ein WU-Studium durchzuziehen.

"Wer arm aber talentiert und motiviert ist, hat's in vielen Fällen vermutlich leichter, in Harvard planmäßig zum Abschluß zu kommen, als in Wien erfolgreich ein WU-Studium durchzuziehen."

DAS halt ich für eine Täuschung. Waren's schon mal länger dort? Sie lassen sich da durch einige wenige was vorspiegeln. Der Prozentsatz an Armen die in den USA überhaupt einen Abschluss bekommen ist massiv geringer.

Ich will sicher nichts beschönigen - die US-Gesellschaft ist ökonomisch polarisiert und die untersten Schichten haben wenig zu lachen - aber die soziale Mobilität ist trotz acht Jahren Bush noch immer höher als bei uns. So gut wie alle Unis, und ganz besonders die bekannten Eliteunis, haben Stipendien für Talentierte und Bedürftige. Die vollen Studiengebühren zahlen nur relativ wenige. Einerseits gibts tw. gestaffelte Tarife je nach Einkommenssituation, andererseits öffentliche, private und interne Stipendien, die teils sogar die Lebenshaltungskosten umfassen, und für alle anderen gibt es ein relativ faires Kreditsystem. Versuchen's mal in A, als armer Student einen Kredit für Miete/Lebenshaltungskosten während des Studiums zu kriegen...

Naja, für österreichische Verhältnisse ist ein WU-MBA nicht schlecht, aber international bringt sowas aus Österreich so gut wie nichts, eben gerade weil es beim MBA mehr auf Uni-Reputation und Netzwerk ankommt als auf die Lehrinhalte - auch im MBA lernt man keine Geheimrezepte die den "normalen" Studenten vorenthalten werden, der wesentliche Unterschied liegt eher in der Didaktik und Aufbereitung oder ggf. in der konkreten Spezialisierung. Als WU-Absolvent einen WU-MBA zu machen wäre, glaube ich, ziemlich sinnlos, was inhaltlich gleichwertiges kann/konnte man sich problemlos auch im normalen Diplomstudium zusammenbasteln, und zwar wesentlich preiswerter, allerdings natürlich nicht ganz so zeiteffizient.

Ich würd auch als WU-Absolvent gut überlegen einen MBA zu machen - 20 JAhre später im Berufsleben sieht's dann möglicherweise anders aus.

Als Techniker / Naturwissenschaftler ist es schon anders - da ist der MBA dazu meist Goldes wert, und schlägt sich stark in der Geldbörse nieder.

Und ein guter MBA - auch aus Österreich - wirkt auch international recht gut. Hängt von der Akkreditierung ab.

Wie gesagt, verwechseln's nicht die unakkreditierten Wald und wiesen MBa's in die man sich ohne Abschluss hinein setzen kann mit den guten postgradualen für Akademiker.

Absolut Ihrer Meinung. Das war ja auch der ursprüngliche Sinn eines Master of BUSINESS ADMINISTRATION, nämlich als wirtschaftliche Zusatzqualifikation für Techniker und andere Disziplinen. Ein MBA für jemanden der ohnehin einen regulären (I)BW-Master/Magister hat, macht m.E. relativ wenig Sinn, da doppelt gemopplet, v.a. wenns dann womöglich auch noch von der selben Uni sein sollte. Wenn man schon einen MBA als Wirtschaftsabsolvent machen will, dann wenigstens erst nach einiger Zeit von einer wirklich angesehenen Uni im Ausland als Wissens- und Methodenupdate und zum Networking, oder ein Spezialisierungs-MBA in einem bestimmten Sektor. Alles andere bringt vielleicht eine Zeile im CV, real aber wenig (außer Kosten und Zeitverlust...).

Stimmt - ich hab auch nie verstanden welchen SInn es hat das Selbe noch mal zu studieren. ;-)

"Teil eines äußerst effizienten und hoch professionell geführten Netzwerkes"

Übersetzung: Korruption.

Kein Wunder das KHG so viel plündern konnte - sitzt man einmal wie die Made im Speck drinnen, lässt man es sich gut gehen.

Eine Hand wäscht die andere. Die 1% entscheiden was geschieht. Und sie lügen.

Korruption ist etwas, was man in den USA - im Gegensatz zu Europa - tatsächlich nicht mag und auch wirklich streng bestraft. Geld oder geldwerte Leistungen fließen daher nur äußerst selten. Aber wenn man von einer der großen Eliteunis kommt und Personal sucht, haben Absolventen derselben üblicherweise einen (natürlich nie offen zugegebenen) Startvorteil, ganz egal wie anonym und objektiv die Auswahl auch ablaufen mag (und bei der Bewerberauswahl könnten sich europäische Unternehmen eine große Scheibe von den Kollegen in den Staaten abschneiden!). Man ist stolz auf seine eigene Uni, für die man viel bezahlt hat und kennt die Qualität aus eigener Erfahrung, daher haben deren Absolventen fast immer auch einen gewissen Vertrauensbonus.

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