Studiengebühren und späteres Gehalt: Return on Investment

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Was man in Top-Programme international renommierter Universitäten investiert, bekommt man in der Regel zigfach zurück

Für ein Studium in Harvard hat schon mancher seine Wohnung verkauft. Selbst mit einem oder gleich mehreren Stipendien à la Fulbright & Co, Zuwendungen von großzügigen Verwandten und dem Verkauf des liebgewonnenen Autos, ist es meist nicht getan. Ein Studium an einer der international renommiertesten Universitäten der Welt kostet die sprichwörtliche Lawine - Lebenshaltungskosten exklusive. Ein MBA (Master of Business Administration) Studium an der Harvard Business School in den USA kostet 112.000 US-Dollar (84.800 Euro) - noch teurer ist ein MBA an der Columbia Business School in New York, dort legt man dafür 115.000 US-Dollar auf den Tisch.

Dennoch gilt bei diesen Ausbildungswegen noch immer: Das, was man zu investieren bereit ist bzw. investiert, amortisiert sich innerhalb der ersten Jahre im Job danach. Wenn man sich nicht ganz falsch anstellt - in der Regel - immer. Nicht nur die Analyse der Deutsche Bank "Mapping the World's Prices" (siehe Grafik rechts), die Studiengebühren, Gehälter und Lebenshaltungskosten gegenüberstellt, bestätigt das. Ein Harvard-Absolvent verdiente im Durchschnitt 113.000 US-Dollar im Jahr 2011. Etwas mehr, als er oder sie für das gesamte Eliten-Programm investiert hat. Innerhalb von (meist) zwei Jahren, die so ein exklusives Programm dauert, wird einem nicht allein eine exzellente Ausbildung zuteil, man wird - und das wird von den allermeisten als Hauptargument "dafür" genannt - Teil eines äußerst effizienten und hoch professionell geführten Netzwerkes.

Vergleichsweise günstig nehmen sich zum Teil die Studiengebühren europäischer Top-MBA-Programme aus: An der Mannheim Business School in Deutschland - die einzige deutsche Hochschule mit einer Triple-Crown-Akkreditierung - gibt es den MBA schon um gut 44.000 US-Dollar, die Gehälter, die deren Absolventen im Schnitt nach der Ausbildung pro Jahr geboten werden, stehen denen von Harvard- oder London-Business-School-Absolventen mit 112.000 US-Dollar um nichts nach.

Für eine internationale Top-Management-Karriere zählt ein MBA mittlerweile schon zum fixen Bestandteil. Und nicht allein der Abschluss zählt, sondern noch mehr, wo man diesen gemacht hat. Für potenzielle Arbeitgeber sind deshalb die Auflistungen der Kaderschmieden, wie etwa das jährliche "Global MBA Ranking" der Financial Times (FT) durchaus Bemessungsgrundlagen im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens. Das aktuelle FT-Ranking (2012) wird wie die Jahre davor von US-Business Schools dominiert: Von den 100 gelisteten MBA-Programmen sind 53 der besten aus den USA, gefolgt von Großbritannien mit 14 MBA-Programmen. Die Top drei bilden Stanford (1), Harvard (2) und Wharton (3), gefolgt von der London Business School und der Columbia (5). Die französische Kaderschmiede Insead mit Ableger in Singapur ist vom vierten Rang (2011) auf den sechsten Rang (2012) zurückgefallen. Platz sieben belegt MIT Sloan, Platz acht und neun gehen an die spanischen Business Schools IE und Iese. Auf Platz zehn der FT-Rangliste liegt die Hong Kong University Of Science And Technology Business School. China holt in Sachen MBA-Programme jedenfalls rasch auf: 2011 kamen zwei Programme ins FT-Ranking, 2012 sind es schon fünf Programme aus dem Reich der Mitte.

Landesspezifische Aspekte

Doch Programmkosten und Durchschnittsgehälter sind nicht wirklich aussagekräftig, werden dabei keine Lebenshaltungskosten berücksichtigt. In der Analyse der Deutsche Bank erschließt sich einiges, was an Zusatzkosten in den jeweiligen Ländern - wenn man denn dort leben und arbeiten möchte - dazu- bzw. wegkommt. Den Studiengebühren für MBAs und den durchschnittlichen Gehaltsangeboten für Absolventen werden Kosten wie Taxigebühren, Büromiete, der Preis für ein Bier oder Kinokarten gegenübergestellt. In einigen Vergleichsdaten wurden interessante landesspezifische Aspekte sichtbar: So ist beispielsweise Singapur für Freunde des Automobils ein vergleichsweise teures Pflaster. Gemessen an den USA zahlt man in Singapur für einen Mercedes SLK 350, den man sich nach einem Studium dieser Art wahrscheinlich relativ rasch und leicht wird verdienen können, mehr als dreimal so viel. Und das Bier ist dort auch doppelt so teuer wie in den Vereinigten Staaten. Dafür sind MBA-Programme und Kinokarten günstiger. Ein Date jedenfalls scheint laut Deutsche-Bank-Analyse in Neu-Delhi am günstigsten zu sein - in Sydney am teuersten. (Gudrun Ostermann, KarrierenStandards, 24.10.2012)

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