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vergrößern 900x600Gefährliche Mischungen und unbestimmte Lösungen von Lawrence Weiner.
Wien - Was die Zusammenführung von Kunst und Leben betrifft, ist Lawrence Weiner ein alter Hase. Schließlich war der renommierte amerikanische Künstler von Anfang an daran interessiert, dass sein Werk mit der Umgebung kommuniziert. Neben Ausstellungen im Kunstkontext hat Lawrence Weiner seine textbasierten Werke deswegen auch immer wieder in öffentlichen Räumen (u. a. auf einem der Wiener Flaktürme im sechsten Bezirk) platziert.
In der laufenden Ausstellung in der Galerie Hubert Winter dringt dieses Anliegen zumindest noch durch: Impeded Time steht dort in den für Weiner typischen Lettern auf der Schaufensterscheibe, wo der Schriftzug von außen lesbar und gleichzeitig Titel und Kunstwerk ist. Auch wenn der Satz (dt.: Die Zeit, die stillsteht) das Bewusstsein für die Hektik des Lebens kurzfristig steigert, steht die Zeit in der Ausstellung jedoch keineswegs still.
An der Wand ist dort vielmehr eine neue Serie des Künstlers zu sehen, die sowohl auf aktuelle Realitäten als auch auf ihren Wandel verweist: Schwarzes Öl - gemischt mit - weißem Sand steht dort geschrieben, und: pending resolve (dt. so viel wie: die Lösung ist unbestimmt).
Während man mit dieser gefährlichen Mischung nicht nur Reichtum, sondern auch Umweltkatastrophen assoziiert, werden von Weiner auch ganz alltägliche Mittel wie Weißer Zucker und Weißes Salz "gemischt". Eine Stufe darunter stellt der Künstler wiederum den Mix von Braunem Lehm mit Rotem Ton zur Debatte, was den Betrachter von den "weißen" Wohlstandssubstanzen wegführt, hin zu den Baustoffen ärmerer Weltgegenden.
Im Schriftbild macht Weiner das "Öl" zwar nicht wichtiger als den "Ton"; ein Gefälle der verhandelten Themen macht jedoch die Reihung von Lehm/Ton an unterster Stelle bewusst.
Dass die Welt am richtigen Verhältnis noch arbeiten muss, lässt hinter jeder Mixtur der Nachsatz pending resolve erahnen, der offen, aber nicht pessimistisch ist.
Im Gegensatz zu der nüchternen Bestandsaufnahme nimmt sich das Sprachbild im letzten Raum aber dennoch gleich noch poetischer aus: Sanft - zermahlene - Steine - wieder und wieder - bis Stein wie Sand & fortgeschwemmt. - Alles zu seiner Zeit, liest man da und kriegt mit Weiners Gelassenheit gegenüber dem Wandel der Zeiten auch einiges von seiner gereiften Lebenseinstellung mit. (Christa Benzer, DER STANDARD, 25./26.10.2012)
Bis 3. 11., Galerie Hubert Winter, Breite Gasse 17, 1070 Wien
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eigentlich auch andere Künstler als Laurence Weiner und die leider verstorbenen Fred Sandback und Birgit Jürgenssen im Programm??
Sobald es um etwas geht (Messen, curated by) gibt es eh nur die 3 im Wechselradel zu sehen...
Und wie schon bei Meyer Kainer gepostet: eine Frechheit, die curated-by-Mittel einzusetzen, um seinen Haus-und-Hof-Künstler einzufliegen. Kuratorinnen braucht dieser alte Hase für eine Galerienausstellung ganz sicher nicht (und wann braucht man die sowieso, außer um Mehrarbeit zu haben...?)
Vom Standard würde ich mir wünschen, auch das mal zu hinterfragen.
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