Landeshauptleute für weniger Bürokratie im Schulsystem

24. Oktober 2012, 15:33

Niessl sieht "hohes Einsparungspotenzial"

Wien/Ehrwald - Für mehr Schulautonomie und weniger Bürokratie in der Schulverwaltung haben sich Österreichs Landeshauptleute am Mittwoch bei einer Konferenz auf der Zugspitze bei Ehrwald in Tirol ausgesprochen. Unter anderem soll ein Direktor auch für mehrere Schulen verantwortlich sein können. Die Ebene der Bezirksschulräte soll wegfallen, kündigte der Vorsitzende des Gremiums, der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bei einer Pressekonferenz an.

Mehr Autonomie

Verhandlungsführer bei der Bildungsreform war Burgenlands Hans Niessl (SPÖ). Er sprach von keinem "hohen" Einsparungspotenzial. Es gebe aber Möglichkeiten für mehr Autonomie im Schulbereich. Direktoren und Lehrer sollten gestärkt werden. Ernennungen sollten rascher durchgeführt werden, ebenso wie der Neubau oder das Renovieren von Schulen. Zwischen Neuen Mittelschulen und Gymnasien soll es Kooperationen für die ganztägige Betreuung geben.

Mehr Verantwortung für Schulleiter

Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) plädierte für mehr Autorität und Verantwortung der Schulleiter. Sie sollten Mitsprache bei der Lehrerauswahl haben "und nicht wegen jeder Bagatelle nach oben gehen müssen". Unnötige Bürokratie sei "zu entfernen", meinte Pühringer. (APA, 24.10.2012)

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16 Postings
Wenn man unser Bildungssystem verbessern und objektivieren möchte, müsste man

ALLE Schulen und Lehrer einer Behörde unterstellen (Bund). Sämtliche Landesschulräte abschaffen (das sind nur Machtausübungsapparate). Die Bezirksschulräte sind wichtige Anlaufstellen für die Direktoren bezüglich Administration.
Erst dann wird es möglich sein die Pflichtsprengel aufzuheben, um für Eltern bzw Kinder eine halbwegs freie Schulwahl möglich zu machen.
Leiter sind für das Personal und den Erfolg der Schule verantwortlich.

Ich bin

für weniger Bürokratie in den Ländern.
Warum muß es in Österreich 9 Landeshäuptlinge samt Entourage geben, wenn man im weitaus größeren Bayern nur eine Verwaltungseinheit benötigt?
Das sollten sich die Oberföderalisten mal fragen!

schulautonomie

solange direktoren nur über parteipolitische kompetenzen verfügen ist schulautonomie nicht wirklich wünschenswert bzw. sinnbringend. man müsste endlich direktoren bestellen, die über fachkompetenz verfügen.

Mitsprache bei der Lehrerauswahl

Sie sollten Mitsprache bei der Lehrerauswahl haben "und nicht wegen jeder Bagatelle nach oben gehen müssen". Unnötige Bürokratie sei "zu entfernen", meinte Pühringer.

ja, einverstanden, wenn die Lehrer Mitsprache bei der Leiterauswahl haben!

haben

sie doch längst (oberösterreich zum Beispiel)

seit wann können lehrer einen direktor abwählen?

dringend! urgent!

uralt

wenn er 4 jahre lang sein amt miserabel führt, geht dassowohl durch bezirksschulrat, eltern un lehrer in oö

bleibt die frage, wer die miserabilität bescheinigt. ich kenne keinen

ein

mehrheitsbeschluss, hat schon einige fälle gegebn, meist sind aber die lehrer zu feig, vom leder zu ziehen...

Aber so ein Blödsinn auch...

Da die (parteipolitisch besetzten) Kollegien die Ernennungen beschließen, können Lehrer/innen soviel fordern, berichten, ankreiden, wie sie wollen. Nur wenn ein Direktor/eine Direktorin einmal einer Person unangenehm wird, die sich ein wenig oberhalb in der gesegneten Schulhiererachie befindet, wird es für ihn/sie eng.

red kan holler

und les dir einmal das einschlägige oö gesetz dazu. es wäre ohne weiteres möglich nur sind die lehrerinnen und eltern viel zu feige, es jemanden ins gesicht sagen zu müssen da tuschelt lieber jahrelang herum oder speibt den frust in foren raus, wenn ein direktor unfähig ist. es gab sogar schon solche fälle, nur muss man halt auch einmal männermut vor königsthronen beweisen nicht nur , wie sie, herumsudern

A bisserl weniger grob geht es auch.

Ich bin zwar erstens kein Oberösterreicher, kenne aber die für meinen Schultyp zutreffenden Bestimmungen und weiß, wie zahnlos sie sind. Ich darf darauf verweisen, dass im schönen NÖ die Zahl der abgesetzten Schulleiter/innen in den letzten 10 Jahren um die Null lag, ähnlich in Wien, ähnlich in Salzbug.

In letzterem Bundesland wurden m. W. zwei VS-Direktoren nach einem glücklos verlaufenen Strafverfahren wegen angeblich falsch berechneter Werteinheiten wieder eingesetzt.

grob?

"Aber so ein Blödsinn " ihr O-Ton...ich kenn sie für alle schultypen, zahnlos sind sie evtl. deswegen, weil die leute letzten endes feig sind und halt immer wollen, dass ihnen andere die schmutzarbeit erledigen. NÖ gegen null hat den grund darin, dass das ganze land besonders die schulen den schwanz vor pröll und seinen fürhungseliten einzieht und ihm immer mehr die zustimmung gibt (wie es wirklich zugeht zeigt ja euer fall meyer) der fall mit den werteinheiten kenn ich, da war keine schädigungsabsicht nachweisbar, daher ein berechtigter freispruch... es geht ja um leute, die schulgesetze oft schwerstens übertreten, da wird aus feigheit nichst gemacht

Gut, da war ich auch nicht gerade herzlich.

Sie haben offensichtlich einen wunden Punkt getroffen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man sehr viel riskiert, wenn man gegen einen offensichtlich unfähigen Schulleiter vorgeht.

Das System ist ziemlich mächtig und durchaus bereit, diese Macht einzusetzen.

sowas kann ich mir in der HS überhaupt nicht vorstellen. aber danke, ich werd's ans kollegium weiterleiten. ;-)

Diese Meldung passt hervorragend zu der über die "Rettung" der

(überhaupt nicht parteinahen) Bezirksschulinspektoren.

Unverfroren.

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