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Setzt ein Läufer das Training oder den Wettkampf trotz Schmerzen fort, können die natürlichen Reparaturmechanismen die Entstehung einer sogenannten Ermüdungs- oder Stressfraktur nicht mehr verhindern. Der Knochen bricht dann mitunter völlig überraschend - wie etwa bei US-Sprinter Manteo Mitchell.
Bonn - Hartes Training kann bei Laufsportlern, aber auch bei Tänzern, Fußballprofis oder Radsportlern zu einer schmerzhaften Überbelastung an Bein- und Fußknochen führen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) weist darauf hin, dass es mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung möglich ist, drohende Knochenbrüche frühzeitig zu erkennen. Sportler können so unterstützt werden, Trainingspausen frühzeitig einzuleiten und einen möglichen "Karriereknick" in Folge einer solchen "Stressfraktur" zu vermeiden.
Eine Überbelastung durch Training und Wettkämpfe leitet im Knochen Umbauvorgänge ein: Der Knochenstoffwechsel baut verstärkt Knochengewebe auf und auch ab. Sportler bemerken dies durch Schmerzen, die typischerweise bei Belastung des betroffenen Beines auftreten. Setzen sie das Training trotzdem fort, können die natürlichen Reparaturmechanismen die Entstehung einer sogenannten Ermüdungs- oder Stressfraktur nicht mehr verhindern. Der Knochen bricht dann mitunter völlig überraschend - wie etwa bei US-Sprinter Manteo Mitchell in der 4x100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen im August dieses Jahres. In etwa der Hälfte der Fälle ist der Schienbeinknochen betroffen.
"Überlastungsschmerzen sind vor allem bei professionellen Langstreckenläufern und ambitionierten Amateuren keine Seltenheit", berichtet Rainer Berthold, Facharzt für Orthopädie aus Wetzlar und Leiter des Arbeitskreises Bewegungsorgane der DEGUM. Eine exakte Diagnose sei jedoch nur mittels Kernspintomografie möglich, da sie die Stressreaktion des Knochens und eventuelle Mikrofrakturen sichtbar macht", so der Experte. Die Kernspintomografie sei allerdings kostspielig und stehe vielen Ärzten nur begrenzt zur Verfügung. Eine Röntgenuntersuchung in Verbindung mit einer üblichen hochfrequenten Ultraschalluntersuchung zeige allerdings erst die späteren Stadien des Ermüdungsbruches.
Eine leistbare Alternative, mit der sich früh wertvolle Hinweise finden ließen, biete eine Untersuchung mit einem Gerät zur therapeutischen Ultraschallanwendung. Das Gerät, das in vielen Sportarztpraxen beispielsweise zur Behandlung von Gelenkschmerzen eingesetzt wird, gibt über einen Sender hochfrequente Schallwellen auf das erkrankte Gewebe ab. "Die dadurch ausgelösten Mikrovibrationen provozieren bei Sportlern mit Stressfrakturen leichte Knochenschmerzen, ähnlich denen, die auch bei der Überlastung im Training auftreten", erklärt Berthold.
Sportmediziner aus Griechenland haben die Ultraschalluntersuchung jetzt an 113 Hochleistungssportlern mit vermuteter Stressfraktur erprobt. Von den 110 Sportlern mit einer Stressverletzung zeigten 90 auch mit der Ultraschallanwendung eine Schmerzreaktion. Nur in einem Fall wurde ein Verdacht in der Ultraschallanwendung durch die Kernspintomografie nicht bestätigt. (red, derStandard.at, 24.10.2012)
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