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Sunrise nimmt einen harten Sparschnitt vor: Der zweitgrößte Telekomkonzern der Schweiz kündigt 140 Angestellte. Für diese gibt es einen Sozialplan. Verschont werden Lehrlinge und der Kundendienst. Alle übrigen Geschäftsbereiche müssen dagegen bluten.
Nach dem Stellenabbau wird Sunrise noch 1.685 Mitarbeiter und 89 Lehrlinge beschäftigen, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. In den vergangenen Tagen hatten bereits verschiedene Medien über den Aderlass bei Sunrise berichtet.
Der gesamte Arbeitsplatzabbau ist aber noch deutlich größer. Ende Juni hatte der Telekomanbieter noch gut 2.000 Vollzeitstellen (mit Lehrlingen). Man habe in der letzten Zeit bereits durch Fluktuationen und Pensionierungen Jobs aufgehoben, sagte ein Sprecher auf Anfrage.
Damit fallen im Vergleich zu Ende Juni insgesamt 240 Arbeitsplätze weg, nachdem der Personalbestand im laufenden Jahr wegen der Übernahme der Firma Nextira One sowie des Ausbaus des Kundendienst und die Eröffnung neuer Läden deutlich gewachsen war. Anfang Jänner hatte Sunrise erst gut 1.700 Vollzeitstellen gezählt.
Für die wegen der Restrukturierung Entlassenen kommt ein Sozialplan zur Anwendung, der in der Vergangenheit mit der Personalvertretung und der Gewerkschaft Syndicom ausgehandelt worden war. Wer seinen Job verliere, werde freigestellt und erhalte bei der Arbeitssuche Unterstützung durch ein spezialisiertes Unternehmen, hieß es.
Als Grund für den tiefen Einschnitt führt Sunrise an, dass man die eingeschlagene Wachstumsstrategie auch bei einem zunehmend härteren Wettbewerb fortsetzen wolle. Dafür müsse Sunrise effizienter werden, sagte Unternehmenssprecher Michael Burkhardt.
Branchenprimus Swisscom hatte Mitte Juni seine Konkurrentinnen Sunrise und Orange mit einer Offensive bei der Handytarifstruktur überrascht, welche die Preise unter Druck setzte. Sunrise musste innerhalb kurzer Zeit nachziehen und ihre Tarife ebenfalls senken.
Gleichzeitig stehen erhebliche Investitionen für den Ausbau des Handynetzes auf die neue Mobilfunkgeneration LTE an. Alleine für die Ersteigerung der dafür nötigen Mobilfunklizenzen muss Sunrise inklusive Zinsen für die Ratenzahlung 504 Mio. Franken (416,60 Mio. Euro) auf den Tisch legen.
Damit bezahlt Sunrise wesentlich mehr als die deutlich größere Swisscom, die für ihre Mobilfunklizenzen 360 Mio. Franken an die Bundeskasse überweist. Orange kommt mit 162 Mio. Franken davon.
Zudem verschlingt der Ausbau der Netze Geld: Sunrise werde im nächsten Jahr über 200 Mio. Franken in die Infrastruktur von Fest- und Mobilfunknetz investieren, hieß es weiter.
Die neue Mobilfunkgeneration LTE, die das Unterwegs-Surfen in neue Geschwindigkeitssphären katapultiert, will Sunrise im nächsten Frühjahr in elf Gemeinden und Städten starten. Dazu werden in den nächsten Monaten Schritt für Schritt in der Agglomeration Zürich und in Zug sowie in fünf Wintersportorten erste Pilotnetze in Betrieb genommen.
Ein Interesse an mehr Profitabilität hat auch die Sunrise- Besitzerin CVC. Der Finanzinvestor, der Sunrise vor zwei Jahren nach der geplatzten Hochzeit mit Orange übernommen hatte, will den Telekomanbieter in wenigen Jahren die Börse bringen. Da macht sich eine Gewinnsteigerung nicht schlecht, um Aktionäre anzulocken.(APA, 24.10. 2012)
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