E.ON kippt letztes AKW-Projekt im Ausland

24. Oktober 2012, 15:36
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Der deutsche Energieriese E.ON zieht sich aus Finnland zurück und nimmt Schweden und Dänemark ins Visier

Düsseldorf/Helsinki - Der deutsche Energieriese E.ON zieht sich aus Finnland zurück und gibt damit auch sein letztes Atomkraft-Projekt im Ausland auf. E.ON will seinen Anteil von 34 Prozent an dem Konsortium zum Bau eines Reaktors im Westen Finnlands verkaufen, wie das Konsortium Fennovoima und E.ON mitteilten. Fennovoima suche nun einen neuen Investor. Eine Investitionsentscheidung für das vier bis sechs Milliarden Euro teure Projekt war bisher noch nicht gefallen. An dem Konsortium sind neben E.ON der Stahlkonzern Outokumpu, der Einzelhändler Kesko und Töchter des schwedischen Metallkonzerns Boliden beteiligt.

Kraftwerke in Deutschland und Schweden

Im März hatten E.ON und sein Essener Wettbewerber RWE vor allem aus Kostengründen bereits ihre gemeinsamen Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien aufgegeben. E.ON betreibt außer in Deutschland auch in Schweden Kernkraftwerke.

Jonas Abrahamsson, Manager der für die nordische Region zuständigen Konzern-Tochter E.ON Sverige, erklärte, E.ON wolle sich aus Finnland zurückziehen und seine Investments in Nordeuropa auf Schweden und Dänemark konzentrieren. "Wir haben daher den Verkaufsprozess unserer Geschäfte in Finnland gestartet." Neben dem Anteil an dem AKW-Konsortium ist E.ON in Finnland mit 20 Prozent an dem dortigen Gasnetzbetreiber Gasum beteiligt. Der Konzern setzte 2011 in dem Land rund 155 Millionen Euro um.

Der Essener Konkurrent RWE verfolgt nach dem Rückzieher in Großbritannien keine Pläne zum Bau neuer Meiler mehr. Neben seinen Atomkraftwerken in Deutschland ist RWE an dem niederländischen Meiler in Borssele beteiligt. Überlegungen zum Bau eines zweiten Blocks an dem Standort hat der Konzern mit Verweis auf unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen aufgegeben. Bereits 2009 hatte der Versorger Pläne zum Bau eines Meilers in Bulgarien - auch nach Widerstand im eigenen Aufsichtsrat - gekippt. Anfang vergangenen Jahres machte RWE auch in Rumänien einen Rückzieher. (APA/Reuters, 24.10.2012)

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