Ferrari setzt auf Attacke

24. Oktober 2012, 10:56
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Nach Generalüberholung des F2012 hoffen die Italiener Red Bull in Indien Paroli bieten zu können - Probleme mit veraltetem Windkanal latent

Neu-Delhi/Maranello - Ferrari bläst in der Formel-1-WM zum finalen Angriff. Fernando Alonso und das italienische Traditionsteam sind in den vergangenen drei Rennen ins Hintertreffen geraten. Sechs Punkte fehlen dem Spanier auf Spitzenreiter Sebastian Vettel, der im Red Bull zuletzt drei Siege in Folge gefeiert hat. Noch mehr aber fehlt Alonso ein siegfähiges Auto. Das will ihm Ferrari am Wochenende in Indien wieder bieten.

Der Grand Prix in Greater Noida bei Neu-Delhi könnte zum Schlüsselrennen für Alonsos wiederholten Anlauf auf seinen dritten WM-Titel werden - nicht nur wegen der 25 Punkte, die für den Sieg zu vergeben sind, sondern auch wegen der kurzen Überführzeit zum folgenden Rennen in Abu Dhabi. In den Emiraten wird nur eine Woche später der drittletzte WM-Lauf ausgetragen. Das Auto ist im Vergleich zu Indien kaum veränderbar.

Generalüberholter Ferrari

"Wir können nicht mehr verteidigen, sondern müssen in den letzten vier Rennen angreifen", betonte Ferraris Chefdesigner Nikolas Tombazis. In Indien soll sich der F2012 mit neuem Auspuff, neuen Flügeln und Änderungen im Bereich des Diffusors präsentieren. Die Generalüberholung soll mehr als 0,2 Sekunden pro Runde bringen. Zuletzt hatte Ferrari aber sogar noch mehr gefehlt, um mit Doppel-Weltmeister Vettel und Red Bull mitzuhalten.

Aerodynamik-Problem

Alonso hatte zuletzt die schleppenden Neuentwicklungen kritisiert. Während den Bullen um Stardesigner Adrian Newey mit einem völlig neuen aerodynamischen Konzept in Singapur, Japan und Südkorea der große Wurf gelungen ist, hatte Ferrari mit der Korrelation der Daten zwischen dem veralteten Windkanal in Maranello und der Realität zu kämpfen. Neue Teile brachten in der Simulation mehr als auf der Strecke. 

Diskrepanz zwischen Windkanal und Streckenrealität

"Wir arbeiten sehr hart an der Weiterentwicklung des Autos", versicherte Alonsos Teamkollege Felipe Massa, der dem Spanier auch 2013 erhalten bleibt. "Wir haben in den letzten Rennen Probleme gehabt, weil die Teile auf der Strecke nicht funktioniert haben." Das soll mit dem neuen Aerodynamikpaket verhindert werden. Vergangene Woche soll die Scuderia dafür mit Entwicklungspilot Davide Rigon einen "Geradeaustest" in Idiada in Spanien eingeschoben haben.

Mittlerweile werden die Daten auch mit dem - deutlich neueren - Windkanal von Toyota in Köln verglichen. Dazu wird die Anlage in Maranello modernisiert. Das kann sich aber frühestens für die kommende Saison positiv auswirken. "Das ist ein Teil des Programms, um das Team zu verbessern", erklärte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Ich möchte aber nicht hören, dass das eine Ausrede für die laufende WM ist."

Vor allem im Qualifying hatte Red Bull zuletzt dominiert. In Japan und Korea besetzten Vettel und Teamkollege Mark Webber jeweils die erste Startreihe. Alonso dagegen war auf dem "Grid" seit der Sommerpause nie besser als Vierter. "Wir müssen so hart wie möglich arbeiten, um Fernando am Ende der Saison das bestmögliche Auto zu bieten", betonte Domenicali. Chefdesigner Tombazis ergänzte vor dem Finale in vier Akten: "Wir haben einen aggressiven Plan." (APA, 24.10.2012)

  • Wer seinen Wagen liebt, der schiebt.
    foto: epa/diego azubel

    Wer seinen Wagen liebt, der schiebt.

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