Steuern auf Aktien reißen Facebook ins Minus

24. Oktober 2012, 08:04

Anleger aber zufrieden - Zuckerberg sieht Fortschritte auf Mobil-Markt

Facebook muss abermals einen Verlust hinnehmen. Grund sind galoppierende Kosten und hohe Steuern. Die Anleger sind von den Geschäftszahlen fürs dritte Quartal dennoch begeistert. Denn es scheint, dass das Soziale Netzwerk im problematischen mobilen Geschäft Fortschritte macht. Die Aktie schoss am Dienstag nachbörslich um mehr als 8 Prozent nach oben.

Minus von 59 Millionen Dollar

Wegen hoher Steuern auf Aktien, mit denen das Unternehmen seine Mitarbeiter entlohnt, fiel unterm Strich ein Minus von 59 Millionen Dollar (45 Mio. Euro) an. Auch die Kosten fürs Marketing, die Verwaltung oder die Entwicklung neuer Produkte schnellten nach oben. Bereits im Vorquartal hatte der Börsenneuling rote Zahlen geschrieben. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 227 Millionen Dollar verdient.

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hob am Sitz in Menlo Park die Fortschritte im mobilen Geschäft hervor, das als Schwachpunkt gilt. Es könnten über mobile Geräte mehr Menschen erreicht werden und diese würden öfter vorbeischauen als am Computer, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Smartphones oder Tablets

Mittlerweile nutzen 604 Millionen Nutzer ihre Smartphones oder Tablet-Computern, um mit ihren Facebook-Freunden in Kontakt zu bleiben. Das sind 61 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Gesamtzahl der monatlichen Nutzer lag zuletzt bei mehr als einer Milliarde, ein Zuwachs von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte davon schaut sogar täglich bei Facebook vorbei.

Die Nutzer sind der Schatz von Facebook, denn diese Masse macht das soziale Netzwerk für die Werbetreibenden interessant. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar. Die Werbung machte daran 86 Prozent aus, der Rest ist vor allem der Anteil von Facebook an kostenpflichtigen Online-Spielen.

Lichtblick für Facebook

Die Zahlen sind ein Lichtblick für Facebook: Nach dem Börsengang im Mai war die Aktie von 38 Dollar auf bis zu 17,55 Dollar abgestürzt, weil die Sorge überhandnahm, dass Facebook im mobilen Geschäft kein Geld verdient. Der Smartphone-Bildschirm bietet weniger Platz für Werbung als ein Computermonitor. Doch Facebook steuerte mit neuen Werbeformen gegen. Die aufgezeigte Entwicklung ließ die Anleger hoffen. Nachbörslich kostete das Papier mehr als 21 Dollar.(APA,24.10. 2012)

Share if you care
13 Postings

Facebook-Verlierer sind niederländische Pensionisten, weil Zuckerberg den Pensionsfonds überteuerte Aktien angedreht hat.
http://www.finanzen100.de/nachricht... 338609539/

Also ich nutze FB nicht mehr weil mir die Werbung zuviel und zu lästig wurde ...

die anleger werden nicht mehr so zufrieden sein, wenn dank edgerank die leute abwandern.

jetzt wissen wir endlich, wer oder was hinter dem trend zu größeren bildschirmchen steht.

Wenns das Börsenklima beruhigt, solls mir recht sein...

Allerdings find ich die Implementierung der mobilen Werbung wenig überzeugend. Im Prinzip hat man einfach nach den ersten Posts einen Block mit 3 Anzeigen reingepfuscht. Wenn das alleine die positive Auswirkung aufs Werbegeschäft bewirkt hat, dann kündige ich morgen meinen Job als Entwickler und werde Biobauer...

Es wird ja auch im Namen deiner Freunde Werbung geschalten ...

und mittlerweile hatte ich mehr Werbung in meinem Stream als ordendliche Kommentare oder Postings. Deshalb wurde FB einfach geschlossen und ich widme mich nun G+
Dort funktioniert die Trennung besser! Weit interessanter! Weniger Klumpat Content wie "Max Muster mag rote Gummibären" ect. (wen interessierts was/wen Max Muster mag!?)

steuern - na und?

würde nicht jedes unternehmen ohne steuern bessere zahlen liefern? was will uns die schlagzeile also sagen?

stimmt doch, oder?

Aktuell liegt die Aktie von Facebook (nachbörslich) bei 22.01 Dollar (12.87%).

Ich werde die Funktion eines Börsetickers (der jetzt gerade +0,93% und nicht +8% zeigt) und die Bedeutung des Begriffs "nachbörslich" wohl nie verstehen.

Wie kann sich ein Kurs verändern, wenn er nicht gehandelt wird? Tagesendkurs am 23.10. war 19,50.

Eine kl. Definition

"Als Nachbörslicher Handel werden die Transaktionen mit Wertpapieren bezeichnet, die nach dem offiziellen Börsenschluss getätigt werden. Die Geschäfte werden zumeist zwischen Banken abgeschlossen. Doch auch Privatanleger haben die Möglichkeit, am nachbörslichen Handel teilzunehmen. Die Geschäfte können beispielsweise per Telefon oder mit Hilfe des Internets durchgeführt werden. Die Verantwortung der Börse entfällt dabei."

Weitere Definition

"Der nachbörsl. Handel steht für Börsengeschäfte nach Börsenschluß. Die Nachbörse schließt im allg. die Privatanleger aus und lediglich Banken handeln über elektr. Informationsdienste. Gleichzeitig kann die Nachbörse eine Richtungsentwicklung für den nächsten Börsentag darstellen."

Danke!

Was jetzt aber automatisch zur Frage führt, wozu man die Börse dann noch braucht, wenn die Banken und Privatanleger offensichtlich auch ohne sie mit Aktien handeln können.

:-)

Die Börse ist halt ein Marktplatz

und bietet dafür bestimmte Dienstleistungen an, die den Kauf und Verkauf ermöglichen.

Du kannst es in gewisser Weise mit einem Einkaufszentrum oder einem zur Verfügung gestellten Marktplatz vergleichen. Im Prinzip kann ich auch beim Händler ums Eck einkaufen, der nur bestimmte Produkte führt. Aber es kann auch praktisch sein, in ein Einkaufszentrum/auf einen Markt zu gehen, wo ich mit mehreren potentiellen Vertragspartnern (Geschäften) zusammenkommen kann.

Die Rolle der Börse übernimmt in dem Fall halt der Einkaufszentrumsbetreiber, der Infrastruktur und Dienstleistungen (Security, ...) zur Verfügung stellt.

Triffts nicht 100%, aber vom Prinzip her ist es das.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.