Tag der Mühsal für die Großen

24. Oktober 2012, 00:04

Donezk dominiert Chelsea - Nordsjälland ringt Juve Remis ab - Last-Minute-Sieg von Barca gegen Celtic - Bayern reicht Elfer bei Lille

Wien - Kein leichtes Leben für die Favoriten am Dienstag in der dritten Runde der Fußball-Champions-League: Titelverteidiger Chelsea musste sich beim starken ukrainischen Meister Schachtar Donezk mit 1:2 geschlagen geben. Italiens überlegener Tabellenführer Juventus Turin kam mit einem 1:1 beim dänischen Meister Nordsjälland nicht über das dritte Remis in Serie hinaus. Der FC Barcelona kam mit Halbgas zu einem 2:1 gegen Celtic Glasgow, Manchester United musste gegen Sporting Braga einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand in ein 3:2 umkämpfen.

Bayern pflichtgemäß

Drei wichtige Punkte gab's für Bayern München: Der Vorjahresfinalist setzte sich nach der 1:3-Pleite bei BATE Borisow in Lille mit einiger Mühe 1:0 durch. Das einzige Tor im nagelneuen, für die EM 2016 errichteten Grande Stade Metropole erzielte Thomas Müller mit einem wohlwollend vom Referee verhängten Elfmeter (20.). Der in Hochform befindliche deutsche Teamspieler rollte den Ball sicher ins rechte Eck, nachdem Kapitän Philipp Lahm zuvor im Strafraum Übergewicht bekommen hatte. Lille bemühte sich anschließend mit Verve, so zügig wie möglich den Ausgleichstreffer zu erzielen. Dabei offenbarte der französische Double-Gewinner von 2011 gleich mehrfach, warum er in der heimischen Liga derzeit nicht gut dasteht: Lille agierte oft zu ungenau und überhastet.

Zur Pause verloren die Bayern Flügelspieler Franck Ribery, der seine Karriere einst beim OSC begann, mit muskulären Problemen und mussten gegen physisch starke Franzosen im Finish noch um den hart erarbeiteten Sieg zittern. David Alaba kam nach überstandenem Mittelfußbruch wie in der Liga gegen Fortuna Düsseldorf (5:0) zu einem Kurzeinsatz, der 20-jährige Österreicher wurde in der 84. Minute für Müller eingewechselt. Trainer Jupp Heynckes: "Wir waren nicht so spielfreudig, nicht so lauffreudig - wichtig ist aber, dass man solche Spiele gewinnt."

In der Liga sind die Bayern nach neuem Startrekord mit acht Siegen in acht Spielen souveräner Tabellenführer. In der Champions League müssen sie sich mit sechs Zählern vorerst hinter den punktegleichen Teams aus Borisow und Valencia anstellen. Die Spanier präsentierten sich in Weißrussland souverän und mit drei Toren von Roberto Soldado. Der Stürmer traf per Elfmeter (45.+1), per sehenswertem Volley (55.) und nach Doppelpass mit Tino Costa (69.) gegen die zurück am Boden angekommenen Gastgeber. Das noch punktelose Lille scheint bereits aus dem Rennen.

Barcelona mit Punktlandung

Barcelona hat das Achtelfinale nach seinem dritten Sieg praktisch bereits gebucht. Barca dominierte gegen Celtic, geriet aber in Rückstand, als Georgios Samaras via Javier Mascherano mit einem Kopfball das Goal fand (18.). Die Katalanen, die in der Defensive mit Carles Puyol, Gerard Pique, Sergio Busquets und Dani Alves vier Stammspieler vorgeben mussten, hatten etwa 70 Prozent Ballbesitz, bissen sich aber lange am Abwehrwall der Schotten die Zähne aus. Zudem zeigte Celtic-Keeper Fraser Forster manch sehenswerte Parade.

Andres Iniesta gelang nach einem doppelten Doppelpass, erst mit Weltfußballer Lionel Messi, dann mit Landsmann Xavi, kurz vor der Pause der traumhafte Ausgleich (45.). Den 100. Sieg in der Champions League bescherte Spaniens Vizemeister Linksverteidiger Jordi Alba erst in der vierten Minute der Nachspielzeit. In den zweiten 45 Minuten schien es mitunter, als wollten die Blau-Roten die Sache ohne den allerletzten Nachdruck regeln. Das gelang letztlich mit Punktlandung und dem 18. Heimsieg im Europacup hintereinander. Celtic-Coach Neil Lennon: "Wir haben einen großen Kampf geliefert."

Bereits am früheren Abend hatte Spartak Moskau mit einem 2:1 gegen Benfica Lissabon erstmals gepunktet und die Portugiesen auf den letzten Gruppenplatz verwiesen.

Erste Niederlage für Di Matteo

Für Chelsea ging die Generalprobe für den Ligaschlager am Wochenende gegen United gehörig daneben. Englands ungeschlagener Tabellenführer war in der Ukraine lange Zeit chancenlos. Donezk, in der ukrainischen Meisterschaft noch ohne Punkteverlust, lag durch Tore von Alex Teixeira (3.) und Fernandinho (52.) komfortabel in Führung. Den Londonern gelang durch Oscar nur noch der späte Anschlusstreffer (88.).

Donezk ist damit noch vor Chelsea (erste Niederlage in der CL unter Trainer Roberto di Matteo) und Juventus Tabellenführer. Die Turiner entgingen in Dänemark gerade noch der totalen Blamage. Mikkel Beckmann hatte Nordsjälland mit dem ersten CL-Tor der Klubgeschichte mit einem Freistoß in Führung gebracht (51.), dem eingewechselten Mirko Vucinic gelang zumindest der Ausgleich (81.) für den italienischen Champion. Mit drei Punkten aus drei Spielen könnte wird es für Juve aber nun höllisch schwer, das Achtelfinale noch zu erreichen. 

Teuflische Aufholjagd

Manchester United drehte sein Heimspiel gegen Braga nach 0:2-Rückstand noch um. Kapitän Alan hatte die Portugiesen mit einem frühen Doppelschlag in Führung gebracht (2., 20.), United kämpfte sich aber durch zwei Kopftore des Mexikaners Javier Hernandez (25., 75.) sowie einen glücklichen Treffer von Verteidiger Jonny Evans (62.) auf die Siegerstraße.

United hatte gegen müde werdende Portugiesen noch rechtzeitig seinen Rhythmus gefunden. Ein Punkt nur noch fehlt nach dem dritten Erfolg auf das Achtelfinale. Im Parallelspiel trennten sich Galatasaray Istanbul und CFR Cluj in einem durch heftigen Regen und entsprechend schwierige Bedingungen mit einem 1:1. Die Rumänen schoben sich damit mit vier Punkten auf den zweiten Tabellenplatz vor, während die diesmal überlegenen Türken mit lediglich einem Zähler vor dem Aus stehen. (APA/rob, derStandard.at, 24.10.2012)

Champions League, 3. Runde, Dienstag

Gruppe E

FC Nordsjälland - Juventus Turin 1:1 (0:0)
Kopenhagen, Tore: Beckmann (50.) bzw. Vucinic (81.)

Schachtar Donezk - Chelsea 2:1 (1:0)
Donezk, Tore: Teixeira (3.), Fernandinho (52.) bzw. Oscar (88.)

Gruppe F

BATE Borisow - Valencia 0:3 (0:1)
Minsk, Tore: Soldado (45.+1/Elfmeter, 55., 69.)

OSC Lille - Bayern München 0:1 (0:1)
Lille, Tor: Müller (20./Elfmeter). Alaba spielte bei Bayern ab der 84.

Gruppe G

Spartak Moskau - Benfica Lissabon 2:1 (2:1)
Moskau, Tore: Carioca (3.), Jardel (43./Eigentor) bzw. Lima (33.)

FC Barcelona - Celtic Glasgow 2:1 (1:1)
Barcelona, Tore: Iniesta (45.), Alba (94.) bzw. Samaras (18.)

Gruppe H

Galatasaray Istanbul - CFR 1907 Cluj 1:1 (0:1)
Istanbul, Tore: Burak Yilmaz (77.) bzw. Nounkeu (19./Eigentor). Gelb-Rote Karte: Aguirregaray (28./Foul/Cluj)

Manchester United - SC Braga 3:2 (1:2)
Manchester, Tore: Hernandez (25., 75.), Evans (62.) bzw. Alan (2., 20.)

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juhuu

14 punkte und ein großer sprung nach vorne. nicht so groß wie der von mao, dafür aber ohne millionen tote.

Bayern

War kein wirklicher Leckerbissen, das Spiel. Haben sich wohl die Schneid abkaufen lassen von der Holzhackerei von Lille. Normalerweise hätte Sidibe noch in der ersten Hälfte duschen gehen müssen - so musste Ribery, in HZ 1 noch Antreiber und oft gefoult, dem überharten Spiel von Lille Tribut zollen und draußen bleiben.

Der Elfer war freilich ein Geschenk. Da wäre der Handselfer in der zweiten Hälfte eher zu geben gewesen. Aber die Bayern haben zumindest sowas wie Torgefahr ausgestrahlt (bis zum Tor jedenfalls), was man von Lille in keiner einzigen Szene behaupten kann.

Unterhaltsam ist jedenfalls was anderes.

Ja, war kein tolles Spiel von Bayern. Der Spielverlauf war sicherlich glücklich, im Gegensatz zu Minsk.
Aber was solls; am Ende stehe 3 Punkte und die Bilanz in dieser Saison ist schon sehr beeindruckend.
Bin gespannt, wie sich Dortmund heute schlägt und ob die Ausfälle besser kompensiert werden könne als gegen Schalke.

Barcelona ist der Totengräber des Fußballs.. Wenn der underdog nach heroischem abwehrkampf nicht mal mehr ein x wunder schafft find ich das einfach traurig. Ja 90% Ballbesitz wunderbar messi lalala, aber wer kann sich bitte noch über siege eines teams freuen das eh alles gewinnt.?

Wenn der underdog nach heroischem abwehrkampf nicht mal mehr ein x wunder schafft find ich das einfach traurig.

Das ist aber in jedem Spiel mit einem Underdog so.

wenn Barcelona spielt bin ich generell froh dass nach 90 minuten schluss ist...

War der mit Abstand beste Auftritt aller großen Mannschaften gestern und eine super Leistung, nur der Celtic Torhüter hielt sie lange im Spiel, Barca mit zahllosen Hochkarätern. Wie man sowas als langweilieilig bezeichnen kann erschließt sich mir nicht ganz, dahinter werden sich wohl andere Motive verbergen als der Fussball selbst.

dein Bayern-Kolleg behauptet was anderes:
http://derstandard.at/plink/135... id28599035

werdet ihr euch mal grün, viel spass dabei wohlgemerkt, und dann schauma weiter!

vorweg muss ich sagen, dass Barcelona wirklich unglaublich gute spieler hat und sie in den letzten jahren auch eine beeindruckende spielkultur entwickelt haben.

wenn ich fussball schaue, will ich aber was anderes sehen. da isses mir viel lieber das spiel geht hin und her, es wird auch mal aus der 2. reihe geschossen und es gibt chancen hüben wie drüben. mir ist schon klar dass Barcelona durch seine dominanz das oft nicht zulässt, trotzdem hab ich im durchschnitt nach 30 minuten von der passorgie genug, außerdem erinnert mich um den straufraum herumspielen an handball und diesen sport mag ich einfach überhaupt nicht...

Diese konstruktive Kritik muss man selbstverständlich respektieren, jedem seine Meinung.

aha und sie haben also alle spiele von gestern, heute im relive angeschaut oder was verführt sie zu so einer aussage. Ihre Information beziehen sie sich ja hoffentlich nicht auf die puls4 3minuten zusammenfassungen.

Rumpelbayern und Rumpeljuve sowie die Loser aus Chelsea kommen nicht in Frage, oder? Bleibt noch Manutd, die letztendlich nicht unverdient gewonnen haben aber nicht nur statistisch weit entfernt von der Dominanz Barcelonas liegen. Barca mit mehr als doppelt sovielen Torschüssen und dass die Katalanen den Engländern spielerich überlegen sind braucht man wohl nicht extra erwähnen.

Beim nächsten mal könnest sofort ein Gegenargument in die Runde werfen anstatt einfach nur "aber, aber, aber, das stimmt doch gar nicht" hinzuschreiben.

du solltest mal sinnerfassend lesen lernen. Wo schreib ich den das es nicht stimmen sollte? Ich find es nur lächerlich was großartig rauszuposaunen, so wie du grad auch und dann nicht mal die spiele gesehen zu haben sondern sich auf schussstatistiken ballbesitz ``spielerisch überlegen sind braucht man wohl nicht extra zu erwähnen´´ zeugs zu beziehen. Und ihr cules unterstützt meine these zu barca, denn wenn ein team spielerisch so überlegen ist das jeder eh davon ausgeht das sie wieder mal die besten der ´´großen´´ waren. Da kann man gleich fernseher aus lassen bei Barca spiele und am nächsten tag die zeitung aufschlagen. steht dann drin das beste mannschaft der welt mit min. 65% ballbesitz und 22:1 torschüssen gewonnen hat.

Kürzen wir es einfach ab? Welcher der Großklubs bot gestern das attraktivste Spiel / die beste Leistung.

Nur damit nicht weiter rumpalavern und beleidigen musst, es ist völlig wurscht, mich wundert nur, dass nach dem gestrigen für die meisten großen Klubs enttäuschenden Abend Barcelona als langweilig hervorgehoben wird, da mMn die anderen gestern weitaus weniger geboten haben.

Ich schreibe das auch nicht immer, sondern nur dieses mal, soviel zum Thema sinnerfassend lesen.

es können auch gerne 91 oder 92 sein, aber dass es neuerdings immer 5 Minuten Nachspielzeit gibt, wenn Uefalona nicht führt ist schon eine Unart

4 Minuten sind nicht 5 Minuten, so wie 4 generell was anderes ist als 5.

Wenn du dir schon Sachen, die grad mal 15 Stunden her sind, nicht merken kannst, mit welchem Recht redest du dann über Spiele, die eine Woche, einen Monat, 2 Monate her sind?

Ich hab das gestrige Barcaspiel nicht gesehen, drum äussere ich mich dazu auch nicht, wie kommst du zu gegenteiliger Annahme?

"neuerdings immer 5 Minuten Nachspielzeit"

Möchte das Wort "immer" und die Zahl "5" Minuten hervorheben. Du weisst was die bedeuten?

Wie der erfahrende Fussballmatchschauer weiss, ist das was der vierte Hansel draussen auf seiner Tafel anzeigt - und darauf beziehst du dich offensichtlich fälschlicherweise - nur eine Empfehlung. Tatsächlich hatte auch das gestrige Spielmehr als 4 Minuten Nachspielzeit.

Da muss ich das Spiel nicht mal gesehen haben um das zu wissen...

4 Minuten Nachspielzeit, wenn dann in der 94. das Tor fällt geht es meistens etwas länger weil die einen Jubeln und es muss wieder angestossen werden, schau doch mal ein spiel an.
Viele Schiedsrichter halten sich an die Empfehlung des 4. Offiziellen und pfeifen pünktlich ab, also hörens auf groß daherzureden, ist nur noch peinlich.

4 Minuten sind nicht 5 Minuten, so wie 4 generell was anderes ist als 5.

Noch nicht genug blamiert, gerne erkläre ich es ein weiteres mal:

Wenn es 4 Minuten (Vorsicht, ist was anderes als 5) Nachspielzeit gibt, und ein Tor fällt so um 93:35, ist es für den Schiedsrichter ein Ding der Unmöglichkeit pünktlich abzupfeifen weil gejubelt wird und sich danach alle wieder sammeln müssen.

Wie alt bist du, 14?

Nachspielzeit ist die ZEIT, die NACH der 90igsten Minute noch geSPIELT wird, drum auch der Name.

Das was du meinst, ist eine Empfehlung, die der Assistent dem Schiedsrichter via Tafel kommuniziert, das ist eine Empfehlung. Wie und warum es dazu kommt, ist BLUNZN. Nachspielzeit ist per Definition die Zeit, die nachgespielt wird. Also pflaum mich nicht von der Seite an, es wären nur 4 Minuten gewesen, wenns einfach nicht stimmt.

Hierzu gibt es in den Regeln eindeutige Bestimmungen http://de.fifa.com/mm/docume... _47403.pdf

Willkürlich mit Begriffen kannst unter deinesgleichen umherwerfen, hier aber musst damit rechnen, dass du auf Leute triffst, die die Bedeutung auch von komplizierteren Worten kennen. Dass du dabei auch noch auf gscheid machen wolltest rundet das ganz nur ab

Das was du meinst, ist eine Empfehlung, die der Assistent dem Schiedsrichter via Tafel kommuniziert, das ist eine Empfehlung.

Das was auf der Tafel angezeigt wird, ist keine Empfehlung des Assistenten. Die Nachspielzeit gibt nachwievor der Schiedsrichter am Feld dem Assistenten bekannt und nicht umgekehrt.

Und genauso muss sich der Schiedsrichter nicht an diese 4 Minuten halten wenn es zu Unterbrechungen kommt.

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