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Rotraud A. Perner, Herbert Kohlmaier (Hg.), "Ungehorsam". € 22,-, 338 S., Aaptos-Verlag 2012
Das Wort ist längst zu einem Synonym für den Kampf um Reformen in der römisch-katholischen Kirche geworden: "Ungehorsam", heißt nun auch ein Sammelband, herausgegeben von der Psychotherapeutin Rotraud Perner und dem früheren VP-Volksanwalt und Mitglied der Laieninitiative Herbert Kohlmaier (ÖVP). Gedacht als Festschrift für den Sprecher der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, anlässlich dessen 60. Geburtstags, ist es vielmehr eine Kampfschrift geworden - gegen, wie der Historiker Hubert Christian Ehalt in seinem Beitrag schreibt, "das barbarische Prinzip 'Gehorsam'", denn Kontrolle und Disziplin seien "die sozialingenieurmäßigen Instrumente, Gesellschaft hierarchisch zu organisieren". Gehorsam gegen jede Vernunft müsse man dorthin " verweisen, wo er hingehört: in den Bereich des Abgestorbenen, einer Geschichte, deren Wiederkehr wir verhindern müssen".
Neben den schnörkellosen Gedanken ist eine Stärke des Buches, dass der Gehorsamsbegriff breiter diskutiert wird. Standard-Redakteurin Irene Brickner fragt etwa, ob es heute in Österreich nicht eines politisch berechtigten Ungehorsams bedürfe - als Beispiel dient ihr der Asylbereich. Und sie fragt des Weiteren, ob "die Abschiebepraxis in der EU noch zeitgemäß ist".
Was Ehalt allgemein über "Machtstrukturen" schreibt, greift der ehemalige ÖVP-Chef Erhard Busek bei der Kirche an. Der Pfarrerinitiative stellt er ein gutes Zeugnis aus, den Kirchenoberen dementsprechend nicht: In der Frage des Ungehorsams gehe es "nicht darum, den Demokratiezustand der Kirche zu prüfen, sondern schlicht und einfach um das Überleben jener Funktionen, die eine Pastorale, also die Tätigkeit von 'guten Hirten' sichern." In der Kirche herrsche ein "Notzustand" und er wundere sich, dass die "Gewissensnot" der ungehorsamen Pfarrer seitens der Kirchenführung nicht besser verstanden werde. Mehr kann sich Helmut Schüller wohl nicht zum Geburtstag wünschen. (Peter Mayr, DER STANDARD, 24.10.2012)
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Zu dem allem gibt es in
DIE PRESSE
RELIGION 31.10.2012|Online
"Missbrauchsvorwürfe: Pfarrerinitiative schafft Prozedere"
... "consciene-reality-check" ...
http://diepresse.com/home/pano... ern.portal
sowie weiters in
DIE PRESSE
RELIGION 21.10.2012|Online
"Pfarrer-Initiative bemüht sich nun auch um Laien"
. . . "the-show-must-go-on" . . .
http://diepresse.com/home/pano... ern.portal
wirklich hervorragende, lesenswerte Kommentare, die Herrn
Helmut Schüller und seinesgleichen sicherlich "zum Nachdenken"
anregen werden, besser noch, "zum Handeln" anregen sollten.
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www.diepresse.com
RELIGION 31.10.2012 | Online
"Missbrauchsvorwürfe: Pfarrerinitiative schafft Prozedere"
("consciene-reality-check")
http://diepresse.com/home/pano... ern.portal
und weiters unter
www.diepresse.com
RELIGION 21.10.2012 | Online
"Pfarrer-Initiative bemüht sich nun auch um Laien"
("the-show-must-go-on")
http://diepresse.com/home/pano... ern.portal
wirklich hervorragende, lesenswerte Kommentare, die Herrn
Helmut Schüller und seinesgleichen sicherlich "zum Nachdenken"
anregen werden, besser noch, "zum Handeln" anregen sollten.
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6./ - "EIN PFARRER GEGEN DEN VATIKAN" – PROFIL–MO-30-04-2012
Ergänzende Anmerkung:
Aber vor Erscheinen des 'profil' vom MO 27. März 1995 mit
“KARDINAL-H.H.G.-COVER“
ist der seinerzeitige Caritaspräsident und nunmehrige “großartige Kirchenreformer“
Msgr. Mag. theol. Helmut Schüller
in der Chefredaktion des 'profil' noch
“mit der klassischen Vertuscher-Frage“
“. . . !!! . . . müßt ihr das wirklich tun . . . ? ? ? . . .“
. . . vorstellig geworden . . .
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SALZBURGER NACHRICHTEN-Online
Donnerstag 25.10.2012, ca. 15:00 Uhr
Vorwürfe gegen Pfarrer-Initiative zu Missbrauch
Von Apa | Aktualisiert vor 2 Stunden
Die Pfarrer-Initiative ist mit Vorwürfen . . .
3./5 - "EIN PFARRER GEGEN DEN VATIKAN" – MO-30-04-2012
Seite 25:
(. . .)
PROFIL-Frage:
Sie waren Zögling im Knabenseminar Hollabrunn, Hans Herman Groer war Ihr Religionsprofessor. Wie viel wussten oder ahnten Sie als Kind von seinen Übergriffen ?
(Anm.: Helmut Schüller war ca. von 1963 bis 1971 Zögling im Erzbischöflichen Knabenseminar in Hollabrunn)
SCHÜLLER-Antwort:
Gar nichts. Viele Kollegen, mit denen ich darüber geredet habe, meinten:
“Das gibt’s doch nicht, dass du das nicht wusstest.“
Aber so war es. Ich muss dazusagen, dass mein Vater bei der Polizei arbeitete. Möglicherweise war ich deshalb so eine Art Tabuzone für Groer. Zuerst wollte ich diese Geschichte auch nicht glauben. Aber ich musste schnell erkennen, dass es leider
Montag 30. April 2012
20. Todestag
von
Prälat DDr. Leopold UNGAR
"profil" Nr. 18 - 43. Jg,
Montag 30. April 2012
COVER
"EIN PFARRER GEGEN DEN VATIKAN"
'Sein "Aufruf zum Ungehorsam" raubt
den Kirchenfürsten den Schlaf. J e t z t
setzt Helmut Schüller e r s t r e c h t
auf Konfrontation.'
Seite 25:
(. . .)
PROFIL-Frage:
Sie waren Zögling im Knabenseminar Hollabrunn, Hans Herman Groer war Ihr Religionsprofessor. Wie viel wussten oder ahnten Sie als Kind von seinen Übergriffen ?
(Anm.: Helmut Schüller war ca. von 1963 bis 1971 Zögling im Erzbischöflichen Knabenseminar in Hollabrunn)
SCHÜLLER-Antwort:
Gar nichts. Viele Kollegen, mit denen ich darüber geredet habe, meinten:
“Das gibt’s doch nicht, dass du das nicht wußtest.“
Aber so war es. Ich muss dazusagen, dass mein Vater bei der Polizei arbeitete. Möglicherweise war ich deshalb so eine Art Tabuzone für Groer. Zuerst wollte ich diese Geschichte auch nicht glauben. Aber ich musste schnell erkennen, dass es leider die Wahrheit war.
(. . .)
KOMMENTAR:
. . . . mit Verlaub, die FRAGE lautete:
“Wie viel wussten oder ahnten Sie, Herr Msgr. Schüller, als Kind und Zögling von Groers Übergriffen im Zeitraum von ca. 1963 bis 1971“ ?“
und nicht
“ob Ihr Vater (der spätere Sicherheitsdirektor für das Bundesland Niederösterreich, der im Zuge der Kraftwerk-HAINBURG-Krawalle zurücktrat) bei der Polizei arbeitete und Sie deshalb so eine Art Tabuzone für Groer waren.“
Des weiteren geht aus Msgr. Schüllers Ausführungen nicht hervor,
wann nun genau
“Helmut Schüller schnell erkannte, dass 'diese Groer-Geschichte', die er zuerst auch nicht glauben wollte, leider die Wahrheit war.“
Ergänzung . . . zum angesprochenen "Kardinal H.H.G.":
"(. . .) Er war mein Religionsprofessor, und ich kannte ihn gut. (. . .) Dann ist das 'profil' erschienen -- der Rest ist ja landesbekannt. (. . .)“
O-Ton Helmut SCHÜLLER,
Interview in DER STANDARD,
20. Jänner 2006
Ein Sittenbild Österreichs, mit der in allen Bereichen Österreichs unterwanderten Konkordatskirche! Für so ein Netzwerk gib’s nie einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss......
http://michaeltfirst.blogspot.co.at/2012/10/k... d-der.html
MfG
Michael Tfirst
Sehe das Prolem auch darin, daß verschiedene Begriffe von »Gehorsam« durcheinanderlaufen. So wird der Gehorsam gegenüber Gott und dem Gewissen (Jansenismus als Beginn der Aufklätrung von oben im Habsburgerreich), gegenüber der Lehramtsautorität (wie sie abgemildert auch im Wissenschaftsbetrieb eine gute wie eine schlechte Ausprägung besitzt), und als Gehorsam gegenüber Autoritäten zur Durchsetzung von Normen einer Organisation in der Kirche immer wieder vermengt. Vor dem Hintergrund, daß viele Texte des II. Vaticanums so diplomatisch abgefaßt worden sind, daß jeder das Gewünschte herauslesen kann, verfallen die Gehorsamsbegriffe immer wieder zur letzten, zur Sache nichts sagenden soziologischen Definition.
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