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Schlichter Luxus aus der aktuellen Laufen-Kollektion 2012.

Angeblich inspirierten Pfützen auf Sardinien Ludovica und Roberto Palomba zu ihren Waschtischen und Wannen (Laufen-Kollektion 2012).
STANDARD: Baden oder duschen?
Roberto Palomba: Ich kann kein Bad nehmen. Mein Blutdruck ist so niedrig, ich könnte dabei sterben. Nein, nicht sterben, aber es tut mir nicht gut. Ich ziehe der Wanne eine kalte Dusche vor.
STANDARD: Sie können kein Bad nehmen, aber entwerfen Badewannen?
Palomba: Ich benütze die Badewanne auf eine andere Art und Weise.
STANDARD: Und zwar?
Palomba: Das kann ich nicht sagen. Ich entwerfe auch größere Badewannen für zwei ... (lacht)
STANDARD: Sie und Ihre Frau Ludovica gestalten in Ihrem Studio in Mailand eine Vielzahl von Dingen. Dennoch sind Sie in erster Linie für Ihre Bäder- und Toilettenentwürfe bekannt.
Palomba: Als Architekt, der ich ja auch bin, tat ich mir in den 1990er-Jahren schwer, gutes Bad-Design für die Häuser zu finden, die ich entwarf. Das meiste war einfach alt und hat mir nicht gefallen. So haben wir selbst losgelegt. Der Markt nahm uns gut auf. Und hier bin ich.
STANDARD: Aber es gibt auch viele andere Designer, die fürs Bad entwerfen. Matteo Thun, Philippe Starck usw. Was können Sie, was die nicht können?
Palomba: Das kann ich nicht sagen. Das wäre nicht höflich. Da müssten Sie Ihr Tonband abschalten. Nein, im Ernst: Ich denke, wir hatten einfach wirklich gute Ideen, die das Bad wirklich zu etwas neuem machten. Ich fühle das Bad einfach als einen Raum, der genauso wichtig ist wie das Wohn- oder Schlafzimmer. Vielleicht ist er mir noch wichtiger.
STANDARD: Und woher wissen Sie, was Menschen von ihrem Badezimmer haben wollen?
Palomba: Ich höre Menschen zu, ich reise sehr viel, beobachte viel. Ich frage viel. Es ist so, als wollten Sie wissen, wie es Ihrer Frau geht. Sie wird es ihnen von selbst nicht sagen. Sie müssen sie fragen. Oder sagen wir so: Sie gibt Ihnen das Gefühl, Sie sollten sie fragen.
STANDARD: Das Bad, die Toilette sind neben dem Schlafzimmer die intimsten Räume einer Behausung. Was fällt Ihnen zum Begriff Intimität ein?
Palomba: Die Badezimmer-Szene aus Kubricks Film Eyes Wide Shut, in der Nicole Kidman auf der Toilette sitzt, pinkelt und Tom Cruise neben ihr steht. Es geht heute einfach um einen Raum, in dem zwei Menschen sehr intime Dinge nebeneinander tun. Seit den 1960er-Jahren haben wir ein anderes Empfinden, was Intimität betrifft. Ich habe mit meiner Frau ein altes Haus in Süditalien renoviert. Das Schlafzimmer und das Badezimmer sind dort praktisch ein Raum und sehr offen. Ein Badezimmer ist auch ein Raum zum Wohnen. Und was den Wert von Design betrifft, sehe ich zwischen einem Sessel und einem Waschbecken keinen Unterschied.
STANDARD: Was wollen Frauen von einem Badezimmer und was Männer?
Palomba: Es geht die Mär, dass Frauen Badewannen bevorzugen und Männer Duschen. Das ist nicht wahr. Interessant ist, dass Männer mehr Platz für ihre Dinge brauchen als Frauen.
STANDARD: Und was ist mit Lippenstiften, Rouge, Make-up, Eyeliner, Lidschatten, Wimperntusche etc.?
Palomba: Frauen haben vielleicht mehr Dinge, aber die sind viel kleiner. Männer brauchen mehr Platz für ihr Zeug. Und das kann dann schon mal Wickel geben.
STANDARD: Apropos Wickel. Sie arbeiten mit Ihrer Frau Ludovica zusammen. Wann gibt's bei Ihnen Wickel im Rahmen eines Projekts?
Palomba: Es gibt keine. In der Regel bin ich mit ihren Überlegungen einverstanden.
STANDARD: Und sie mit Ihren?
Palomba: Nein. Sie ist halbe Österreicherin. Es ist schwierig, gegen diesen Part anzukommen. Nein, ich scherze.
STANDARD: Egal ob am JFK-Flughafen in New York oder im eigenen Zuhause: Die Toilette ist der einzige Ort, an dem man überall auf der Welt wirklich allein sein kann.
Palomba: Und was ist mit der Businesslounge?
STANDARD: Da darf nicht jeder rein.
Palomba: Sie sprechen von der Toilette als einsamer Insel? Sie haben recht und auch wieder nicht. Toiletten sind im Allgemeinen nicht mehr diese "lonley planets". Was uns heute abgeht, ist Zeit. Das wirkt sich auch auf den Raum aus. Wenn Sie nur ein Badezimmer haben und Ihre Frau zur gleichen Zeit außer Haus muss, dann müssen Sie auch das Bad teilen. Bei unseren Eltern war das noch anders. Frauen und Männer hatten noch andere Tagesabläufe. Das wirkt sich natürlich auch auf das Design aus.
STANDARD: Ein Mensch sitzt im Schnitt sechs Monate auf der Toilette. Was ist das perfekte Klo?
Palomba: Eines, das so wenig Wasser wie möglich verbraucht. Stellen Sie sich einmal vor, wie oft jede Sekunde weltweit auf die Klospülung gedrückt wird. Das ist ein ganzer Ozean, der da jeden Tag weggespült wird. Das Ziel wäre, dass aus diesem Ozean ein kleiner See wird. Und daran arbeiten wir.
STANDARD: Können Sie sich an Ihr erstes Badezimmer erinnern?
Palomba: Natürlich. Ich liebe Jonathan Swift und seine Geschichten. Meine ersten Erinnerungen an ein Badezimmer sind damit verbunden. Ich erinnere mich daran, wie groß alles war, wie hoch oben das Waschbecken war und wie ich über einen Stuhl zu diesem Waschbecken hinaufgeklettert bin. Das war ein bisschen wie in der Welt von Gullivers Reisen. Ich war ein Zwerg.
STANDARD: Was sind die größten Fehler, die Menschen bei der Planung ihres Badezimmers machen?
Palomba: Im Gegensatz zu anderen Räumen brauchen die Dinge im Bad ihren fixen Platz. Ein Bad kann man nicht umstellen wie ein Wohnzimmer. Das einzige, was man im Bad austauscht, sind die Handtücher. Badezimmer sind oft sehr klein. Das hat nichts mit den inszenierten Räumen zu tun, wie es sie in unseren Katalogen zu sehen gibt. Das ist Show, die sind so groß wie römische Thermen. Viele Architekten stopfen viel zu viel in diesen kleinen Raum. Bei manchen Badezimmern, die ich gesehen habe, bekam ich Angst, dass sie vor lauter Schwere ins untere Geschoß abstürzen würden. Sie können sich nicht vorstellen, was ich da schon alles gesehen habe. Man sollte es so einfach wie möglich machen. Das ist der beste Ratschlag, den ich geben kann. Das gilt auch für Farben.
STANDARD: Was für Rückschlüsse kann man von einem Badezimmer auf seinen Benutzer ziehen?
Palomba: Früher war es so, dass das Bad der letzte Raum war, den sein Besitzer herzeigte. Denken Sie daran, 1948 hatten nur 48 Prozent der Bevölkerung in Europa überhaupt ein Bad. Heute wollen die Leute ihr Bad herzeigen. Was man sehen kann, ist, ob der Bewohner Wellness-orientiert ist oder nicht.
STANDARD: Wie definieren Sie Wellness?
Palomba: Eine warme Dusche am frühen Morgen, ein heißes Bad nach einem kalten Tag, bei offenem Fenster im Frühling Zähne putzen, sich das Haar richten, seine Falten betrachten und sagen, 'ist schon okay'. Wellness ist Zeit für Gedanken, für Gefühle, für Liebe, für Gespräche mit Ihrer Frau, Ihren Kindern, Ihrem Freund oder Ihrem Hund. (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 25.10.2012)
Zur Person:
Ludovica und Roberto Palomba studierten beide Architektur in Rom und gründeten 1994 ihr eigenes Designbüro, das heute in Mailand seinen Sitz hat. Bekannt wurden sie durch ihr Interieur-Design für Bad, Küche und andere Räume. Die beiden entwerfen aber auch für Theater, Film und Ausstellungen. Auf ihrer Kundenliste finden sich Namen wie Moroso, Poltrona Frau, Cappellini und Boffi. Ihre Bad-Entwürfe für Laufen wurden mit zahlreichen internationalen Designpreisen ausgezeichnet.
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Das ist mein Zeug. Dafür brauch ich wenig Platz und ich bin ein Mann. Keine Ahnung von welchen Männern Palomba spricht? Italiener? Travestiekünstler? Das sind nicht die "Männer" im Allgemeinen.
Ich hab ein Problem mit Designern, die sich in ihrem Schaffen zwar selbst verwirklichen, den Anwender aber dabei komplett herausnehmen.
Was bringt mir ein stylisches Bad, wenn es total unpraktisch, schlecht zum putzen ist und z.B. keine Abstellflächen hat?
Warum ist für die Praxixstauglichkeit so schlimm?
Unsympathisch ists, wenn Toilette und Bad im selben Raum sind. Besonders, wenn die Räumlichkeiten von mehr als einer Person genützt werden.
So gern kann ich einen Menschen nicht haben, dass es mich nicht stört, wenn er neben mir gackt, während ich gemütlich in der Wanne liegen möchte.
Das ist natürlich in unserer Gegend Blödsinn. Es gibt mehr als genug Wasser. Und wegen der grünen Wassersparmisere müssen etliche Städte schon für hundertausende € pro Jahr ihre Abwasserrohre zusätzlich spülen. Das hat was von Brot für Afrika. Weniger Verbrauch hier heißt eben nicht es gibt Wasser in Dürrezonen. Auch wenn die wegen hausgemachter Fehler mittlerweile in Spanien beginnen.
Die Wiener Hochquellleitungen wurden aufgrund der damals erwarteten Bevölkerungsexplosion mit einer Wasserkapazität für 2,5 Millionen Einwohner angelegt, beeinflussen den Wasserhaushalt in den Quellregionen dennoch nicht.
Es ist also mehr als genug Wasser in Wien da. Auch wenns oberflächlich betrachtet umweltethisch (sparsamer Umgang mit Ressourcen) sinnvoll erscheint, ist Kaltwassersprachen z.B. bei Toiletten für Wien betrachtet völliger Schwachsinn und richtet mehr Schaden (siehe simax) an als Nutzen.
in IT wird fantastisches badezimmerdesgin entworfen
was ich derzeit noch vermisse sind moderne lösungen
für ein schaffl
sollte aus holz sein (kann auch anderes material sein, wenn möglich nicht plastik), sollte leicht zu tragen sein und einen stöpsel für wasserablauf haben
könnte so eine form haben
http://www.dorotheum.com/auktion-d... chale.html
oder so:
http://www.balustrade24.de/gartenfig... schel.html
anlehnen können wär nicht schlecht
wichtig: leicht zu tragen
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