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"Heute trägt Mama Prada und Harper Burberry": Auf Twitter lässt Victoria Beckham ihre Gefolgsleute wissen,...

... was sie und ihre Tochter heute wieder anhaben.

Der letzte Schrei in der Kindermode ist die Kooperation von Petit Bateau mit dem Modelabel Carven.

Die Kollektion wird es ab 5. November in ausgewählten Boutiquen zu kaufen geben.

Armani Junior.
Schon vor über zehn Jahren erregte ein Kinderbuch Aufsehen: Mein erstes Shopping Buch hieß es, und es wurde nach kurzer Zeit von der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt. Warum? Slogans à la "Shoppen ist toll!", erdacht von zwei Künstlern, schienen wohl - adressiert an Kinder ab drei - doch ein Stück zu provokant. Und das, obwohl es auch heute noch den Zeitgeist an den Hörnern packt.
Die Lust am Konsum scheint immerhin, was die Inszenierung des Nachwuchses angeht, nahezu ungebrochen. Zu gern werden den lieben Kleinen süße Schleifen in die flaumigen Härchen geklemmt und Babybodys übergestreift. Die machen, versehen mit dem individuellen Aufdruck "Wunschkind", auch gleich mal klar, wer schon auf dem Wickeltisch die Hosen anhat. Über diese Wunschkinder und ihre stilsicheren Eltern, die in den Medien gerne als Latte-macchiato-Eltern bezeichnet werden, ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Vielleicht auch deshalb, weil die, die über sie schreiben, nicht selten Teil dieses unbestimmten Lifestyles sind, dem ein bewusster Konsum hochwertiger wie modischer Produkte zugeschrieben wird.
Die Macchiato-Eltern stehen aber in der Regel nicht alleine da, zu ihnen gesellt sich ein schenkfreudiges Umfeld: kinderlose Freunde und gutsituierte Großeltern - die gebündelte Kaufkraft eben. Also werden gemeinsam Boogaboo-Wägen und Petit-Bateau-Lätzchen angeschafft, all die schlicht und schön durchdesignten Synonyme des guten Geschmacks. Die Journalistin Jana Hensel kommentierte vor zwei Jahren in der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit die modische Inszenierung ihres eigenen Sohnes: "In seinen ersten Lebensmonaten hätte er in einem Werbespot der französischen Marke auftreten können. Jeden Tag, rund um die Uhr, trug er die Sachen mit dem blauen Boot."
Insbesondere im Luxussektor nimmt nämlich die Ausstattung für die Kleinen nicht zuletzt die Rolle eines relativ verlässlichen Krisenpuffers ein - am Kind wird eben zuletzt gespart. Das hat zuletzt das sizilianische Label Dolce & Gabbana verstanden: Anlässlich der neuen Kinderkollektion sitzt nun in der Kampagne für den Winter 2012 die italienische Großfamilie vereint vor dem knisternden Kamin. So heimelig geht es hinter den Kulissen selbstverständlich nicht zu. Ein Gros der Mini-Kollektionen wird unter dem Dach der französischen Kindermode-Gruppe Children Worldwide Fashion (CWF) produziert und vertrieben. Sie besitzt Lizenzen über die Kindermode bekannter Marken wie Boss, Burberry, Chloé, Marc Jacobs oder Timberland und setzte im letzten Jahr 158 Millionen Euro um.
Kinder als hübsch verpackte Accessoires oder gar Statussymbole führen uns nicht zuletzt die Heldinnen der Lifestylemagazine vor. Prominente Mütter eilen auf High Heels durch die Seiten, Victoria Beckham, ehemaliges Spice Girl und mittlerweile respektierte Modedesignerin, presst dort ihr Kind stets öffentlichkeitswirksam an die Brust. Wichtig: Immer passt Mamas Klamotte zu dem des kleinen Mädchens auf dem Arm. Auf Twitter entschlüsselt Beckham dann die Schappschüsse der Designeroutfits: "Heute trägt Mama Prada und Harper Burberry."
Dabei kann ein zu affirmativer Umgang mit dem Konsum von hochpreisiger Designerware imagemäßig schnell nach hinten losgehen. Die siebenjährige Suri Cruise gilt in den Klatschspalten als die ewige verzogene Tochter des Hollywoodstars Tom Cruise und dient damit als abschreckendes Beispiel: Suri zwischen Shoppingtüten, Suri mit rosa glitzernden Absatzschuhen. Luxusgöre!, schreit es aus jedem zweiten Artikel.
Während der Promi-Nachwuchs und aktuell die Kinderbeilage der französischen Vogue Luxuslabels wie Armani Junior und die neue Kinderlinie von Dolce & Gabbana vorführen, greift anderswo der Trend zum bodenständigen Selbermachen um sich. Selbst unter jungen Müttern gilt Handarbeit nun nicht mehr als pfui, sondern als cooles DIY. Und so werden Nähkurse belegt und dänische Stoffe mit Blümchenmuster gehortet. Belohnung für den selbstverordneten Kampf mit der Nähmaschine: Mama und Tochter im Partnerlook. Die äußeren Erscheinungsbilder von Mutter und Kind nähern einander an - hier allerdings genau andersrum als bei den Luxusmodeherstellern: Erwachsene Frauen nähen sich aus bunten Kinderstoffen Röcke und Schürzen und tragen dazu auch mal geringelte Wollstrumpfhosen.
Wo sie diese Ideen herhaben? Aus Heften wie Nido und Luna, die sich an junge Familien richten. Oder auch aus Selbermach-Magazinen. Das in Wien ansässige Kleinformat ist so eines. Lässig leben mit Kindern - der Untertitel, er erfasst das Lebensgefühl der Zielgruppe recht gut.
Und wer nicht selbst näht, kauft sich eben etwas, was danach aussieht oder zumindest in Kleinstauflage gefertigt wurde. Umschlagplätze für den Charme des Selbstgemachten? In Wien zuletzt der Fesch' Markt Mini, der ob des Erfolges des großen Bruders in diesem Sommer erstmals stattfand.
Ansonsten gilt der lässige Lebensstil der Kreativen als zeitgemäße Richtschnur und ist nicht nur zum Motto vieler Magazine, sondern auch zum Verkaufsargument zahlreicher Kinderboutiquen avanciert: Der kleine Salon, Zirkus, Minimal oder Herr und Frau Klein heißen zum Beispiel die angesagten Wiener Anlaufstellen für die gehobenen Konsumbedürfnisse cooler Eltern.
Im kleinen Salon auf der Gumpendorfer Straße ist zum Beispiel das dänische Label Lucky Boy Sunday mit "fashion und arty toys" vertreten, und auch die Story dahinter liest sich ganz wunderbar und symptomatisch: "Die Kollektionen sind aus 100% Babyalpacawolle und werden in Bolivien von talentierten Frauen, die unter fairen Bedingungen arbeiten, produziert."
Bei all der coolen Konkurrenz hat sich der französische Kindermodeklassiker Petit Bateau was Neues einfallen lassen müssen und geht nun eine Kooperation mit dem seit einigen Saisonen gehypten französischen Modehaus Carven ein. Das mag wohl einige Latte-macchiato-Mamas mehr die Sache mit dem blauen Boot überdenken lassen. Eine weitere gute Nachricht: Die Indizierung von Mein erstes Shoppingbuch wurde 2004 endgültig aufgehoben - vielleicht sollten wir Erwachsenen uns an der Nase fassen und uns eine Leseprobe davon gönnen. (Anne Feldkamp, Rondo, DER STANDARD, 25.10.2012)
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und sie kleidet sich extrem gut auf diesen Bildern.
Das hat schon was. Sieht man leider viel zu selten, diesen schlichten, schönen Stil.
Und sein Kind so zu präsentieren finde ich nicht schlimm. Schon gar nicht für das Kind.
Nicht aus dieser Perspektive.
Diese Diskussion anhand dieses Beispiels ist lächerlich. Riecht eigenartig nach Unverständnis.
Ja, es gibt noch eine Welt da draussen.
Ja, wir haben mehr Dicke als Dünne.
warum soll kind nicht auch wie mama modisch eingekleidet werden, wenn sie sich es leisten kann? warum dieser neid? warum immer diese miese schlechtmacherei und missgunst? und was ein paar exaltierte promizicken da vorzeigen muss man ja nicht nachmachen!
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