Mutmaßlicher Planer von "USS Cole"-Anschlag boykottiert Anhörung

23. Oktober 2012, 19:07
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Al-Nashiri will in Guantanamo nicht in Ketten vorgeführt werden

Fort Meade (Maryland) - Der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" vor zwölf Jahren hat eine Anhörung im US-Gefangenenlager Guantanamo boykottiert. Der Saudiaraber Abdel Rahim al-Nashiri weigere sich, in Ketten vor dem Sondertribunal des US-Militärs zu erscheinen, sagte ein Vertreter des Gefangenenlagers am Dienstag. Nach Angaben seines Anwalts wollte al-Nashiri eigentlich zu der Anhörung kommen. Dann sei er aber für den Transport in Ketten gelegt worden und habe sich geweigert.

Richter James Pohl wies die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Anwesenheitspflicht für al-Nashiri zurück. Allerdings trug er der Verteidigung auf, den Saudiaraber über seine Rechte zu informieren. Dann unterbrach Pohl die bis Donnerstag angesetzte Anhörung. Der Gerichtstermin im auf Kuba gelegenen Lager Guantanamo wurde für Journalisten auf die US-Militärbasis in Fort Meade im US-Staat Maryland übertragen.

Al-Nashiri wird vorgeworfen, den Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" mit 17 Toten im Oktober 2000 im Hafen von Aden und einen Anschlag auf den französischen Öltanker "Limburg" mit einem Toten 2002 geplant zu haben. Bei einer Verurteilung droht dem mutmaßlichen Mitglied des Terrornetzwerks Al-Kaida die Todesstrafe. Die Anhörungen dienen der Vorbereitung des Prozesses, der erst in mehreren Monaten beginnen dürfte. (APA, 23.10.2012)

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