Bezirksschulräte sollen gestrichen werden

23. Oktober 2012, 18:56

Aufgaben übernimmt Landesschulrat - Einvernehmen nach Gespräch zwischen Bund und Ländern

Wien/Linz - Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) undder burgenlädndische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) haben sich am Dienstag grundsätzlich auf eine Schulverwaltungsreform geeinigt. Ein Verhandlungspapier sieht vor, dass die Behörde Bezirksschulrat gestrichen wird und ihre Aufgaben an die Landesschulräte übertragen werden, erklärte Pühringer in einer Presseaussendung. Zudem sollen mehrere Pflichtschulen unter einer Leitung stehen können.

Inspektoren bleiben

Die Bezirksschulinspektoren bleiben, werden aber Teil des Landesschulrats, hieß es aus dem Büro von Ministerin Schmied. "Wir brauchen weiterhin regionale Qualitätsmanager", sagte der Sprecher der Ministerin. Die eigenständige Behörde über den Bezirksschulinspektoren fällt allerdings weg.

Zudem sollen Schulversuche effizienter werden, bei Bestellungen und Titelverleihungen dem Ministerium nur mehr ein Vetorecht zukommen. Insgesamt sind dazu 35 Gesetzesänderungen nötig. Man wolle so viel wie möglich von dem Paket noch vor dem Ende der Legislaturperiode umsetzen, so das Ministerium.

Schulautonomie gestärkt

Das Papier stärke die Schulautonomie sowie Mitwirkungsrechte der Schulleiter bei Personal und Lehrerfortbildung, meint Pühringer. "Die Länder erhalten nach dem Vorbild Wien, dem Burgenland, Nieder- und Oberösterreich die Möglichkeit, die Verwaltung der Pflichtschullehrer an die Schulbehörde - den Landesschulrat - zu übertragen", so Niessl in einer Pressemitteilung. Er und Pühringer informieren am Mittwoch bei der Landeshauptleutekonferenz ihre Kollegen über den Stand der Reform. Das Unterrichtsministerium werde beauftragt, Gesetzesvorschläge zu erarbeiten, die nach Abstimmung mit einer Expertengruppe der Politik vorgelegt würden, zeichnete Pühringer den Fahrplan. Auch eine schulübergreifende Nachmittagsbetreuung sowie die Vereinfachung der Verwaltungsabläufe bei Sanierungen im Bundesschulbau seien vorgesehen.

Schilcher: "Lobenswert"

Bildungsvolksbegehren-Initiator Bernd Schilcher bewertet die Reformvorhaben im Gespräch mit derStandard.at als "lobenswert". Überlegungen in diese Richtung gäbe es aber schon seit längerer Zeit. Umgesetzt worden, sei aber noch nichts.

Eine Verschlankung der Schulverwaltung sei "überfällig" und "sinnvoll". Dass es bei Bestellungen an der Schule weiterhin ein Veto-Recht für das Ministerium geben soll, erachtet Schilcher als "überflüssig". Es sei unverständlich, warum nicht alle Direktoren ihre Lehrer selbst aussuchen können sollten.
Das wichtigste bei einer Reform der Schulverwaltung wäre laut Schilcher aber ein Ende des Proporzes in den Kollegien. Derzeit steht in der Verfassung, dass

Landesschul- und Bezirksschulrat nach dem Ergebnis der letzten Landtagswahl besetzt werden müssen. Diese Regelung sei "sinnlos" und "Blödsinn", so der Bildungsexperte. "Diese paar Sätze zu streichen wäre die einfachste Art der Reform", so Schilcher. Das scheitere aber an den Ländern, "die wollen hier ihren Einfluss nicht verlieren".

Grüne "vorsichtig positiv"

Die Grünen stehen der Verwaltungsreform "vorsichtig positiv" gegenüber. Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, sieht in der Auflösung der Bezirksschulräte ein "positives Signal, ein erstes Schrittchen in die richtige Richtung". Auch er stößt sich aber weiterhin an dem parteipolitische Proporz in den Kollegien der Schulverwaltung. "Das schreit nach Veränderung, die Kollegien der Bezirks- und Landesschulräte müssen aufgelöst werden, denn die Parteipolitik hat im Schulbereich nichts verloren", so Walser. Die Grünen fordern außerdem, dass alle Kompetenzen für das Schul- und Kindergartenwesen nur mehr dem Bund zu gewiesen werden. (APA/red, derStandard.at, 23.10.2012)

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Gefährliche Drohung?

"Zudem sollen mehrere Pflichtschulen unter einer Leitung stehen können."

Entweder denkt man bei dieser Idee an Kleinstschulen, und der/die Leiter/in verbringt dann mehr Zeit im Auto als an den Schulen, oder da hat mal wieder jemand keine Ahnung, was ein/e (Pflicht)Schulleiter/in - speziell die letzten Jahre - an zusätzlicher Arbeit auf's Auge gedrückt bekam. Das reicht schon für EINE Schule.

Aber vermutlich hat das gesamte Thema ohnehin nur einen Hintergrund: Wahlen im Oktober 2013!

wo sind einmal konkrete

Zahlen??? Irgendwelche Hüftschussaktionen bringen nichts, sondern vertreuern alles. ein Verwaltungsaufwand von unter 10% ist vertretbar. Bei ca. 1,5 Mio Klienten (SchülerInnen, LehrerInnen, sonstiges Schulpersonal) ist der Anteil nämlich sehr gering. Nur gibt es trotz riesiger Schulverwaltungsprogramme (esa, sokrates, untis...) noch immer keine zahlen. gute verwaltung gäbe auch rechtssicherheit, aber man motschkert lieber diffus herum. ein direktor (ohne sekretärin) verantwortlich für ca. 50 Lehrerinnen und 300 Kinder verdient am ende der laufbahn etwa 4500,- brutto? was verdient ein abteilungsleiter einer bank mit 350 untergebenen. ich versteh nicht warum sich die lehrerinnen da so ins argumentative eck drängen lassen...

jetzt habens es!

Verwaltungskräfte an die schulen, den direktorInnen mehr Verantwortung, Kompetenzen und dafür ein entsprechendes Gehalt und dann schauen wir, ob dabei nicht bessere qualität raus kommt. Wenn schon nicht billiger, dann aber wenigstens besser. Es bräuchte dann nur noch Ombudsstellen für Eltern, personalbüros, die die gehaltsabrechnungen machen und eine juristische Beratungsstelle . Habe ich was vergessen?

weiß

nicht, wovon sie da reden, gibt es alles, was sie da fordern

aber nur an den bundesschulen. schon mal über den tellerrand geschaut?

ja

mehr als sie denn auch dort steht eindeutig drinnen, was mit direktoren die ihre leistung nicht erbringen, passieren kann. (in tirol wurde ein leiter entlassen weil er nachweislich privat am diensttelefon privates telefoniert hat) sie sollten sich einmal informieren, ehe sie dauernd derartigen unsinn psoten

ich bin kein bürokratenfreund

aber die schulverwaltung auf bezirksebene als aufgebläht zu bezeichnen, ist eine frechheit. da gibt es nichts mehr einzusparen.
die landesebene könnte man weglassen. das ministerium ist sicher personalmäßig am aufgeblasensten, aber dazu weiß ich zuwenig, dafür bin ich aber kompetent.
das biefi könnte man auch streichen. von dort kommt auch nichts gutes.

schade ist nur

dass diese lemuren für ihre schandtaten nie die rechnung bekommen, die minderleister weiter tachinieren lassen und die hackler (=sekretärinnen) rausschmeißen - elendes gesindel

ist doch ganz einfach

Der Bund schreibt den schulen ein qualitätsprofil ab 2013 vor. Das muss dann ja wer kontrollieren. Und dann muss ja auch wer die direktorInnen vertrösten, wenn die jammern, dass sie mit zu wenig personal oder mit sogenannten wanderpokalen=ungeeigneten lehrkräften , keine Qualität zusammen bringen. Dafür brauchts dann die inspektorInnen. Wir brauchen auch im bildungsbereich einen Aufruf zum ungehorsam. Die vielen Postings zeigen es.

jetzt ist..

..unser schulinspektörchen eh scho so a heillos überforderte mehlhaube, dann wird der auch noch befördert zum bildungsmanager....
wichtig is dass de fleißigen sekretärinnen der bh jetzt eingespart worden sind...

Wer genau liest (auch zwischen den Zeilen) erfährt,

dass genau gar nichts "gestrichen" wird.

No naa, die Parteien werden sich ihre Treuesten doch nicht vom Rechnungshof herausschießen lassen.

talk is cheap

Verar***e pur!

Die Bezirksschulräte fristen in Zukunft ihre berufliches "Schaffen" im Landesschulrat - was ist da bitte abgeschafft worden?

Glauben unsere Politikerhansln und Hänsinnen wirklich, dass das Volk so einen aufgelegten und selbst vom Dümmsten durchschaubaren "Schachzug" gutieren.

Abgesehen davon, dass die Bezeichnung "regionale Qualitätsmanager" wohl nur als verfrühter Aprilscherz gedacht sein kann.

Gestrichen?.,.In welcher Farbe?

bezirksschulinspektor als qualitätsmanager - made my day!

Schwarz oder rot ???

Etikettenschwindel ...

Habe ich das richtig verstanden: Es bleiben die gleiche Leute in den gleichen Büros mit den gleichen Aufgaben und am Türschild steht "Bezirksvertretung des Landesschulrates" statt "Bezirksschulrat"?

zu den inspektoren gesellen sich noch die

lerndesigner, ob vorwärts- oder rückwärts gerichtet.

genau

das is noch die höchste gauditruppe...

Bezirkschulinspektoren sind von gestern !

Ich kenne da einen, der kann nicht mal eine E-Mail
schreiben und der spielt sich als Qualitätsmanager der modernen Schule auf !

da

kenn ich mehr, die ihre zeit bei anderen dingen denn in der schule verbringen, oft muss darüber sogar froh sein...

nur einen?

Bezirksschulinspektor = Qualitätsmanager Ha Ha !

Aus Lehrerkreisen weiß ich, daß gerade die Bezirksschulinspektoren oft die politischen Versorgungsposten sind, oft für ehemalige Lehrer, denen die Arbeit in der Schule zu viel wurde. Gerade auf diesen Posten befinden sich Lehrer, die in der Schule nichts taugten und durch Parteiarbeit diesen Posten bekamen und solche ehemaligen Lehrer, die sich in einer Schulklasse seinerzeit nicht durchsetzen konnten, schon jahrzehntelang in keiner Schulklasse mehr unterrichtet haben, spielen sich jetzt als "Qualitätsmanager" der Schule auf.

Zu viel ist gut! Das sind oft Lehrer, die im Unterricht unbrauchbar waren, aber eben pragmatisiert sind. Die werden dann wegbefördert :) Und erzählen dann den Lehrern was von qualitativ hochstehender Arbeit. Jo eeehhh. Das Geld, das da verschleudert wird, direkt den Schulen zur Verfügung gestellt würde wesentlich mehr Probleme lösen!

Verdacht

Wie kann man das nur streichen? Was es etwa FÜR GAR NIX GUT??

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