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Der erst vor kurzem aufgestellte Grabstein ist aus "Respekt vor den Opfern" wieder entfernt worden. Zwei Wohltätigkeitsorganisationen, die den Namen des Verstorbenen trugen, haben ihre Selbstauflösung angekündigt. Knapp ein Jahr nach dem Tod des beliebten TV-Entertainers Jimmy Savile ermittelt die Londoner Kriminalpolizei gegen ihn: Savile soll in vier Jahrzehnten Arbeit für die öffentlich-rechtliche BBC offenbar mehr als 200 Kinder und junge Frauen missbraucht haben.
Nun steht auch Saviles früherer Arbeitgeber unter hohem Druck, weil im vergangenen Jahr ein Filmbeitrag über Saviles Machenschaften auf Wink der Senderverantwortlichen gestoppt wurde. "Das ist sehr gefährlich für die BBC", sagt ihr langjähriger Auslandskorrespondent John Simpson. " Schließlich leben wir vom Vertrauen der Leute."
Am Dienstag musste sich der gerade erst ins Amt gekommene BBC-Generalintendant George Entwistle im Medienausschuss des Unterhauses schwere Vorwürfe anhören: Er habe in seinem früheren Amt als TV-Direktor einen "ungewöhnlichen Mangel an Neugierde" an den Tag gelegt, um der Savile-Affäre auf den Grund zu gehen.
Savile hatte sich als Nachtclub-Manager und Discjockey durchgeschlagen, ehe er von 1964 an die wöchentliche Top of the Pops-Sendung der BBC übernahm. In zahlreichen Radio- und TV-Programmen unterhielt der weißblonde, stets Zigarren paffende Exzentriker im Trainingsanzug sein Publikum. Seine berühmteste Sendung Jim'll fix it (Jim macht's möglich) wandte sich besonders an junge Leute. Mit ehrenamtlicher Arbeit in Krankenhäusern trieb der gläubige Katholik viele Millionen Spendengelder für wohltätige Zwecke ein. Die Regierung ließ ihn durch Queen Elizabeth zum Ritter schlagen, Papst Johannes Paul II. verlieh ihm den päpstlichen Ritterorden, mit Premierministerin Margaret Thatcher durfte der Entertainer viele Jahre lang Silvester feiern.
Alle Anspielungen auf sein Privatleben, zuletzt auch auf einen Missbrauchsskandal auf Jersey, ließ der Multimillionär rigoros durch Anwälte unterbinden, unterstützt von der strikten englischen Verleumdungsgesetzgebung. Wohl auch deshalb wagten sich seine Opfer erst nach dem Tod des 85-Jährigen an die Öffentlichkeit.
Die BBC-Magazinsendung Newsnight setzte vergangenes Jahr zwei erfahrene Journalisten auf den Fall an, eine schwerkranke Frau ließ sich zu Aussagen vor der Kamera überreden, mehrere andere Opfer gaben schriftliche Erklärungen ab. Doch wenige Tage vor dem geplanten Ausstrahlungstermin im Dezember verfügte der Redaktionsleiter Peter Rippon einen Recherchestopp.
"Sie riskieren einen erheblichen Ansehensverlust für die BBC", warnte ihn einer der beteiligten Journalisten. Tatsächlich sieht sich der wichtigste öffentlich-rechtliche Sender der Welt jetzt mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. War Rippon dem Druck seiner Vorgesetzten ausgesetzt, die um ihre eminent wichtigen Einschaltquoten in der Weihnachtszeit fürchteten?
Just am zweiten Feiertag vergangenen Jahres strahlte die BBC nämlich ein öliges Gedenkprogramm für Savile aus, im Nachhinein wirkt das wie eine Verhöhnung der Opfer. Deren schreckliche Erinnerungen an Vergewaltigungen in BBC-Garderoben und Saviles Kleinbus strahlte zu Monatsbeginn der Konkurrenzsender ITV aus. Es dauerte weitere zehn Tage, bis BBC-Chef Entwistle endlich an die Öffentlichkeit trat, sich bei den Opfern entschuldigte und Aufklärung versprach. (Sebastian Borger aus London, DER STANDARD, 24.10.2012)
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der weit davon entfernt ist, die ganze grauenhafte Dimension des Falls darzustellen. Savile hat wie ein Raubtier Krankenhäuser durchstreift und Kinder sexuell belästigt. In seiner BBC-Garderobe missbrauchte er minderjährige Mädchen, die als Statistinnen in seine Sendungen eingeladen waren. Es gibt Fotos, auf denen man ihn mit Teenagern sehen kann, die er innig umarmt. Die fast 100-jährige Dame Vera Lynn passt wohl nicht so richtig in sein Beuteschema.
skandalösen "Aniverleumdungs-Gesetze" überdenken, welche sie zum Schutz von Milliardären, Russischen Oligarchen, diebischen Scheichs und leider auch zum Schutz prominenter Pädophiler vor objektvier BErichterstattung eingeführt haben. Manchmal stinkt GFEld und Prominenz eben doch, und darüber muss eine freie Presse berichten dürfen.
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