AMS-Chefs entschuldigen IT-Probleme

23. Oktober 2012, 18:15
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Mitarbeiter sollen Sonderprämie erhalten

Wien - Das Maß ist offenbar voll: Weil die Probleme bei der IT-Umstellung im Arbeitsmarktservice (AMS) seit Monaten nicht kleiner werden, haben die beiden Vorstände Herbert Buchinger und Johannes Kopf nun eine breit angelegte Entschuldigungsmail an die Mitarbeiter losgeschickt.

Die E-Mail, die dem Standard vorliegt, lässt Zerknirschtheit erkennen: " Aus vielen, vielen Gesprächen und E-Mails wissen wir, dass eigentlich niemand mehr Vertröstungen hören will - weder die Mitarbeiter noch die Kunden." Wie berichtet, hätte die Umstellung auf das neue, von IBM gewartete, Betriebssystem bereits im Juni abgeschlossen sein sollen. IBM hatte durch ein besonders günstiges zweites Angebot die Neuausschreibung der Computerausstellung gewonnen. Sie soll, in acht Jahrestranchen, für ihre Dienste 173 Millionen Euro bekommen.

Bis heute ist die Umstellung nicht gelungen. Die AMS-Mitarbeiter kämpfen mit langsamen Computern und spontanen Ausfällen, meist dann, wenn es besonders stressig zugeht. Vor zehn Tagen soll stundenlang nichts mehr gegangen sein, "ich konnte keine Applikation aufrufen", sagt ein AMS-Mitarbeiter zum Standard. Auch die Kooperation mit Kursanbietern scheint zu leiden.

Buchinger und Kopf in ihrer E-Mail: "Niemand konnte wissen, dass ein so renommiertes Unternehmen wie IBM so lange braucht, unsere IT in den Griff zu bekommen." Als mögliche Gründe werden "vielleicht suboptimale Zusammenarbeit des alten mit dem neuen Dienstleister", vor allem aber " mangelndes Know-how und gewisse Managementfehler" bei IBM angeführt.

Ob die Probleme wirklich "niemand wissen" konnte, ist fraglich: Immerhin hat das AMS bereits 3,9 Millionen Euro ausgegeben, um den Umstellungsprozess professionell begleiten zu lassen.

Die AMS-Mitarbeiter sollen zumindest am Jahresende nicht mehr leiden: Buchinger und Kopf kündigen an, die Forderung des Zentralbetriebsrats nach einer "Sonderprämie" für die erlittene Computer-Unbill zu unterstützen. (Petra Stuiber, DER STANDARD, 24.10.2012)

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