"Big Brother" für Vassilakous Gratis-WLAN

23. Oktober 2012, 18:14
  • Gratis im Internet surfen am Rathausplatz kann nur, wer sich mittels Handynummer registriert.
    foto: standard/cremer

    Gratis im Internet surfen am Rathausplatz kann nur, wer sich mittels Handynummer registriert.

Grüne Stadträtin für "Datenschutzverletzung" nominiert

Wien - Bereits vor eineinhalb Jahren versprach die grüne Stadträtin Maria Vassilakou, "Gratis-WLAN-Zonen an intensiv frequentierte öffentlichen Orten in Wien" anzubieten. Realisiert worden ist dies bisher nur an zwei Standorten. So kann seit Juni am Wiener Rathausplatz und seit Ende September auf der Donauinsel kostenlos im Internet gesurft werden.

Genau deshalb ist die grüne Wiener Vizebürgermeisterin nun für den "Big Brother Award" nominiert, der am 25. Oktober im Wiener Rabenhof vom Datenschützer-Verein Quintessenz verliehen wird. Dabei handelt es sich um eine negativ gemeinte "Auszeichnung", mit der Behörden, Firmen und andere Institutionen für "schwere Datenschutzverletzungen" bedacht werden sollen.

Gratis-WLAN anderswo

Gratis-WLAN wird mittlerweile in vielen Metropolen Europas von öffentlicher Hand angeboten. In Paris beispielsweise kann bereits seit 2007 kostenlos an öffentlichen Plätzen im Internet gesurft werden, die Stadt Berlin führt den öffentlichen drahtlosen Dienst dieser Tage ein, und in London funktioniert der kostenlose Zugang zum Netz sogar in der U-Bahn.

Problem: Registrierung der Handynummer

Warum genau wird also das Gratis-WLAN der Stadt Wien kritisiert? "Durch die Registrierung der Handynummer und die Authentifizierung mittels zugesandten Passworts ist man nicht mehr anonym. Rein technisch könnten die angesteuerten Internetseiten mit der Telefonnummer und damit mit der jeweiligen Person verbunden werden. In Sachen Datenschutz ist das durchaus ein Problem", erklärt Christian Jeitler von Quintessenz die Nominierung. Die Registrierung der User sei der Stadt Wien als Institution rechtlich vorgeschrieben, erklärt Andreas Baur, Mediensprecher der Stadträtin. "Die Daten werden außerdem nur für acht Stunden aufbehalten. Danach muss man sich erneut registrieren." (sufe, DER STANDARD, 24.10.2012)

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wer braucht gratis wlan ?

Dafür den Big Brother zu vergeben ...

ist absurd und dumm.

lol, aber nur wenn datenschutz für dich ein fremdwort ist!

Wieso?

Der Punkt ist doch, dass Vassilakou ganz klar keine Wahl hat, weil die Gesetzeslage eben so ist - und diese Gesetze hat Vassilakou nicht gemacht.
Also könnte man den Preis für jene vorschlagen, die diese Gesetze gemacht haben.
Vassilakou herzunehmen ist einfach nur dumm.

Heißt das, dass alle anderen free WLAN Anbieter gegen das Gesetz verstoßen?

VASILIAKOUS DATENSCHUTZ UND ANDERE SCHMERZLICHE FEHLTRITTE

es mag schon sein, daß die frau stadtrat die gesetze dazu nicht gemacht hat und daher nicht zuständig ist, aber es liegt sehr wohl an ihr, wie sie das umsetzt. aber die e3rhöhung der hudnesteuer um 100%, das hat sie sehr wohl gemacth und alleinstehende pensionisten, die einen hund als begleiter haben und dazu auch noch bezieher einer mnindestrente sind, werden diesen ihren agressiven angriff absolut nicht verstehen. auch gibt es in einer ganzen reihe anderer bereiche, wo solche fehlgriffe ständig passieren un d man merken kann, daß grünes demokatieverständnis nru eines bedeutet: demokratie ist, wenn wir grünen bestimmen können, wies läuft.

Komplette Themenverfehlung.

1) Die Gebührenerhöhungen haben nichts mit Datenschutz und dem BBA zu tun.

2) In jeder Demokratie werden Gebühren erhöht, schon allein durch die Inflation ist das nötig.

3) Es waren keine 100%. Außerdem sind die paar Euro aufs Jahr(!) eine minimale Belastung, auch für Mindestpensionsbezieher.

4) Der Großteil der Wiener Stadtregierung ist SPÖ.

nicht unbedingt: wenn die anderen Anbieter eine andere Art von Institution sind und für sie andere Regeln gelten, dann nicht.
Allerdings weiß ich nicht, ob das so ist.

Dank Vorratsdatenspeicherung

wird sowieso alles registriert. Öffentliche WLANs sind da nur eine Lücke. Die Leute kommen ja bissl spät drauf, dass ihre Verbindungen aufgezeichnet werden.

Aber weil ja die meisten Leute Terroristen sind und in vielen Studien gezeigt worden ist, dass Vorratsdatenspeicherung Terrorismus unterbindet und die Sicherheit erhöht, leben wir alle sehr gerne mit der permanenten Überwachung, stimmts?!

das bringt doch eh nüsse , wer etwas "anstellen" will nimmt sich halt eine prepaid-sim um 9.90 , ein gb gültig für ein jahr.

warum nicht registrieren !!!

Es gibt nicht nur "die guten" gratis-WLAN-USER.
was ist wenn jemand z.B. Kinderpornos oder sonstiges verbotenes anonym runterlädt ?!
...also wer sich nicht zu schulden kommen lässt
hat mit der Registierung sicher kein Problem.

Die Registrierung per se ist nicht das Problem per se.

Das Problem auch mit der VDS ist auf der einen Seite die mangelhafte Sicherung gegen Missbrauch, wie z.B. das Ausheben oder Kopieren bestimmter Daten und der Erstellung von Nutzungs- und Bewegungsprofilen mit ihrer Unschärfe und eventuellen Missdeutung - siehe die katastrophen bei falschen SCHUFA-Auskünften.

Zum zweiten ist auch die ANLASSLOSE Überwachung das Problem, das heißt, es wird in ein fundamentales Bürgerrecht der freien Meinungsäußerung insofern eingegriffen, als dass man anlasslos überwacht wird. Dadurch passt man sich unwillkürlich an, die Nutzung verändert sich und ist eben nicht mehr frei.

Und es sei noch die deutsche Statistik erwähnt, die eine Aufklärungsquote von 0,0083% belegt.

Wenn du nichts zu verbergen hast,

lade bitte alle deine SMS ins Internet und poste den link hier im Forum.
Ebenfalls solltest du anfangen sämtliche deiner Telefongespräche an via ustream zu streamen.

Oder sprichst du beim telefonieren über illegale Aktionen, oder schickst sex-smsen an Minderjährige?
Beweise uns doch bitte das Gegenteil!

Du hast schon recht

aber die Vorratsdatenspeicherung mit einer Veröffentlichung zu vergleichen ist dann doch etwas plakativ

Ich biete gerne einen Server an, auf den die ganzen Daten hinaufgeladen werden können und auf den nur ich den Zugriff darauf habe.

Ich verspreche auch, die Daten nicht zu kontrollieren. Ich hebe sie ja nur für den Fall auf, dass etwas Böses passiert...

Besser? ;-)

Nicht zu vergessen die bösen Raubkopiermörder!!!!!11111einseins

...also wer sich nicht zu schulden kommen lässt
hat mit der Registierung sicher kein Problem.

_______

und du bist ein depp wenn du das wirklich glaubst

"Wer sich nichts zu schulden kommen lässt ...". Nachdem diese Beschreibung vermutlich auf nicht mal 1 o/oo aller Internetbenutzer zutrifft, wird die Aussage schon stimmen. Ein halblegaler Download hier, ein ehrenrühriges Posting dort. Was übrigbleibt, sind die Schafe mit der supersaubren weißen Weste. Und die haben nun wirklich kein Problem mit der Regierung, die sitzen nämlich selbst drin.

Ich lasse mir nichts zu schulden kommen...

und habe trotzdem ein Problem mit der Registrierung.

Weil's einfach niemanden etwas angeht. Aus Prinzip nicht.

Wo ist das Problem mit der Registrierung?

Bei der Registrierung hinterlässt man blos die Telefonnummer. Wo ist also das Problem?

Und wer die Telefonnummer hat, der verwendet dann das tolle "meine Kontakte auf Facebook finden" Feature, und schon hat man das Stasibook Profil des WLAN Nutzers. Praktisch, nicht?

Facebook und Datensicherheit

... das ist aber das Problem des Facebook users der alle Informationen bereitwillig ins Netz stellt und NICHT die Registrierung.

Auf der einen Seite die 8stündige Speicherung einer Mobiltelefon-Nummer zu kritisieren und andererseits intimste Details mit Fotos auf Facebook zu posten finde ich weit über das Ziel hinausgeschossen!

Schützenswürdige Daten (welche Internetseiten wurden aufgerufen, wer hat wem ein eMail geschrieben - mit welchem Inhalt) werden NICHT gespeichert.

"...also wer sich nichts zuschulden kommen lässt hat mit der Registrierung kein Problem.."
Soso.
Der hat auch kein Problem, sich am Flughafen nacktscannen zu lassen, sich von der Billakassierin in die Taschen schauen zu lassen, die Trafikantin seine Post lesen zu lassen, seine E.Mails unverschlüsselt zu versenden, sein Verhalten in der Wahlzelle von einer Kamera festhalten zu lassen, am E-voting teilzunehmen, seinen Chef ein Bewegungsprofil während der Arbeitszeit anfertigen zu lassen, Parkscheine per Handyparken zu buchen, so dass der Standort des Autos ermittelbar ist....

Wo bleibt der Rest?

Genau, die Nominierung für eine gesetzesbedingte Lächerlichkeit wird auf die große Glocke gehängt (Außerdem - jeder kann es nutzen, niemand muss! Wofür gibt es UMTS?) - während zB die Nominierung des Herrn Dr. Medwenitsch, der als Lobbyist wirklich Ungeheuerliches fordert, unter den Teppich gekehrt wird?!?
Was er fordert, würde die Privatsphäre und letzten Endes die Freiheit aller österreichischen Internetnutzer weiter massivst beeinträchtigen.

Internet ist Infrastruktur und jede Einschränkung dieser schadet der österreichischen Gesellschaft und letztlich auch Wirtschaft.

Die Daten werden außerdem nur für acht Stunden aufbehalten

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ja, ne iss klar. und besonders dann wohl inländisch zugeornete. weil es könnte ja ... irgendwann ...

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