"Big Brother" für Vassilakous Gratis-WLAN

  • Gratis im Internet surfen am Rathausplatz kann nur, wer sich mittels Handynummer registriert.
    foto: standard/cremer

    Gratis im Internet surfen am Rathausplatz kann nur, wer sich mittels Handynummer registriert.

Grüne Stadträtin für "Datenschutzverletzung" nominiert

Wien - Bereits vor eineinhalb Jahren versprach die grüne Stadträtin Maria Vassilakou, "Gratis-WLAN-Zonen an intensiv frequentierte öffentlichen Orten in Wien" anzubieten. Realisiert worden ist dies bisher nur an zwei Standorten. So kann seit Juni am Wiener Rathausplatz und seit Ende September auf der Donauinsel kostenlos im Internet gesurft werden.

Genau deshalb ist die grüne Wiener Vizebürgermeisterin nun für den "Big Brother Award" nominiert, der am 25. Oktober im Wiener Rabenhof vom Datenschützer-Verein Quintessenz verliehen wird. Dabei handelt es sich um eine negativ gemeinte "Auszeichnung", mit der Behörden, Firmen und andere Institutionen für "schwere Datenschutzverletzungen" bedacht werden sollen.

Gratis-WLAN anderswo

Gratis-WLAN wird mittlerweile in vielen Metropolen Europas von öffentlicher Hand angeboten. In Paris beispielsweise kann bereits seit 2007 kostenlos an öffentlichen Plätzen im Internet gesurft werden, die Stadt Berlin führt den öffentlichen drahtlosen Dienst dieser Tage ein, und in London funktioniert der kostenlose Zugang zum Netz sogar in der U-Bahn.

Problem: Registrierung der Handynummer

Warum genau wird also das Gratis-WLAN der Stadt Wien kritisiert? "Durch die Registrierung der Handynummer und die Authentifizierung mittels zugesandten Passworts ist man nicht mehr anonym. Rein technisch könnten die angesteuerten Internetseiten mit der Telefonnummer und damit mit der jeweiligen Person verbunden werden. In Sachen Datenschutz ist das durchaus ein Problem", erklärt Christian Jeitler von Quintessenz die Nominierung. Die Registrierung der User sei der Stadt Wien als Institution rechtlich vorgeschrieben, erklärt Andreas Baur, Mediensprecher der Stadträtin. "Die Daten werden außerdem nur für acht Stunden aufbehalten. Danach muss man sich erneut registrieren." (sufe, DER STANDARD, 24.10.2012)

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