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Mit dem Segelboot steuert die Filmemacherin Agnès Varda die Stationen ihres Lebens an.
Würde man Menschen öffnen, fände man Landschaften, sagt die französische Filmemacherin Agnès Varda am Beginn von "Die Strände von Agnès": Öffnete man sie, fände man Strände. Reich und vielfältig wie eine Handvoll Sandkörner ist das Leben von Agnès Varda, die sich in ihren Erinnerungen in der Rolle eines "kleinen, alten Mütterchens" sieht: "etwas rundlich und geschwätzig".
Mit ihrer Kindheit hält sich Varda nicht allzu lange auf. Nach ihrer Flucht aus Belgien ins südfranzösische Sète versuchte sich die heute 84-Jährige schon früh in Fotografie und Film. 1954 entstand daraus "La Pointe Courte" mit Silvia Monfort und Philippe Noiret.
Varda sucht Plätze ihrer Vergangenheit auf, zeigt Fotos, spielt Filmsequenzen ein, stellt Szenen aus ihrem Leben nach und rahmt das in eine Installation am Strand, bei der sich die Wellen in zahllosen, verschieden großen Spiegeln brechen.
Den Strand nutzt Varda als Kulisse für ihr Leben, sie selbst macht es sich im Bauch eines Wals aus Tüchern bequem und lässt die Zuseher an ihren Erinnerungen an Surrealismus und Nouvelle Vague, an Filme wie "Cléo de 5 à 7", "Les Creatures" und "Lions Love" teilhaben.
Oft geschieht die Umsetzung spielerisch, selbstironisch, auch mit Schmerz, etwa in Vardas Trauer über den 1990 verstorbenen Regisseur und Ehemann Jacques Demy.
2008 erschien dieser Film, der vorerst letzte Vardas; am Mittwoch zeigt Arte um 20.15 Uhr das mit viel Prosa und großem Inszenierungsaufwand ausgestattete Werk. Pflicht! (prie, DER STANDARD, 24.10.2012)
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