Bahnen sollen wie Flieger buchbar werden

Während Flugreisen unabhängig von Standort und Ziel problemlos buchbar sind, gibt es im grenzüberschreitenden Schienenverkehr noch jede Menge Hindernisse

Während Flugreisen unabhängig von Standort und Ziel problemlos buchbar sind, gibt es im grenzüberschreitenden Schienenverkehr noch jede Menge Hindernisse. Das soll sich nun schrittweise ändern.

 

Wien/Brüssel/Luxemburg - Europa wächst zusammen, im Bahnverkehr jedoch gibt es noch Beschleunigungsbedarf. Vorbild für die EU-Behörden in Brüssel, die sich eine Entlastung der Flugtrassen und eine Belebung der Schienenstrecken wünschen, ist der internationale Luftverkehr.

Flüge sind von jedem Standort aus weltweit buchbar - ein Anschluss ans World Wide Web vorausgesetzt. Das soll nun auch bei grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitsverbindungen auf dem Schienennetz Realität werden. Einer EU-Verordnung zufolge müssen in den Suchmasken der Reservierungssysteme, mit denen etwa Reisebüros arbeiten, künftig neben Flug- auch Zugverbindungen angeführt sein, sofern es solche gibt. Für die notwendige Technologie im Hintergrund hat der Anbieter von Flugreservierungssystemen, Amadeus, entscheidende Vorarbeit geleistet.

"Das Potenzial ist beachtlich", sagte der bei Amadeus für den Bahnbereich zuständige Direktor Thomas Drexler dem Standard. "Unser Fokus liegt auf den zehn bis 20 Prozent Fahrten, die in Europa jährlich auf Hochgeschwindigkeitsstrecken gefahren werden. In Summe sind das zwei bis vier Milliarden Passagiere pro Jahr." Drexler geht davon aus, dass Geschäftsreisende verstärkt das Angebot der Bahnen nützen würden, wenn es so einfach buchbar wäre, wie es Flüge heute sind.

Amadeus hat mit dem Global Rail System (GRS) ein weltweites Buchungssystem für Bahnen entwickelt. Damit das funktionieren kann, sind IT-Lösungen der bisher auf Eigenständigkeit bedachten nationalen Bahnen zu standardisieren. Engere Kontakte gibt es nach Angaben von Drexler derzeit mit den französischen Staatsbahnen SNCF, der Deutschen Bahn, Atoc in Großbritannien, der spanischen Staatsbahn Renfe, Swedish Rail sowie Trenitalia. Mit zwei australischen Bahnen sowie der britisch-französisch-belgischen Eurostar-Gruppe kooperiere man schon seit längerem. In Österreich könnte das System Ende 2013 greifen, wenn ÖBB und Deutsche Bahn dabei sind.

Bares bei Flugverspätungen

Bei Flugverspätungen von mehr als drei Stunden haben Reisende nun endgültig Anspruch auf eine Ausgleichsleistung von bis zu 600 Euro. Die Airlines müssen dann nicht zahlen, wenn die Ursache der Verspätung von den Gesellschaften "nicht zu beherrschen" war. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag in Luxemburg entschieden.

Von Verspätungen betroffene Reisende könnten Altansprüche bis zu drei Jahre rückwirkend geltend machen, sagte Barbara Forster vom Europäischen Verbraucherzentrum. Sie empfiehlt, mit eingeschriebenem Brief an die Airline und unter Hinweis auf den EuGH-Entscheid Ansprüche anzumelden. Sollte es eine abschlägige Antwort vonseiten der Fluglinie geben, wäre auch die Europäische Verbrauchszentrale bereit, den Fall durchzufechten.

Das Gericht hat mit dem jetzigen Urteil seine Erstentscheidung zum Ausgleich für Flugverspätungen aus 2009 präzisiert. Damals hieß es, Betroffene verspäteter Flüge seien mit jenen annullierter Flüge beim Anspruch auf Ausgleichsleistung gleichzustellen. (Günther Strobl, DER STANDARD, 24.10.2012)

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kurze Frage:

Flug Wien-Singapur, als 1 Flug gebucht, Zwischenlandung in Dubai.

Flugverspätung: 8h in Dubai, aus angeblich "technischem Gebrechen"

Steht damit die finanzielle Ausgleichszahlung zu?

Wien -> Köln und retour:

Bahn: 160 Euro (Sitzabteil!), 10 Stunden Fahrt (eine Richtung); bei der Rückfahrt ist der Zug ausgefallen, der nächste Zug (nach 4 Stunden) war entsprechend überfüllt

Flug: 80 Euro, 1.5 Stunden Flugzeit (eine Richtung)

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Selbst wenn der Buchungsprozess vereinfacht wird, gibts da noch viiiiel zu tun!

Bei einer so großen Verspätung gibt es dann aber im Gegensatz zum Flugverkehr Geld zurück (50 %).

Ansonsten sind die Preisvergleiche immer relativ. Im Prinzip kann man auch um unter 160 Euro nach Köln und retour fahren. Die Sparschiene in den Tageszügen beginnt bei 49 Euro pro Richtung.

An manchen Tagen ist das Flugzeug billiger, an anderen der Zug. Und Wien - Köln geht im Gegensatz zu Wien - unwichtige Kleinstadt in Sachsen auch online.

Fliegen ist umweltschädlich, Bahnfahren ist umweltschädlich - Leute, bleibts doch endlich zu Hause - schont die Nerven und noch viel mehr die Umwelt!

do it on your own

and make the others happy

Also ich sehe das als Schritt hin

zu bedarfsorientierten Ticketpreisen. D.h. ich zahle tages- und uhrzeitabhängig unterschiedliche Preise für ein und die selbe Strecke.

Warum das zur Einfachheit beitragen soll, ist mir ein Rätsel.

Hartnäckige Versuche doch Bahn zu fahren

Immer wieder mache ich den Versuch, Dienstreisen mit der Bahn in Erwägung zu ziehen. Ich würde wirklich lieber im Zug sitzen als alles andere. Aber schon beim Rausfinden der Verbindungen, und vor allem von Preisen vergeht mir das regelmäßig.

ÖBB-online ist eine Kabarettnummer und zeigt den Professionalitätsgrad dieses "Unternehmens" ganz gut auf.

Dazu kommt noch, daß es zu vielen Städten die in Bahndistanz liegen, einfach keine guten Verbindungen gibt, die Fahrzeiten viel zu lange sind und die Preise jenseits von gut und böse.

Das die private Bahn nicht wirklich die Alternative ist, sieht man tatsächlich z.B. in England. Aber die ÖBB - das kann es auch nicht sein.

Finde Wien Westbahnhof nicht.

Nur die U-Bahnstation wird angezeigt. Das sagt, glaub ich, alles...

Das sagt wirklich sehr viel. Aber warum entblößen Sie sich so in der Öffentlichkeit?

sogar dafür sind Sie zu blöd!

Das heißt in ÖBB-chinesisch, dass unterm Bahnhof die U-Bahnstation liegt.

für technisch wissende

diese URL spricht bände, aus welchem zeitalter die IT-infrastruktur ist.

/bin/query.exe

??

Der Server läuft übrigens laut HTTP-Headern mit Linux.

Tja komischer Weise schaffen das täglich so ca. 1 Million Menschen.

Die werden doch nicht intelligenter sein als Sie ?

Ich fänd´s mal an der Zeit, dass sich die europ. Bahnen zusammenraufen und bezahlbare Preise für internationale Fernreisen anbieten. Von Wien nach z.B. London oder Paris wär´s im Nachtzug eigentlich kein Problem (und für Flugangstler wie mich eine attraktive Alternative zum Flieger), wenn man für den Billigflieger aber nur einen Bruchteil auslegt (in der halben Zeit) schafft) ist das einfach nicht diskutabel.

find ich sehr gut, ich glaube einige postings hier verfehlen das thema etwas.

das problem ist auf der Öbb Seite ganz gut ersichtlich, für die meisten Grenzübergreifenden Routen ist nichtmal der Fahrtpreis ersichtlich, da red ich noch garnicht von einer Onlinebuchung.
("Bitte wenn Sie sich an das Reisebüro am nächsten Bahnhof")

wer nicht gerade in einem Ballungszentrum wohnt kann von Glück sprechen wenn der nächste besetzte Bahnhof mit Fernstreckenticketverkauf nicht mehr als 20km weit weg ist.

Der Bahnhof für die drittgrösste Gemeinde Tirols, Telfs-Pfaffenhofen

mit einem Einzugsbereich von etwa 20.000 Einwohnern hat nur einen meistens funktionierenden Fahrkartenautomaten. Nächste Erwerbsmöglickeit von Fernreisetickets: Innsbruck Hbf, 28 Bahn-km entfernt oder Ötztal Bahnhof, etwas näher.

sie können auch telefonisch buchen und sich die tickets zuschicken lassen.

Schwachsinn, das Bahnfahren dem Fliegen anzugleichen. Dann blieben die Flexibilität und die spontane Entscheidung auf der Strecke. Glücklicherweise ist dieser anglo-amerikanisch-westeuropäische Virus noch nicht in Österreich. Ich geh zum Bahnhof, kauf ein Ticket Wien-Bregenz, nicht teurer als wenn ich vorreserviert hätte, kann innerhalb von 6 Tagen die Fahrt zig mal unterbrechen... Das nenn ich Freiheit und werde nicht abgezockt wie in D, It, F, GB, USA. Was internationale Fahrkarten betrifft, wäre natürlich ein europaweites System günstig. Hat vor 15 jahren wunderbar funktioniert, auch ohne PC.

"Drexler geht davon aus, dass Geschäftsreisende verstärkt das Angebot der Bahnen nützen würden, wenn es so einfach buchbar wäre, wie es Flüge heute sind"

da könnte er Recht haben! wenn man endlich vernünftig online buchen kann, würde die Schiene eventuell wieder eine interessante Alternative werden.
Derzeit ist es schlicht und einfach nervig!

Es müsste jedenfalls ganz einfach sein! Aber:

Die Bahnkunden sind doch eine andere Klientel als Flugzeugpassagiere, oder?
Will man Bahnfahrer/innen nun dazu zwingen, eine Kreditkarte zu besitzen?
Tanken geht ja bald auch nicht mehr ohne Karte.
Werden Einkommensschwache bald nicht mehr reisen können?

Wäre ich in der Nacht irgendwo Tankwart wäre mir nichts lieber als wenn es Treibstoffe nur mit Kredit- oder Bankomatkarten gäbe

Schliesslich kostet heute schon fast jede Tankfüllung rund 1000 Schilling in richtigem Geld. Da kommt in einer Nacht schon viel zusammen.

Weil ich keine Rauchgelegenheit bekomme, verliert
die Bahn bei Fernreisen dauerhaft 4-5 potentielle Fahrgäste. Vielen ist sicher nicht recht, dass Raucher eine Familie haben dürfen aber das gibt es. Und 12 Stunden ohne Zigarette sind mir zu ungemütlich.

Dass Sie mit "Familie" argumentieren, heißt, dass Ihnen Kinder offensichtlich beim Rauchen zuschauen können.

Das finde ich besonders schlimm.
Rauchen an sich ist schon gelebte Verantwortungslosigkeit.

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