Robert-Schumann-Preis geht an Pierre Boulez

Mit 25.000 Euro dotiert - einer der "konsequentesten, intellektuell schärfsten und schöpferisch präzisesten Vertreter" der Musik

Mainz - Der französische Komponist Pierre Boulez (87) erhält den neu ins Leben gerufenen Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik. Er nimmt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung am 1. Dezember in Mainz entgegen, wie die Akademie der Wissenschaften und der Literatur am Dienstag bekanntgab. Die Laudatio hält Nike Wagner, die Urenkelin des deutschen Komponisten Richard Wagner.

In ihrer Begründung bezeichnet die Jury den Preisträger als einen der "konsequentesten, intellektuell schärfsten und schöpferisch präzisesten Vertreter" der Musik nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Robert-Schumann-Preis sollen Künstler für ihr Lebenswerk geehrt werden. Stifter der Auszeichnung, die künftig alle zwei Jahre vergeben wird, ist die in Mainz ansässige Strecker-Stiftung. (APA, 23.10.2012)

Share if you care
5 Postings
Im Geiste Schumanns? (1)

Durch einige Medien geisterte jüngst die Meldung, Pierre Boulez erhalte – als einer der „konsequentesten, intellektuell schärfsten und schöpferisch präzisesten Vertreter“ der Musik nach dem 2. Weltkrieg den neu ins Leben gerufenen Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik. Ich empfinde es als wohltuend, dass man in der Musik und in den Schriften Robert Schumanns von diesen „Tugenden“ herzlich wenig spürt. Dafür zeichnen sie sich durch Herzenswärme, Humor und Esprit aus. Diese Eigenschaften finden sich selbst in Schumanns literarisch-kritischen Texten in weit größerem Maße als etwa intellektuelle Schärfe.
Schärfe, wenn auch nicht gerade intellektuelle, war und ist anderer Leute Bier.

Im Geiste Schumanns? (2)

Gepaart mit oft unsachlicher Bissigkeit war sie auch manchen großen Geistern eigen, Hugo Wolf etwa. Er hat sie wenigstens durch geniale Musik kompensiert. Hugo von Hofmannsthal hat zwar die Musik von Johann Strauß verurteilt, dafür aber wenigstens großartige Literatur hinterlassen. Hinsichtlich Johann Strauß hat ihn die Geschichte Lügen gestraft. Man sollte also vorsichtig sein mit seinem Urteil über andere.
Natürlich bleibt es im Zeichen der Meinungsfreiheit jedermann unbenommen, über die Musik anderer abfällig zu urteilen. So ist es auch das gute Recht eines Herrn Pierre Boulez, abfällig über die Musik von Jean Françaix zu urteilen.

Im Geiste Schumanns? (3)

Er wird allerdings auch einräumen müssen, dass andere anders über Françaix denken. So meine ich, wer so über andere Musiker herzieht wie Boulez, versteht vielleicht sehr viel von Tönen, Tonfolgen oder Klängen, hat aber keine Ahnung von Musikkunst. Ein hartes Urteil gewiss, aber ein verdientes über jemanden, der über die Musik von Françaix unverdientermaßen heruntermacht. Wer seinen Platz in der Musikgeschichte mit der Beseitigung anderer Komponisten erkämpfen will, sollte ihn schleunigst räumen. Er ist nämlich am falschen (Platz).

Welche Laus ist ihnen über die Leber gelaufen?

und ich denke zudem, dass man jemandem der ohnehin schon unter preisen fast erstickt ist

jetzt noch einen preis gibt, zeugt ein wenig von einfallslosigkeit. gibts niemand anderen? jemand jungen? was werden wir tun, wenn hr. boulez nicht mehr da ist...?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.