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vergrößern 800x534ÖVP-Seniorensprecherin Gertrude Aubauer (li.) und SPÖ-Sprecherin für die Kreativwirtschaft Elisabeth Hakel beim Symposium.
Junge und ältere Menschen haben beim Wohnen oft das gleiche Problem: nicht genug Geld und keine wirklich leistbaren Wohnungen. Das zeigte sich im Gespräch zwischen der Sprecherin für den Bereich Kreativwirtschaft der SP-Fraktion im Nationalrat, Elisabeth Hakel, und der ÖVP-Seniorensprecherin Gertrude Aubauer. Parteipolitische oder ideologische Differenzen ergaben sich zwischen den beiden Frauen kaum.
Die Liezener Abgeordnete Hakel sprach vor allem die Bedürfnisse der Jugend in der ländlichen Region an, die von den innovativen Wohnprojekten in den Städten nicht viel haben. "Ich würde gern auch dort leistbare Wohnungen für junge Menschen eröffnen," sagte sie. "Es gibt viele, die gerade tausend Euro netto verdienen, und viele wünschen sich, nach der Lehre von zu Hause auszuziehen, aber dennoch in ihrer Heimat zu bleiben. Und da gibt es zu wenig Angebot." Für die 51 Bürgermeister in ihrem Bezirk sei der Kampf gegen die Abwanderung die größte Herausforderung. Und dafür müssten vor allem Arbeitsplätze geschaffen werden - in Liezen auch durch den Bau von Einkaufszentren.
Für die frühere ORF-Sprecherin Aubauer ist neben der oft geringen Pension das Hauptproblem so vieler Senioren die fehlende Barrierenfreiheit der meisten Wohnungen. "Viele trauen sich da nicht drüber, da brauchen sie viel mehr Hilfestellung, damit sie das schaffen", beschreibt sie den Alltag älterer Menschen. Aubauer setzt hier vor allem auf neue Technologien, die "intelligente Wohnung", wie Experten es nennen. Beispiele? "Der Teppich, der meldet, wenn jemand gestürzt ist, die intelligente Socke, die registriert, wie es dem Menschen geht. Damit können sie viel länger in der eigenen Wohnung bleiben."
An den HTLs sollte es ein Fach über barrierefreies Wohnen geben, schlägt Aubauer vor. Eine weitere Chance sieht sie im generationsübergreifenden Wohnen, denn "Ältere wollen sich in der Pension noch engagieren, und sie können die Jüngeren unterstützen."
Einig waren sich Hakel und Aubauer, dass der Föderalismus bei der Bauordnung und der Förderung vieles erschwert und abgeschafft gehört. "Wir haben zu viel auf die Bundesländer aufgeteilt", sagt die Steierin Hakel. Auch sonst sei die Bürokratie oft ein Problem, fügt Aubauer hinzu und bringt das Beispiel eines kleinen Treppenlifts, für dessen Einbau zuerst ein Statiker ein teures Gutachten erstellen muss, weil es unter das Aufzugsgesetz fällt.
Aubauer plädiert für betreutes Wohnen in Kleineinheiten in der Stadt anstelle von großen Heimen außerhalb der Ortschaften, wo die Bewohner isoliert werden. (ef, DER STANDARD, 24.10.2012)
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