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Pastor Alvin Love, ein alter Freund Obama.

Wer verstehen will, warum Schriftsteller Chicago die kontrastreichste Stadt Amerikas nennen, der muss einmal von Nord nach Süd hindurchfahren. Die Reise beginnt in Evanston, einem lauschigen Vorort am Michigan-See und führt weiter durch die Wolkenkratzerschluchten der City immer tiefer hinein in die South Side, die Welt der Afroamerikaner, bis man an der 115th Street auf einen einsamen Gottesmann trifft. In bester Sonntagskleidung steht er hinter Bahnschranken auf einer Brachfläche und ruft im Ton eines Weltuntergangspredigers immer wieder dasselbe: "Folgt Jesus! Folgt nicht irgendwem, folgt Jesus!"
Trostloser könnte das Ambiente kaum sein. Aus Ritzen am Gehsteig sprießt das Unkraut, an der vernagelten Imbissbude namens Baba's Famous Steaks wird schon lange keiner mehr bedient, bei Hip-Hop Foods steht außer Cola und Kartoffelchips kaum etwas in den Regalen.
Fährt man indes über die Bahngleise nach Westen, ändert sich das Bild schlagartig, was beweist, dass die Realität deutlich facettenreicher ist als das Klischee von der tristen, verarmten South Side: Keine hässlichen Baracken und Baulücken mehr - dafür backsteinrote Einfamilienhäuser mit viel Grün in den Straßen. In Sheldon Heights wohnt die schwarze Mittelklasse.
Es ist Sonntag neun Uhr, der Gospelchor der Lilydale First Baptist Church hat sich warmgesungen. Die Frauen tragen Goldbrokat, roten Samt und fantasievolle Hüte, die es locker mit dem Kopfschmuck der Rennbahntribünen von Ascot aufnehmen könnten, wahre Blütenkunstwerke aus Stoff. Alvin Love hat sich eine schneeweiße Lilie ans Revers geheftet - irgendwie lässt er an einen Brautvater auf einer sehr traditionellen Hochzeit denken.
Und dass er ein Freund Barack Obamas ist, sieht man schon an den Fotos in seinem Büro, in das er den Reporter gleich nach der Predigt führt. Eines zeigt ihn mit stolzem Lächeln in der Mitte zwischen dem Präsidenten und der First Lady, unter einem Gemälde George Washingtons im Weißen Haus.
Love kennt Obama seit 1985, als der junge, bisweilen frustrierte Sozialarbeiter auf der Suche nach Verbündeten Klinken putzte und auch in die Lilydale Church kam - spontan, ohne Anmeldung. Unglaublich dünn sei Barack damals gewesen, erinnert sich der Pastor. Erst wollte er gar nicht öffnen, als er den Zufallsgast durchs Fenster seines Büros sah. " Ich dachte, der will doch sicher bloß ein paar Dollar für ein Mittagessen." Doch dann begann eine Freundschaft zwischen zwei Außenseitern, denn nicht nur Obama hatte einen schweren Start in der South Side - auch Love war gerade erst in das Viertel gezogen, eher belächelt von den älteren Pfarrern, die sich ihre Lorbeeren im Tränengas der Bürgerrechtskämpfe verdient hatten.
Heute irritiert ihn, wie hart mancher schwarze Intellektuelle mit dem Präsidenten ins Gericht geht. Der Princeton-Professor Cornel West etwa wirft Obama vor, die Armen vergessen zu haben. Im Oval Office sei er zum Maskottchen der Wall Street geworden, zur "schwarzen Marionette der Plutokraten".
Als die Rede auf dieses Zitat kommt, richtet sich der sanfte Reverend kämpferisch auf in seinem Sessel, um seinen alten Freund in Schutz zu nehmen: Bildhaft vergleicht er das Reformwerk Obamas mit einer Baugrube, in der die Fundamente bereits gelegt seien, aus der aber noch kein Gebäude aufrage. Die Gesundheitsreform etwa: schon durchgesetzt, aber im Kern erst ab 2014 in Kraft. Der Wandel, doziert Love, löse Widerstand aus. Da halte es mancher verunsicherte Normalbürger eben mit dem heimlichen Leitspruch der Konservativen: "Besser mit dem Teufel, den du kennst, als mit dem Teufel, den du nicht kennst."
99th Street, Ecke Yates Boulevard: eine stille, gepflegte Gegend. Nur die Reste eines gelben Absperrbands mit dem Aufdruck "Crime Scene", um ein Verkehrsschild gewickelt, erinnern daran, dass an der Kreuzung vor drei Tagen ein Teenager starb. Terrance Wright wurde auf dem Heimweg von der Schule von einer fünfköpfigen Bande ausgeraubt und erschossen. Keine Kränze, keine Blumen, keine Gedichte am Straßenrand, wie sie sonst in Amerika zum Ort einer Tragödie gehören.
Es war der 409. Mord des Jahres in Chicago, wo speziell in der South Side kein Tag, keine Nacht ohne Schüsse vergeht. Der Anstieg der Opferzahlen ist so bedenklich, dass Lokalpolitiker in hilflos anmutendem Aktivismus fordern, auf jede verkaufte Patrone eine Sondersteuer von fünf Cent zu erheben. Love kennt die Lage, er hat täglich damit zu tun. Er kennt auch die Statistiken, nach denen Afroamerikaner unter der Rezession am stärksten gelitten haben.
Nach Angaben des Pew-Instituts fiel das Vermögen eines schwarzen Durchschnittshaushalts seit 2008 um 53 Prozent, das eines weißen nur um 16 Prozent. Jeder siebente Schwarze ist arbeitslos, die Quote ist fast doppelt so hoch wie im US-Schnitt. "Kein Wunder, man heuert uns als Letzte, um uns dann als Erste zu feuern", sagt Love. Es sei absurd, dies alles Obama in die Schuhe zu schieben. Man kenne doch den uralten Spruch: "Wenn sich das weiße Amerika eine Erkältung einfängt, kriegen die Afroamerikaner eine Lungenentzündung." So sei es immer gewesen - und genau das versuche der Präsident allmählich zu ändern. "Deshalb: Habt Geduld!" (Frank Hermann, DER STANDARD, 24.10.2012)
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Im Senat kann sich Präsident Obama nun zwar auf eine etwas breitere demokratische Mehrheit stützen, das Repräsentantenhaus verteidigten die Republikaner allerdings recht deutlich. Enttäuschungen gab es für einige Kandidaten der konservativen Tea Party.
Die interaktive Zeitleiste von derStandard.at zeigt die markantesten Punkte in Barack Obamas Biografie
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als linker schwanke ich zwischen "ohnehin egal, wer von beiden gewinnt" und "besser noch, obama macht das rennen". dennoch würde ich gerne - der ausgewogenheit halber, die es in österreichischen medien diesbezüglich nicht zu geben scheint - folgenden artikel aus der (pronociert, oft schon leider dogmatisch linken) uni-zeitschrift "unique" posten, der einige negative aussagen zu mitt romney relativiert.
http://alturl.com/436iq
[...]
Bei den heutigen Republicans handelt es sich um eine mehr oder minder verrückte Bande wildgewordener ExtremistInnen, WaffenlobbyistInnen und LakaiInnen im Dienste von Wall Street und Großkapital, die alles daran setzen, der politischen Lichtgestalt Obama keinerlei Erfolge zu gönnen und ihn um jeden Preis aus dem Amt zu jagen.
[...]
...stimmt doch. Oder as willst du uns damit sonst sagen?
Viele usaler wählen ja romney weil sie einfach net obama wählen wollen. Packen es halt net das a schwarzer die weltweite Vertretung fur sie macht. Wenn man sagt diese sein dann rassisten heißt es u.a. folgendes: die schwarzen sind ja die eig rassisten weil bei der letzten Wahl haben mehr als 90% der schwarzen obama gewählt! U warum: 'cause he's black!
yobama hatte auch laut diesen menschen nie einen Job.. also kein Business. Wie soll dann so einer einen Staat zum rennen bringen wenn He never ran a Business...
Einige sind halt einfach so dagegen eingestellt, sie wollen ihr Weltbild net andern. Gilt fur beide Lager. U ich find als aussenstehende zu urteilen fällt immer ganz ganz leicht..
viele Schwarze finden auch Mitt Romney für unwählbar, weil er weiss ist, bestimmt...
aber:
Obamas Gegenkandidat bei der letzten Wahl war ohne Frage weitaus schwächer und wäre einfach eine lächerliche Alternative zu Obama gewesen.
Obama hat es schwerer, weil Mitt Romney einfach noch nicht mit einem Fuß im Grab steht wie - wie hieß er noch gleich? - und nicht, weil er als Schwarzer keine tendenziös "Schwarze Politik" gemacht haben sollte.
In der europäischen und insbesondere österreichischen Medienwelt gilt Obama als LINKER und hat daher automatisch diese Medienwelt auf seiner Seite, da diese ja tendenziell links ausgerichtet ist. Bestes Beispiel: Der Nobelpreis für Obama, kaum dass er im Amt war. Wie das Nobelpreiskomitee politisch tickt, weiß ja auch ein jeder. Angeblich würde Obama in Europa 89:2 gegen Romney gewinnen, was klar ist, wenn in den eigenen(europäischen) Medien monatelang tendenziell berichtet wurde und immer noch wird, siehe ORF, wo sich Korrespondenten in ihrer Einseitigkeit für Obama geradezu überschlagen. Das Problem ist nur: Europa ist nicht die USA. Die Menschen in den USA ticken anders. Daher könnte es bei der Wahl in zwei Wochen ein böses Erwachen
Die alte Ente mit den "linken Medien"! Ha! Ich werde es noch einmal erklären: Es ist wie mit "Standard" und "Presse". Der "Standard" ist "cooler", aber in Wahrheit schlimmer, weil bei der "Presse" nämlich niemand Zweifel hat, für wen die arbeiten.
Barack Obama kommt aus der globalen Parallelgesellschaft der Stiftungen, deren Arbeit darin besteht, jede Art von Reformbewegung einzuvernahmen und einzuschläfern; und genau das macht er mit der Demokratischen Partei ...
amerikaner sind weitgehend uninteressiert am rest der welt, außer wenn das konzept des exceptionalism sanft in frage gestellt wird.
in den augen von amerikanern ist europa ein zurückgebliebenes geschichtsmuseum, das hart am rande des ökonomischen und intellektuellen untergangs laviert.
nicht nur eine suburban mom, die ihrem gatten auf seinem karriereweg hierher gefolgt ist, war höchst überrascht, dass es in wien autos, supermärkte und sogar kinos mit originalversionen gibt.
die aufgeschlosseneren konnte nach einiger zeit sogar zugeben, dass es angenehm ist, in einem land mit fehlerlos funktionierender infrastruktur zu leben...
ich weiss nicht, in welchen kreisen sie sich aufgehalten haben, aber ich kenne amerikaner, die jeden europäer herzlichst vereinnahmen, und fragen: wie macht ihr das nur, daß bei euch alles so perfekt funktioniert?
Mit "perfekt" meinen sie einfach nur "nicht so beschissen wie bei uns"
die sind sehr neugierg und weltoffen. natürlich gibts auch andere, aber das hat wohl etwas mit natürlich vorkommender xenophobie zu tun, etwas, daß bei uns nachweislich auch grassiert.
ich kann garnicht zählen, wie oft ich von amerikanern entweder als nazi oder als kommunist beschimpft worden bin, die mich nach der aufklärung, dass die nazis besiegt seien und ich zwar deutsch spreche, aber nicht aus deutschland stamme, irritiert fragen ob ich aus österreich gefolhen bin wie arnold schwarzenegger bzw ob wir schon kühlschränke und asphalt kennen. (echt. kein scherz.) das lässt sie ungebildet aussehen. finden sie nicht?
Außenpolitik & Indianerpolitik geht!
zb in der Innenpolitik kritisiere ich die USA kaum, da man Ostküste, Westküste, mittleren Westen, Südstaaten usw. nicht miteinander vergleichen kann...(Habe selbst Verwandte in NYC..)
Für die anderen Anti USA Poster kann ich nicht sprechen ; )
Ein kritischer Blick auf das mächtigste Land der Erde ist wolhl zulässig. Soll man vielleicht andauernd die starke Armee loben die nicht untätig herumlungert? Soll man die Dominanz in Wirtschaft und Wissenschaft preisen?
Weil die meisten wenig ahnung haben, eine art sündenbock, bzw. blitzableiter für ihre frustationen suchen und nur sehr wenige leute kontakt mit echten amerikanern hatten. Dadurch herrschen vorurteile im denken vor, die zwar leicht zu widerlegen, aber nicht aus den köpfen zu kriegen ist; wie zb, dass alle amerikaner prinzipiell und ohne ausnahme dumm sind und keine kultur besitzen, allen eliteunis und nobelpreisträgern zum trotz.
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