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Wien - Seit 40 Jahren forscht das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA - International Institute for Applied System Analysis) in Laxenburg bei Wien an Problemen mit globaler Bedeutung wie Umwelt, Energie oder Bevölkerungsentwicklung. Die Frage, wie Wissenschaft und Politik zusammenkommen können, um Lösungen für diese globalen Problemen zu bieten, steht im Mittelpunkt der großen, prominent besetzten Konferenz "Worlds Within Reach - From Science to Policy", die von morgen, Mittwoch, bis Freitag (24.-26.10.) in Wien und Laxenburg stattfindet.
Nachhaltigkeit, Klima und Luftverschmutzung, Energie, Ernährung und Wasser, Armut und Gleichheit, sind die großen Themen der Konferenz, zu denen namhafte internationale Experten sprechen werden. Dazu zählen Nobelpreisträger wie Thomas Schelling (Wirtschaft), Carlo Rubbia (Physik) und Yuan-Tseh Lee (Chemie), der Chef der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO / IAEA), Yukiya Amano, UNIDO-Chef Kandeh Yumkella, die frühere finnische Präsidentin Tarja Halonen, der Vorsitzende des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, der ehemalige Chef des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD, Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung), Björn Stigson. Bei der Eröffnung werden zudem Bundespräsident Heinz Fischer und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) erwartet.
"Einzelne Wissenschaftsdisziplinen schaffen es nicht, Lösungen für die großen Herausforderungen der Nachhaltigkeit bereitzustellen", unterstreicht IIASA-Direktor Pavel Kabat in einer Aussendung die Rolle der Systemanalyse bei der Unterstützung der Nachhaltigkeitsziele von Rio+20. "Nur wenn wir weg von business-as-usual-Praktiken kommen und unsere alten Systeme in nachhaltige verwandeln, kommen wir zu einer gerechten und nachhaltigen Welt", betonte der stellvertretende IIASA-Chef Nebojsa Nakicenovic.
Hinweise, wie dies gehen könnte, liefern bei der Konferenz führende IIASA-Wissenschafter wie Wolfgang Lutz (Demographie), Zbigniew Klimont (Klimawandel), Keywan Riahi (Energie), Sabine Fuss (Ernährungssicherheit).
Brückenfunktion zwischen Ost und West
Das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse wurde 1972 auf Initiative der USA und der UdSSR gegründet. Die globale Dimension vieler Probleme wurde bereits Anfang der siebziger Jahre von Politikern, Wissenschaftern und Wirtschaftstreibenden in Ost und West erkannt. Das stabile, aber feindliche Kräftegleichgewicht in dieser "kältesten Zeit" des Kalten Krieges war allerdings für Lösungen globaler Probleme keine zufriedenstellende Basis. Das IIASA sollte deshalb eine wissenschaftliche Brückenfunktion zwischen Ost und West einnehmen.
Nachdem diese ursprüngliche Absicht durch den politischen Umbruch im Osten verloren gegangen ist, wurden 1994 den neuen Anforderungen angepasste Aufgaben für das Institut beschlossen. Heute arbeiten rund 200 internationale Wissenschafter im Bereich "politikorientierte Forschung an Problemen, die zu groß oder zu komplex sind, um von einem einzigen Land gelöst werden zu können", wie es in einer Institutsbroschüre heißt. Dazu zählen Fragestellungen im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel, Erfordernissen und Folgen der weltweit knapper werdenden Energieressourcen und Auswirkungen der Umweltverschmutzung, wirtschaftlich relevanten Problemen sowie sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen demografischer Veränderungen.
Die Ergebnisse der IIASA-Studien waren und sind eine wichtige Basis für viele politische Entscheidungen. So bildeten Forschungsergebnisse des IIASA Grundlagen für den Wiederaufbau der Wirtschaft in den ehemals zentralwirtschaftlich gelenkten Ländern Osteuropas. Und umweltrelevante Studien und Modellrechnungen des Instituts fanden in den vergangenen Jahren immer wieder Eingang in große Umweltkonferenzen und -abkommen.
Folgende 19 Länder sind derzeit Mitglied des IIASA: Ägypten, Brasilien, China, Deutschland, Finnland, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Österreich, Pakistan, Russland, Schweden, Südafrika, Südkorea, die Ukraine und die USA. (APA, 23.10.2012)
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