Sissibumm für die ganze Familie

24. Oktober 2012, 17:03

Kinder klettern auf Panzer, hantieren mit Waffen, essen Würstel. Das ist der Nationalfeiertag am Heldenplatz. Nun regt sich Widerstand gegen die Inszenierung von Kriegsgerät

Der Wiener Heldenplatz wirkt derzeit, als habe eine Armee einen Provinz-Jahrmarkt geentert: Zwischen unzähligen Partyzelten, Schaumrollen- und Langos-Ständen stehen Panzer, Kampfflugzeuge und Militärhubschrauber. Neben der bunten Kletterwand prangt ein militärgrünes Zelt, in dem in einigen Stunden Waffen ausgestellt werden sollen. Vor der Hüpfburg steht ein Panzer. Behelmte Handwerker wuseln über den Platz, bauen Stände auf, schleppen Bänke. Die Vorbereitung für die Leistungsschau des österreichischen Bundesheeres am Nationalfeiertag läuft auf Hochtouren. Alleine die Bewachung des Kriegsgeräts in den Tagen vor der Schau koste den Steuerzahler jährlich tausende Euro, kritisieren die Grünen.

600.000 Euro Kosten

Das Verteidigungsministerium beziffert die Gesamtkosten der Heeresschau mit 600.000 Euro. Das Werbematerial alleine macht 200.000 Euro aus. Es sorgte heuer bereits für Berichterstattung - wegen sexistischer Werbung und einer Bier-Anzeige. Teuer sind neben der Sicherung des Kriegsgeräts vor und während der Ausstellung vor allem der Transport der Panzer und Hubschrauber auf den Heldenplatz und die Arbeitszeit der Soldaten. "Die Grundwehrdiener und Berufssoldaten brauchen tausende Arbeitsstunden für diesen einen Tag Waffenschau in Wien", sagt Tanja Windbüchler-Souschill, grüne Kinder- und Jugendsprecherin und Mitglied des Ausschusses für Landesverteidigung.

Panzer und Bratwurst

Mehr als die Kosten stört die Grüne die familienfreundliche Inszenierung des Kriegsgeräts bei der Heeresschau: "Jedes Jahr spielen Kinder und Jugendliche mit Panzern, hantieren mit Waffen und bekommen den Schussvorgang der Maschinen genau erklärt."

Den Einwand, dass die Heeresschau längst zum kommerziellen Familienfest geworden sei, bei dem Bratwürstel gegessen und Abfangjäger als harmloses Artefakt wahrgenommen werden, lässt Windbüchler-Souschill nicht gelten: "Kriegsgeräte sind niemals Spielplätze, Panzer sind keine Ringelspiele. Eine Waffe ist immer eine Waffe, und sie hat nur einen Existenzgrund - einen Menschen zu töten." Die Heeresschau mache den Heldenplatz zu einem Kriegsschauplatz, sagt Windbüchler-Souschill. Sie fordert, dass Minister Norbert Darabos (SPÖ) die Schau stoppt.

"Keine Bedrohung durch Nachbarländer"

Die grüne Kindersprecherin ist nicht allein mit ihrer Ablehnung der Heeresschau. Auch andere Gruppen stoßen sich an der militärischen Inszenierung am Nationalfeiertag. Etwa der Internationale Versöhnungsbund und die ARGE für Wehrdienstverweigerung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsberatung. Es gebe weder Nutzen noch Zweck für die Heeresschau, heißt es dort. Österreich sei Teil der europäischen Friedensunion, Bedrohungen durch Nachbarländer seien auszuschließen. "Man kann Landesverteidigung auch anders darstellen und gestalten", sagt Windbüchler-Souschill. "Weg von diesem schweren Kriegsmaterial." (lima, derStandard.at, 24.10.2012)

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hab grunds. nix dagegen aber

eine halbe mille?? sozusagen zum fenster raus. das ist schon pervers

klar kriegen sind immer wo anders

war in yugoslavien ja auch keiner, ungarn ist auch keine bedrohung und wahnsinnige typen in der politik kommen auch nicht vor.

in der geschichte der menschheit gab es einige kulturen die keine verteidigung hatten. die haben alle eines gemeinsam, sie wurden von anderen uebrfallen und ausradiert.
und auch eltern die ihren kindern waffenspielzeug verbieten haben nicht weniger gewalttaeter im nachwuchs. schlechte nachricht aber waffen manchen menschen nicht gewalttaetiger. das sind sie von natur aus, man kann nicht gegen die natur ankaempfen wohl aber kanalisieren.

Randgruppentag her!

geh bitte - schaffts doch gleich den feiertag ab; stattdessen könnt ma doch mit resozialisierten Straftätern, Althippies und all den andern, auf die Österreich stolz sein kann in Hergottsschlapferln beim veganen Kebap für den Weltfrieden singen - verpflichtend für alle mit wie-wird-aus mir-ein-gutmensch workshop natürlich!

bei der nächsten regionalen Krise schickts aber dann bitte die windbüchler im flokati mit an friedenskerzerl zum Landesverteidigung "anders gestalten".

Im übrigen sogar euer Che hatte eine Affinität zu schwerem Kriegsgerät - unglaublich euer Weltbild, wenns nicht gefählich wär, wärs fast schon wieder herzig

Ich danke Ihnen für diesen Kommentar, der mich sehr amüsiert hat und dem ich nur zustimmen kann:

Aber was sollen sie singen?
Vermutlich "Give Peace A Chance", da der Text von "We Shall Overcome" doch eher komplexer ist.

ich werde nie verstehen, warum jede nation dieser erde an ihrem nationalfeiertag immer kriegsgerät präsentiert. gibt es sonst nix, worauf man stolz sein kann außer auf panzer und kampfhubschrauber? wie wärs mal an einem nationalfeiertag die leute auftreten zu lassen, die wirklich was bewirken.... wissenschaftler, chemiker, physiker, erfinder, künstler, herausragende komponisten, musiker und und und.... stattdessen lernen die kleinsten: boaaah cool ein panzer!

Zum ersten Bild:

Das heißt: "Ein junger Mann nimmt eine Waffe in Anschlag." Ins Visier nimmt man das Ziel.

Kann man zu sowas auch mal männliche Journalisten hinschicken?

Was hat Unkenntnis mit dem Geschlecht zu tun? Es gibt auch genug männliche Journalisten, die Fachvokabular nicht kennen.

schön,

dass mal jemand offiziell formuliert, was ich schon seit ich denken kann abartig und pervers finde - ein dickes Danke an die Grünen dafür!

Liebe Tanja Windbüchler-Souschill, grüne Kinder- und Jugendsprecherin und Mitglied des Ausschusses für Landesverteidigung,

fangen's dort mit der Abrüstung an, wo sie evtl. etwas davon verstehen und verbieten sie den Kindern den Zutritt in die
- Küche, da gibt es die Waffen, die für Morde verwendet werden: Messer
Träumen sie weiter ihr Traumland und lassen sie uns die Realität
JG, Offizier des Bundesheeres

Ihre Aussagen verstärken meinen Vorsatz...

unbedingt für eine ABSCHAFFUNG des Bundesheeres bei der kommenden Volksabstimmung zu stimmen!!! Danke!!!

Würde auch blöd aussehen, wenn so wenige für die Abschaffung stimmen würden.

Küchenmesser werden jedoch nicht ausschließlich zum Morden konstruiert wie Ihnen bekannt sein dürfte...

Ganz im Gegensatz zu diversen Springmessern, Totschlägern, Stahlruten, Pamzern, Schußwaffen, Kamphubschraubern und Abfangjägern...

Halt - Abfangjäger werden zum abfangen von Mordwerkzeugen konstruiert!

agressiver und ärger find ich die vielem pc spiele

wo nur herumgeballert wird

Wie stehen Sie dann zu diesen ganzen Blockbusterh, in denen auch nur geballert wird? Oder finden Sie die dann harmlos, weil ist ja "nur" ein Film. Oder eine Doku ... oder ein Buch ...

Es gibt einen Unterschied zwischen gezeigter Verteidigungsbereitschaft und böswilliger Agression!

Wieso darf unser Staat nicht seine Verteidigungsbereitschaft und die Verbundenheit seiner Bürger mit ihrer Armee demonstrieren?

Weils unnötig Geld kostet? Und kommens mir nicht damit dass sonst auch unnötig Geld ausgegeben wird...

Wieso unnötig? Verteidigungsbereitschaft kostet Geld!

Und wer bestimmt, was unnötig ist? du?

Für mich nur ein Wort, das Sinn macht: Abschaffen!

Kriegsspiele werden nämlich immer blutiger Ernst! Und welcher halbwegs normale Mensch(Mann) stirbt eigentlich gerne? Oder welche halbwegs normal empfindende Frau findet bei dem Gedanken an den Tod ihres Mannes oder Sohnes nicht abgrundtiefe Abscheu vor allem, was mit Krieg zu tun hat? Lassen wir doch unseren Militärfreak-Bundespräsidenten allein in den Krieg ziehen!

Gegenüber 700 000 Besuchern heute....

...sind Sie mit Ihrer Meinung in der Minderheit. Freiheit bedeutet, es dem einzelnen zu überlassen, was er tut oder was er seinen Kindern zeigt. Streichen Sie "Polit" aus Ihren Namen und seien Sie liberal!!!

Lieber Wüstenfloh!

Haben sie schon einmal über die Möglichkeit nachgedacht, vielleicht glauben sie nur, in ihren Gedanken und Taten frei zu sein und in Wirklichkeit nur von der weltweiten Waffenlobby beeinflusst sind?

Geiz und Gier sind die wahren Grunde!

Wien muß Nordkorea werden!

Die Realität nicht verweigern

Die Existenz von Waffen und von Armeen stellt eine Realität dar. Ich finde es ist eine Notwendigkeit einer Republik, dass den Bürgern gegenständlich gezeigt und erklärt wird, wie ihr Staat und ihre Streitkräfte funktionieren.

Ein Diskurs über wehrpolitische Themen, wie die gerade anstehende Entscheidung über die Aufgaben und die Ausgestaltung des Bundesheeres, soll meiner Ansicht nach in informierter Weise stattfinden. Die Information dazu möchte ich nicht nur von klar positionierten Interessensgruppen bekommen. Ich möchte die Mannschaften und das Gerät sehen und ein Stück weit begreifen können.

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