Deutschland hat so viele Zeitschriften wie noch nie

Damit habe sich die Zahl der Publikumstitel in einem "schwierigen Marktumfeld" seit 2009 um 133 erhöht, teilte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger mit

Berlin - Auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt gibt es 1511 Titel - so viele wie noch nie. Damit habe sich die Zahl der Publikumstitel in einem "schwierigen Marktumfeld" seit 2009 um 133 erhöht, teilte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Dienstag in Berlin mit. "Ich finde zu jedem Thema, jedem Bereich etwas", erläuterte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. Was der nächste Trend nach dem anhaltenden Erfolg von Countrymagazinen sein wird, steht noch aus. "Ich bin mal gespannt, wer das nächste "Landlust"-Segment entdeckt", sagte Scherzer.

Der Branchenumsatz wächst laut der Prognose für 2012 um 1,4 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten steigt leicht um 300 auf 33.300 Mitarbeiter. Das Anzeigengeschäft hat sich in den ersten neun Monaten verschlechtert. Der Bruttowerbeumsatz lag bei 2,5 Milliarden Euro, das ist ein Minus von 120 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als Gründe werden die Finanzkrise und die Umverteilung in andere Medienkanäle genannt.

Zeitschriftenmarken

Scherzer unterstrich, wie wichtig Zeitschriftenmarken seien. Die Nutzung sei unverändert hoch: 92,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren lesen demnach Printmagazine. Auch bei Kindern und Jugendlichen seien diese nach wie vor populär. Die Abo-Zahl der ersten neun Monate sei mit durchschnittlich 49,3 Millionen Euro Exemplaren pro Quartal unverändert geblieben.

Auch für Magazine werden die modernen Varianten des Lesens immer wichtiger. 64 Prozent der iPad-Nutzer lesen auf dem Gerät Zeitschriften. Zwei Drittel davon zahlen für Zeitschriften-Apps. Für fast alle Leser (95 Prozent) ist der Spaßfaktor ausschlaggebend, sich für die iPad-Variante zu entscheiden.

Der Verband hat auch den Erfolg von "Yps" aufmerksam beobachtet, das nach dem Neustart des Hefts mit seinen beigelegten Urzeitkrebsen vielerorts vergriffen war. Die Vielzahl der Gründungen sei in Deutschland durch das Grosso-System möglich, sagte Scherzer.

Einen flächendeckenden Vertrieb an Kiosken gebe es beispielsweise in den USA nicht. Dort hätte es einen Erfolg wie "Landlust", gestartet von einem bis dato wenig bekannten Fachverlag in Münster, nicht gegeben, so Scherzer. Augenzwinkernd sagte er, wenn er wüsste, was der nächste neue Trend wird, wäre er nicht mehr beim Verband. (APA, 23.10.2012)

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